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Vom Virus zum Vorzeigeprodukt: Microsoft baut Scout auf Basis von OpenClaw

Stephan Skrobisch 4. Juni 2026 6 Min.

Microsoft hat auf der Build 2026 angekündigt, dass OpenClaw nun nativ unter Windows läuft. Der KI-Agent wird über eine eigene Companion-App eingerichtet und in einer abgesicherten Umgebung ausgeführt. Darauf aufbauend stellte das Unternehmen mit Scout einen eigenen Assistenten vor. Wenige Monate zuvor hatte CEO Satya Nadella OpenClaw noch mit einem Virus verglichen.

TL;DR

Microsoft führt OpenClaw nativ in Windows ein, abgesichert durch die neuen Microsoft Execution Containers. Darauf baut der Assistent Scout auf. Die Kehrtwende zeigt, wie Konzerne das Sicherheitsproblem von KI-Agenten lösen wollen: nicht durch Vertrauen, sondern durch Isolation.

Was Microsoft auf der Build 2026 angekündigt hat

OpenClaw läuft jetzt nativ unter Windows. Der vom österreichischen Entwickler Peter Steinberger entwickelte KI-Agent OpenClaw nutzt dafür Microsofts neue Execution Containers, die Node und Gateway vom restlichen System abschirmen. Nutzer richten den Agenten über eine eigene Windows-Companion-App ein und verbinden bestehende Instanzen oder erstellen neue.

Die technische Grundlage bilden die Microsoft Execution Containers, kurz MXC. Die Container legen fest, worauf ein Agent zugreifen darf, etwa auf Dateien, Netzwerkverbindungen oder andere Systemressourcen. Microsoft nennt OpenClaw dabei als einen von mehreren Partnern, neben Hermes, Manus, NVIDIA und OpenAI.

Auf dieser Grundlage stellte Microsoft mit Scout zudem ein eigenes Produkt vor. Laut TechCrunch ist Scout ein dauerhaft aktiver Assistent, der auf dem OpenClaw-Framework aufbaut und sich in das Microsoft-365-Umfeld einfügt. Computerworld berichtet, dass Scout sich mit Teams, Outlook, OneDrive und SharePoint verbindet und über das MCP-Protokoll auch externe Apps anbindet. Das Model Context Protocol, kurz MCP, ist ein offener Standard. Über ihn greifen KI-Agenten einheitlich auf externe Werkzeuge und Datenquellen zu.

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Warum diese Integration eine Kehrtwende ist

Vor wenigen Monaten klang Microsoft noch deutlich anders. Laut GeekWire tat Nadella OpenClaw als Sicherheitsrisiko ab, vergleichbar mit einem Virus. Die Skepsis traf eine Technologie, die der Konzern selbst lange für zu riskant hielt.

Die Skepsis hatte einen konkreten Hintergrund. Der eigene Sicherheitsbereich von Microsoft hält fest, dass selbstgehostete Agenten wie OpenClaw nur begrenzte eingebaute Sicherheitskontrollen mitbringen. Der Security-Blog von Microsoft verweist darauf, dass solche Agenten nicht vertrauenswürdigen Text verarbeiten und Code aus externen Quellen ausführen können. Diese Risiken sind seit Monaten dokumentiert. ClawNews hat sie in der Analyse zur Sicherheitsfrage von OpenClaw ausführlich eingeordnet.

Die Kehrtwende liegt nicht im Auftritt auf der Build-Bühne. Sie liegt im Sicherheitsmodell. Microsoft macht OpenClaw nicht vertrauenswürdig, sondern kontrollierbar.

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