Sipeed NanoKVM-Go: KVM-Hardware für KI-Agenten
KI-generiert mit ChatGPT
Der Hardware-Hersteller Sipeed hat auf Kickstarter das NanoKVM-Go vorgestellt. Das kompakte USB-C-Gerät stellt seine KVM-Funktionen als MCP-Server bereit. MCP ist ein offenes Protokoll, über das KI-Agenten externe Werkzeuge ansprechen können. Dadurch kann ein Agent den Bildschirm auf Hardware-Ebene sehen und steuern. Alle Angaben stammen aus der laufenden Kampagne und können sich daher noch ändern.
Was das NanoKVM-Go kann
Ein KVM-Gerät verbindet Tastatur, Bildschirm und Maus mit einem entfernten Rechner. Der englische Begriff steht für Keyboard, Video, Mouse. Damit lässt sich ein System auch dann bedienen, wenn es abgestürzt ist oder im BIOS hängt. Klassische Geräte dieser Art benötigen eine Kombination aus HDMI-, USB-, Ethernet- und Stromkabeln.
Das NanoKVM-Go kommt mit einem einzigen USB-C-Kabel aus. Der Host verbindet sich über WiFi 6. Über dieses eine Kabel laufen Video, Audio, Tastatur- und Maus-Emulation sowie eine virtuelle Festplatte zum Einspielen von ISO-Dateien. Ein zweiter USB-C-Anschluss versorgt angeschlossene Geräte mit Strom. Für den harten Neustart gibt es optional einen FingerBot-Aufsatz, der den Einschaltknopf tatsächlich physisch betätigt.
Bei der Bildübertragung nennt Sipeed 4K mit 45 Hertz oder 2K mit 90 Hertz. Als Chip kommt laut den Fachmedien wahrscheinlich der Axera AX630C zum Einsatz, wie im bestehenden NanoKVM Pro. Dazu gehören ein Doppelkern-Prozessor sowie eine KI-Recheneinheit mit 3,2 TOPS.
Für den Fernzugriff ohne Portfreigaben ist Tailscale vorhanden. Das Gerät arbeitet mit allem, was USB-C DisplayPort Alt Mode unterstützt. Dazu zählen MacBooks, diverse Notebooks und sogar das Steam Deck. Dass sich eine MCP-Steuerung auch mit dedizierten Hardware-Tasten nutzen lässt, zeigt das Stream Deck mit MCP-Anbindung.
Der KI-Winkel
Der eigentliche Aufhänger ist die Anbindung an KI-Agenten. Sipeed bezeichnet das NanoKVM-Go als ersten KI-nativen KVM. Jede Funktion, also Tastatureingabe, Maussteuerung und Bildschirmaufnahme, lässt sich als MCP-Server bereitstellen. Der Nutzer ist in der Lage, diese Freigaben selbst zu erteilen.
Damit wird das Gerät zu einem Computer Use Agent auf Hardware-Ebene. Ein KI-Agent benötigt keine Bildschirmfreigabe-Software mehr auf dem Zielrechner. Stattdessen steuert dieser die echte Hardware über den KVM, selbst wenn das Zielsystem eingefroren ist oder im BIOS hängt. Sipeed nennt den eigenen Agenten PicoClaw sowie OpenClaw, Claude Code, Codex und Hermes Agent als kompatible Optionen.
Die Idee, Agenten direkt an die Hardware zu hängen, ist nicht neu. Wie ein reiner Software-Ansatz aussieht, zeigt der Vergleich zwischen Claude Computer Use und OpenClaw. Die günstige Sipeed-Hardware knüpft zudem an frühere Bastelprojekte an, wie etwa pycoclaw auf dem ESP32 für 5 US-Dollar.
Die stärkere Variante NanoKVM-Go+ hat mehr Speicher an Board. Besagte Version bietet eine lokale Funktion namens Ambient Screen Intelligence, ähnlich der umstrittenen Recall-Funktion von Microsoft. NanoKVM-Go+ hält den Bildschirmverlauf kontinuierlich fest, speichert diesen lokal bis zu 180 Tage lang und macht die Aufnahmen per Textsuche auffindbar. Die Verarbeitung läuft nach Angaben des Herstellers komplett auf dem Gerät, ohne Cloud oder Abo.
Preise und Verfügbarkeit
Die Kampagne läuft auf Kickstarter und hat ihr Finanzierungsziel von rund 6.000 US-Dollar bereits übertroffen. Für die Frühbucher nennt Sipeed 69 US-Dollar für das NanoKVM-Go und 99 US-Dollar für das NanoKVM-Go+. Nach der Kampagne sollen die regulären Preise laut Hersteller bei 89 sowie 129 US-Dollar liegen. Der Versand liegt international bei rund 20 US-Dollar. Als Liefertermin nennt Sipeed den August 2026.
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