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Turley auf der OMR: Unlimited Token wird es im Enterprise nie geben

Stephan Skrobisch 27. Mai 2026 3 Min.

ChatGPT-Produktchef Nick Turley hat auf der OMR 2026 gesagt, dass unbegrenzte Token im Enterprise-Segment wahrscheinlich niemals kommen werden. Die Branche muss Intelligenz rationieren. Das Interview führte t3n-Redakteurin Stella-Sophie Wojtczak.

Turley stammt aus Itzehoe in Schleswig-Holstein. Der Auftritt vor heimischem Publikum hat damit auch eine biografische Note. Inhaltlich liefert das Gespräch drei Punkte, die für deutsche Unternehmenskunden relevant sind.

„Wie ein Elektrizitätswerk“: Turley über Token-Knappheit

Auf die Frage nach unbegrenzten Token für Enterprise-Kunden zieht Turley einen Vergleich zur Stromversorgung. Ein Elektrizitätswerk wird auch nie einen Unlimited-Strom-Plan anbieten. Der Grund liegt nach Turleys Worten in der globalen Chip-Knappheit. Es gibt nicht genug Chips auf der Welt.

OpenAI versucht deshalb, die verfügbare Rechenkapazität frühzeitig auszubauen und zu steuern. Trotzdem bleibt die Nachfrage nach Intelligenz größer als das Angebot. „Insofern müssen wir rationieren“. Die Intelligenz soll an die Menschen und Unternehmen gehen, die sie am dringendsten benötigen.

Token sind dabei die Recheneinheit, in der LLMs Anfragen und Antworten messen. Wer viel mit dem Modell arbeitet, verbraucht mehr davon.

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Codex schreibt den Code, der Mensch gibt Feedback

Turley beschreibt im Interview auch den Wandel in seinem eigenen Team. Code werde dort kaum noch klassisch Zeile für Zeile geprüft. Stattdessen arbeiteten die Entwickler zunehmend im Dialog mit Codex. Turley zählt sich selbst dazu. Codex ist OpenAIs Coding-Agent innerhalb der ChatGPT-Plattform und unterstützt bei Analyse, Änderung und Erstellung von Code.

Turley beschreibt einen typischen Arbeitsmorgen. In seiner Inbox findet er zehn Punkte aus dem Produktfeedback, die Codex zuvor auf Twitter, Reddit und anderen Plattformen gesammelt hat. Der Agent fasst die Hinweise zusammen und schlägt vor, wie das Team darauf reagieren könnte.

Damit verschiebt sich die Rolle menschlicher Entwickler. Sie schreiben weniger Code selbst, sondern formulieren Aufgaben, prüfen Ergebnisse und entscheiden, was übernommen wird. Dies passt zum Vibe-Coding-Trend der vergangenen Monate.

Was das für deutsche Nutzer bedeutet

Turley nennt im Interview eine bemerkenswerte Zahl. Deutschland ist nach seinen Angaben aktuell der größte ChatGPT-Markt von OpenAI in Europa. Wer im DACH-Raum beruflich mit ChatGPT arbeitet, bewegt sich damit nicht in einer Nische, sondern in einem schnell wachsenden Markt.

Für Unternehmen heißt das, Token-Limits sollten nicht als vorübergehende Störung behandelt werden. Lokale KI-Modelle oder Open-Source-Alternativen können helfen, Abhängigkeiten zu reduzieren. Die eigentliche Grenze liegt auf der Hardware-Seite. Rechenleistung bleibt knapp, und nach Turleys Aussage wird sich das so schnell nicht ändern.

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