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Sony bewirbt KI-Kamera des Xperia 1 VIII und blamiert sich öffentlich

Stephan Skrobisch 19. Mai 2026 3 Min.

Sony hat am 14. Mai 2026 auf X eine Werbekampagne für das neue Topmodell Xperia 1 VIII veröffentlicht. Beworben wird der „AI Camera Assistant“, ein neues Foto-Feature mit Xperia Intelligence. Sony illustriert dies mit drei direkten Bildvergleichen. Die Reaktion fiel anders aus als vom Konzern angenommen. Die meisten Nutzer fanden die Originalbilder besser als die KI-Versionen.

Sony schreibt im Originalpost, das Feature analysiert Motiv, Szene und Wetter. Es schlägt nach Angaben des Herstellers „expressive Optionen“ für Farbe, Belichtung, Bokeh und Objektivwahl vor. Die mitgelieferten Beispielbilder zeigen aber überbelichtete, kontrastarme Aufnahmen mit ausgewaschenen Farben. „Bestes Anti-KI-Werbevideo aller Zeiten, danke Sony“, lautete eine der meistgelikten Antworten auf den Post. Andere Kommentare aus den Replies: „Wenn das Intelligenz ist, hätte ich gerne ein dummes Telefon“ und „Ist das Satire?“.

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Carl Pei spottet, Sony reagiert

Nothing-CEO Carl Pei nahm das Geschehen zum Anlass für einen Seitenhieb. Laut TechRadar kommentierte er den Post mit der Vermutung „Das muss Engagement-Farming sein“. Für Sony wäre das ein riskantes Manöver, denn der Assistant wirkt in den eigenen Beispielen für viele Beobachter fehlerhaft. Der inoffizielle Fan-Account @INSIDERSONY (kein Sony-Kanal) widerspricht laut PetaPixel und schreibt, das Feature funktioniert durchaus. „Das Management-Team hat die Marketing-Bilder vergeigt“, heißt es dort.

Sony lieferte am 15. Mai ein offizielles Statement nach. Der Hersteller stellt klar, dass der AI Camera Assistant keine Fotos nachträglich bearbeitet. Stattdessen schlägt die Funktion vor dem Auslösen vier verschiedene Einstellungs-Varianten vor. Die Vorschläge basieren auf Motiv und Szene. Nutzer können einen der Vorschläge wählen oder eigene Einstellungen verwenden.

Die offene Frage bleibt: Wieso hat niemand bei Sony die Vergleichsbilder vor dem Versand geprüft? Selbst wenn die Funktion inzwischen besser arbeitet als die Beispiele suggerieren, zeigt der Vorfall ein Grundproblem. KI-Bildverarbeitung bleibt in der Praxis anspruchsvoll und das Vertrauen in maschinell veränderte Bilder ist generell ein heikles Thema. Bessere Belichtung und kräftigere Farben sind in der Smartphone-Fotografie nicht automatisch das Ziel. Oft macht das zurückhaltendere Bild den besseren Eindruck.

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