Visa Agentic Ready: Erste Bank und RBI testen KI-Shopping
KI-generiert mit Sora
Visa hat das Programm Agentic Ready in Europa gestartet. Banken können damit strukturiert testen, wie KI-Agenten künftig im Namen ihrer Kundinnen und Kunden einkaufen könnten. Aus Österreich sind die Erste Bank (als Teil der Erste Group) und die Raiffeisen Bank International dabei. Der Standard berichtete aus österreichischer Perspektive über den Testlauf. Offene Fragen zur Haftung und Cybersicherheit stehen im Raum.
Das Programm wurde laut PYMNTS am 17. März 2026 offiziell angekündigt. 21 Banken sind in der ersten Phase dabei.
Aus Großbritannien etwa Barclays, HSBC UK, Nationwide Building Society und Revolut. Aus dem europäischen Raum kommen Commerzbank, DZ Bank, Banco Santander und die Nexi Group dazu. Weitere Partner sind Alpha Bank, Bank Leumi und die Piraeus Bank. Zusätzliche Institute sollen folgen.
Technisch baut Agentic Ready auf dem bestehenden Trust Layer von Visa auf. Dazu gehören Tokenisierung, biometrische Authentifizierung und Passkeys. Jede von einem Agenten ausgelöste Transaktion lässt sich damit einer real existierenden Person zuordnen. Die Kontrolle bleibt bei den Besitzern. Der Visa-Pressemitteilung zufolge werden bestehende Sicherheits- und Compliance-Rahmen genutzt.
Die offenen Fragen sind erheblich. Weder Visa noch die Partnerbanken haben bisher öffentlich geklärt, wer haftet, wenn der Agent ein falsches Produkt kauft. Offen ist auch, wer die Verantwortung trägt, wenn ein Angreifer den Agenten manipuliert und Käufe umleitet.
Cybersicherheit ist die zweite große Baustelle. KI-Agenten mit Zahlungsfreigabe gelten in der Sicherheitsforschung allgemein als attraktives Ziel für Prompt-Injection-Angriffe. Das ist kein Visa-spezifisches Problem, sondern betrifft jede Agenten-Architektur mit Transaktionsrechten. Das Risikoprofil solcher Agenten beschreiben wir in unserer Analyse zum Lethal Trifecta. Auch der Aufstieg von Identitätsanbietern wie 1Password und Okta zeigt den Trend. Um Agenten bildet sich ein eigener Sicherheitsmarkt.
Für die Zahlungsbranche ist der Schritt strategisch. Wenn Agenten zur Standard-Schnittstelle für Online-Käufe werden, entscheiden sie über Markenwahl, Preisvergleiche und Loyalitätsprogramme. Die direkte Konkurrenz heißt Mastercard. Beide Kartenanbieter bauen parallel die Infrastruktur für agentenbasierte Zahlungen auf.
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