Tenda-Router: CERT/CC warnt vor versteckter Backdoor
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Das CERT Coordination Center CERT/CC warnt vor einer versteckten Hintertür in der Firmware mehrerer Tenda-Router. Über die Schwachstelle CVE-2026-11405 erhalten Angreifer vollen Administratorzugriff auf die Weboberfläche des Geräts. Ein gültiges Passwort wird nicht benötigt. Eine CVE-Nummer ist die weltweit eindeutige Kennung, unter der eine Sicherheitslücke öffentlich geführt wird. Ein aktuell verfügbares Sicherheitsupdate wurde bislang noch nicht veröffentlicht. Das CERT/CC gibt an, den Hersteller für eine koordinierte Offenlegung nicht erreicht zu haben.
Das CERT/CC veröffentlichte die Warnung am 6. Juli 2026 als Sicherheitshinweis unter der Kennung VU#213560. Einen Schweregrad nennt der Hinweis selbst nicht. Die US-Cybersicherheitsbehörde CISA stuft die Schwachstelle in ihrer Ergänzung zum CVE-Record mit 9,8 von 10 Punkten als kritisch ein. Damit ist ein Angriff über das Netzwerk möglich, ohne Zugangsdaten und ohne Mitwirkung des Nutzers.
Welche weitreichenden Konsequenzen solche Sicherheitslücken haben können, zeigte zuletzt eine aktiv ausgenutzte Schwachstelle in LiteLLM. Für sich genommen liegt diese mit 8,8 Punkten unter dem Tenda-Wert. In Kombination mit einem zweiten Fehler ergab sie jedoch eine Angriffskette mit dem Höchstwert 10,0.
Das Problem steckt im Webserver /bin/httpd in der Anmeldefunktion. Schlägt die normale Passwortprüfung fehl, vergleicht die Funktion das eingegebene Passwort im Klartext mit einem versteckten Wert aus der Gerätekonfiguration. Stimmt dieser überein, gewährt der Router Administratorrechte. Der Benutzername wird dabei nicht geprüft, jeder beliebige Name funktioniert.
Das Advisory nennt fünf betroffene Firmware-Versionen, je eine aus den Serien FH1201, W15E, AC10, AC5 sowie AC6. Die genauen Kennungen listet das CERT/CC vollständig auf. Wer einen der genannten Router betreibt, sollte die installierte Firmware-Version mit der Liste im Advisory abgleichen. Dass Anwender nicht wissen, welche Funktionen eine ausgelieferte Software tatsächlich ausführt, ist keine Seltenheit. Dies zeigt auch die Analyse zur Supply Chain als größter Angriffsfläche.
Mit Administratorrechten kann ein Angreifer den Router umkonfigurieren, Netzwerkeinstellungen ändern und Sicherheitsfunktionen abschalten. Dies öffnet den Weg für weitere Angriffe auf das gesamte Netzwerk. Das CERT/CC hatte Tenda bereits am 19. Mai 2026 informiert, eine Stellungnahme des Herstellers liegt aber nicht vor. Wie schnell Angreifer offene Netzwerkgeräte ins Visier nehmen, zeigten zuletzt vier aktiv angegriffene Lücken bei Cisco, Fortinet und Palo Alto.
Da bislang kein Patch verfügbar ist, empfiehlt das CERT/CC lediglich vorläufige Schutzmaßnahmen. Nutzer sollten die Fernverwaltung ihres Routers deaktivieren, sofern diese eingeschaltet ist. Dadurch lässt sich der Zugriff auf die Verwaltungsoberfläche aus dem Internet verhindern. Eine Änderung der Standard-IP im lokalen Netzwerk kann automatisierte Suchläufe erschweren, bietet jedoch keinen Schutz vor gezielten Angriffen.
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