Wie ein Hummer das Internet eroberte: Die verrückte Geschichte der OpenClaw-Community
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In drei Monaten hat die OpenClaw-Community eine eigene Kultur erschaffen, komplett mit Hummer-Maskottchen, einem Marktplatz für über 29.000 Erweiterungen und Fans auf jedem Kontinent. Was der österreichische Entwickler Peter Steinberger als privates Nebenprojekt startete, hat eine globale Bewegung ausgelöst. Eine chaotische Umbenennung um fünf Uhr morgens, ein Krypto-Scam mit 16 Millionen US-Dollar Marktkapitalisierung und 1.000 Menschen, die bei Tencent in Shenzhen für eine kostenlose Installation anstehen. Das ist die Geschichte einer Community, die genauso wild gewachsen ist wie die Software selbst.
- Von Clawdbot zu OpenClaw: Drei Namen in drei Wochen
- Die Claw Crew: Wer diese Community eigentlich ist
- Ein Agent kauft ein Auto und ein Aquarium überwacht sich selbst
- Die Schattenseiten: Scam-Token, Malware und ein wachsendes Ökosystem
- Hummer-Fieber: Von Silicon Valley bis Shenzhen
- Der Hummer häutet sich weiter
- Häufige Fragen
- Wer ist die OpenClaw-Community?
- Wie groß ist die OpenClaw-Community?
- Wo finde ich die OpenClaw-Community?
Von Clawdbot zu OpenClaw: Drei Namen in drei Wochen
Am 25. November 2025 veröffentlichte Peter Steinberger ein Repository auf GitHub unter dem Namen Clawdbot. Der Name war ein Wortspiel: „Claude“ mit einer Klaue. Dass Anthropic das weniger witzig fand, zeigte sich schnell. Das Unternehmen hinter Claude schickte eine freundliche, aber unmissverständliche Markenrechtswarnung.
Was folgte, war eine der chaotischsten Umbenennungen in der Geschichte von Open Source. In einer Discord-Session um fünf Uhr morgens entschied die Community gemeinsam mit Steinberger: Das Projekt heißt jetzt Moltbot. „Molting“ beschreibt die Häutung von Hummern, das Abwerfen der alten Schale um zu wachsen. Bedeutungsvoll, aber niemand konnte sich den Namen merken.
Also kam der dritte Anlauf. Diesmal mit Markenrecherche, gekauften Domains und fertigem Migrationscode: OpenClaw war geboren. In seinem Blogpost zur Umbenennung fasste Steinberger die Entwicklung des Projekts zusammen. Offen, community-getrieben und immer noch ein Hummer. Sein letzter Satz im Post: „Yes, the mascot is still a lobster. Some things are sacred.„
Die „Claw Crew“, wie sich die Community selbst nennt, hatte ihren Namen und somit ihre Identität.
Die Claw Crew: Wer diese Community eigentlich ist
Im März 2026 drängten sich rund 700 Menschen in eine mehrstöckige Eventlocation in Manhattan. ClawCon NYC, das erste große Community-Treffen, zog eine Mischung an, die auf keiner anderen Tech-Konferenz so zusammenkäme. Studenten neben Hedgefonds-Technikern, berufstätige Mütter neben Startup-Gründern. Über 1.300 hatten sich angemeldet, die Kapazität war gedeckelt. Auf der Bühne liefen Präsentationen und eine Rap-Performance. Am Buffet gab es Hummerschwänze.
Tomas Taylor, Programmierer und Mitorganisator, beschrieb die Stimmung als greifbar. Taylor selbst hatte seinen eigenen OpenClaw-Agenten für die Eventplanung eingesetzt, von der Anbieterkoordination bis zur Logistik.
Die Zahlen aus der Community sprechen für sich: Mit über 300.000 GitHub-Sternen hat OpenClaw inzwischen sogar React überholt. Auf ClawHub, dem Marktplatz für Skills, sind aktuell über 29.000 Erweiterungen registriert. Skills funktionieren bei OpenClaw wie Apps auf dem Smartphone. Jeder Skill erweitert den Agenten um eine bestimmte Fähigkeit, von der Gmail-Verwaltung über die Smart-Home-Steuerung bis zum automatisierten Aktienhandel. Die awesome-openclaw-skills-Liste verzeichnet laut eigenen Angaben 950.000 monatliche Aufrufe und ist damit laut offizieller Dokumentation die meistbesuchte Ressource der Claw Crew.
Die Beiträge kommen nicht nur von Einzelpersonen. Rund um OpenClaw ist ein ganzes Ökosystem entstanden. Es gibt kostenpflichtige Gruppen für Gründer, YouTube-Kanäle mit Setup-Tutorials, GitHub-Repositories, die Use Cases sammeln, und Hosting-Dienste, die OpenClaw als Managed Service anbieten. Selbst eine SOUL.md-Registry namens onlycrabs.ai existiert, auf dem Nutzer die Persönlichkeitsdateien ihrer Agenten teilen.
Die Zahlen allein sagen aber nicht alles. Was diese Community besonders macht, ist ihre Breite. OpenClaw zieht nicht nur Entwickler an. In China reicht das Altersspektrum bei den Installations-Events von 11 bis über 70 Jahre. Pensionierte Ingenieure stehen neben Hausfrauen und Hobbycodern in der Schlange. Bei der ClawCon in New York saßen Hedgefonds-Teams neben Collegestudenten. Mark Yang, ein Designer aus Shanghai und früher Anwender, sprach mit der South China Morning Post über seine Erfahrung. Der KI-Assistent gab ihm das Gefühl, „virtuelles Personal“ zu haben.
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