Tencent spiegelt 13.000 OpenClaw-Skills: Gründer Steinberger konfrontiert den Konzern auf X
KI-generiert mit Sora
Das chinesische Unternehmen Tencent hat nach eigenen Angaben über 13.000 Skills aus der offiziellen OpenClaw-Plattform ClawHub übernommen. Tencent bietet die kopierten Skills auf einer eigenen Plattform namens SkillHub an. OpenClaw-Gründer Peter Steinberger konfrontierte den Konzern daraufhin öffentlich auf X. Laut Steinberger treibe das Scraping die Serverkosten von ClawHub in den fünfstelligen US-Dollar-Bereich, ohne dass Tencent das Projekt unterstütze. Der Konzern reagierte innerhalb einer Stunde und wies die Vorwürfe zurück.
Was ist passiert?
Ein X-Nutzer namens SnowShadow machte am 12. März 2026 darauf aufmerksam, dass Tencent eine Plattform unter dem Namen SkillHub betreibt. Die Plattform enthält laut Tencent über 13.000 Skills aus ClawHub, dem offiziellen Marktplatz für OpenClaw-Erweiterungen. SkillHub bietet chinesische Übersetzungen, eigene Sicherheitsscans und eine Auswahl von 50 geprüften Skills.
SnowShadow taggte Steinberger direkt auf X. Der reagierte scharf: „I got an email once from folks complaining that my rate limits block them from scraping faster. They copy yet they don’t support the project in any way.“ Steinberger wandte sich direkt an den offiziellen Account von Tencent Hunyuan und fragte: „Would you be up for helping out a bit, instead of driving my server costs into 5 digits?„
Tencent weist die Vorwürfe zurück
Der offizielle Tencent-AI-Account antwortete noch am selben Tag öffentlich. Laut Tencent ist SkillHub eine Plattform für chinesische Nutzer. In der ersten Betriebswoche lieferte SkillHub 180 GB an Traffic aus, darunter 870.000 Downloads. Vom offiziellen ClawHub zog die Plattform in diesem Zeitraum rund 1 GB an Daten. Das Team hinter SkillHub besteht aus aktiven OpenClaw-Mitwirkenden.
Steinberger fordert mehr als nur Legalität
Steinberger zeigte sich von der Antwort nicht überzeugt. Tencent hätte SkillHub aus seiner Sicht als offiziellen Spiegel-Server aufsetzen können. Ein solcher Mirror ist eine lokale Kopie eines Software-Verzeichnisses, die mit dem Original synchronisiert bleibt. Das Spiegeln ist technisch legal, da ClawHub unter der MIT-Lizenz steht. Steinberger sieht den fehlenden Anstand als eigentliches Problem. Erst die Inhalte übernehmen, dann reagieren, wenn man darauf angesprochen wird.
Warum das relevant ist
ClawHub funktioniert für OpenClaw wie der App Store für das iPhone. Entwickler veröffentlichen dort Skills, die den KI-Agenten um neue Fähigkeiten erweitern. Dass ein Konzern mit dem Jahresumsatz von Tencent die komplette Plattform spiegelt – offenbar ohne vorherige Absprache mit dem Betreiber – trifft einen Nerv in der Open-Source-Community.
Das Spiegeln von Open-Source-Verzeichnissen ist in China verbreitete Praxis. Für npm, PyPI und Docker Hub existieren seit Jahren chinesische Spiegel-Server, die den Zugang für Entwickler hinter der Great Firewall beschleunigen. Diese Mirror-Projekte sind in der Regel mit den Originalprojekten koordiniert.
Parallel zu SkillHub hat Tencent auch QClaw gestartet, eine Version von OpenClaw, die keine Einrichtung erfordert und über WeChat gesteuert wird. Der Konzern baut damit ein eigenes Ökosystem rund um den KI-Agenten auf, der innerhalb weniger Monate React auf GitHub überholt hat.
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