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Was ist Vibe Coding? Warum plötzlich jeder ohne Programmierkenntnisse Apps baut

Stephan Skrobisch 31. März 2026 6 Min.

Vibe Coding steht für einen Ansatz, bei dem Software in natürlicher Sprache beschrieben wird und ein KI-Modell den Code generiert. Statt echten Programmcode zu schreiben, formuliert der Nutzer in normaler Sprache was die Software können soll. Die KI erledigt den Rest. Den Begriff prägte der KI-Forscher Andrej Karpathy am 2. Februar 2025 in einem X-Post. Besagter Post erreichte über 4,5 Millionen Aufrufe. Seitdem hat sich Vibe Coding vom Experiment zum Mainstream-Phänomen entwickelt. Collins Dictionary wählte den Begriff zum Wort des Jahres 2025.

Woher kommt der Begriff?

Am 2. Februar 2025 veröffentlichte Andrej Karpathy einen Post auf der Social-Media-Plattform X. Karpathy ist Mitgründer von OpenAI und ehemaliger KI-Leiter bei Tesla. Er beschrieb den Ansatz so: „fully give in to the vibes, embrace exponentials, and forget that the code even exists„. Er nutzte Cursor mit dem Sprachmodell Sonnet, diktierte seine Anweisungen per Spracheingabe und akzeptierte alle vorgeschlagenen Änderungen ohne sie zu prüfen.

Was als Beschreibung eines Wochenendprojekts gedacht war, traf einen Nerv. Innerhalb weniger Wochen griffen Medien wie die New York Times, Ars Technica und The Guardian das Thema auf. Im März 2025 nahm das Merriam-Webster-Wörterbuch den Begriff als Trending-Substantiv auf. Im November 2025 kürte Collins Dictionary „Vibe Coding“ zum Wort des Jahres 2025.

Wer sich für verwandte Techniken interessiert, findet in unserem Artikel über Prompt Engineering für KI-Agenten die Grundlagen für bessere Ergebnisse beim Arbeiten mit KI-Modellen.

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Was unterscheidet Vibe Coding von herkömmlicher Programmierung?

Bei klassischer Softwareentwicklung schreibt ein Entwickler den Code Zeile für Zeile. Er muss die Programmiersprache beherrschen, die Syntax kennen und die Logik selbst umsetzen. Vibe Coding dreht dieses Verhältnis um. Der Entwickler beschreibt in natürlicher Sprache, was die Software können soll. Ein KI-Modell generiert daraus funktionierenden Code.

Ein Alltagsvergleich: Statt dem Koch das Rezept zu diktieren, beschreibst du nur das Gericht. Der Koch entscheidet selbst über Zutaten, Mengen und Zubereitung.

Karpathy beschrieb seinen Workflow so: Er akzeptiert Codeänderungen, ohne die Unterschiede zu prüfen, und gibt Fehlermeldungen ungefiltert an das Modell zurück. Der Code wächst dabei zunehmend über sein eigenes Verständnis hinaus. Lässt sich ein Fehler nicht beheben, greift er zu zufälligen Änderungen, bis das Problem verschwindet.

Herkömmliche ProgrammierungVibe Coding
EingabeCode in einer ProgrammierspracheBeschreibung in natürlicher Sprache
CodekenntnisEntwickler versteht jede ZeileCode wächst über das eigene Verständnis hinaus
FehlersucheManuelles Debugging durch den EntwicklerFehlermeldung zurück an das KI-Modell
ZielgruppeAusgebildete EntwicklerJeder mit einer Idee
StärkeKontrolle und WartbarkeitGeschwindigkeit und Zugänglichkeit
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