Sammelklage gegen Anthropic: Liefert Claude Max zu wenig für 200 US-Dollar?
KI-generiert mit ChatGPT
Ein Kläger aus Washington wirft Anthropic vor, dass die Claude-Max-Tarife deutlich weniger Nutzung bieten, als die Bezeichnungen „5x” und „20x” versprechen. Mitte Juni 2026 landete eine Sammelklage vor dem US-Bundesgericht in Nordkalifornien. Der Fall gehört zu den ersten Verfahren, die sich mit intransparenten Nutzungslimits bei KI-Diensten befassen. Die Vorwürfe sind bislang nicht bewiesen. Anthropic äußerte sich dazu nicht.
Der Fall heißt Kahn gegen Anthropic PBC. Kläger ist Karl Kahn, ein Nutzer aus Washington, D.C. Er hatte im Juni 2025 zunächst den günstigen Pro-Tarif abonniert. Im Januar 2026 wechselte er auf Max 5x, im April 2026 dann zum Programmieren mit Claude Code auf den höchsten Einzeltarif Max 20x. Nach Darstellung der Klage zahlte er für beide Upgrades zu viel. Sobald Kahn seine Limits erreichte, wurden von ihm wiederholt Zusatzkontingente gebucht. Die wöchentlichen Grenzen seien fast sofort erreicht gewesen: Eine einzige fünfstündige Arbeitssitzung soll 15 % seines Wochenkontingents verbraucht haben.
Worum es in der Klage geht
Anthropic verkauft Privatpersonen drei kostenpflichtige Stufen. Der Einstieg Claude Pro kostet rund 17 bis 20 US-Dollar im Monat. Darüber liegen die beiden Max-Tarife: Max 5x für 100 US-Dollar und Max 20x für 200 US-Dollar im Monat. Die Namen sollen signalisieren, was die Tarife leisten. Max 5x bewirbt das Fünffache der Pro-Nutzung pro Sitzung, Max 20x das Zwanzigfache.
Genau diese Rechnung hält laut Klage nicht. Die Klageschrift behauptet, der Max-20x-Tarif liefere tatsächlich nur das Sechs- bis Achtfache der Pro-Nutzung. Das ist weniger als die Hälfte des beworbenen Werts. Beim Max 5x sollen es statt des Fünffachen nur etwa dreieinhalb Mal so viel sein. Kahn argumentiert, der versprochene 20-fache Sprung sei bei längeren Programmiersitzungen nie erreichbar gewesen. Zusätzlich bewerbe Anthropic den 200-Dollar-Tarif fälschlicherweise mit einer Ersparnis von 50 %.
Dazu kommt der Vorwurf der Intransparenz. Bei Anthropic greifen zwei Limits gleichzeitig, ein Fünf-Stunden-Limit und eine zusätzliche Wochenbegrenzung. Keine der beiden Grenzen sei für Nutzer klar nachvollziehbar gewesen, so die Klage. Ein Dashboard, das den Verbrauch in Echtzeit anzeigt, fehle. Damit könnten Abonnenten nicht überprüfen, ob sie die zugesagte Leistung tatsächlich erhalten.
Die Klageschrift stützt sich auch auf E-Mails, die Anthropic im Juli 2025 an Max-Abonnenten verschickt haben soll. Darin habe das Unternehmen die wöchentlich zu erwartenden Nutzungsmengen pro Modell aufgeschlüsselt. Diese Werte lagen laut Klage „weit unter dem beworbenen Umfang”. Vertreten wird Kahn von der Kanzlei Vaca Daffan LLP. Gründungspartnerin Kati Daffan verweist auf die Rechtslage. Laut Daffan verlangt das Gesetz von Unternehmen ehrliche Werbung. Andernfalls drohen Haftung und Rückerstattung an die Kunden, so die Anwältin gegenüber dem Magazin Decrypt.
Wer klagen kann und was gefordert wird
Die Klage strebt den Status einer Sammelklage an. Vertreten werden sollen alle US-Käufer der Tarife Max 5x und Max 20x seit dem 9. April 2025. Gefordert werden Rückerstattung sowie Schadenersatz, beziffert auf über fünf Millionen US-Dollar. Die Klage stützt sich auf Kaliforniens Verbraucherschutzgesetz und das dortige Gesetz gegen irreführende Werbung. Hinzu kommen fahrlässige Falschangabe und Vertragsbruch. Außerdem soll das Gericht feststellen, dass die Vermarktung der Tarife irreführend war.
Die Wochengrenzen sind kein neues Phänomen. Anthropic hatte sie Ende August 2025 eingeführt. Auslöser waren einzelne Power-User, die Claude Code praktisch rund um die Uhr im Hintergrund laufen ließen. Das Unternehmen begründete den Schritt damals damit, dass weniger als 5 % der Nutzer betroffen seien. Wie extrem solche Dauernutzung ausfallen kann, zeigte der Fall, in dem Steinbergers Token-Rechnung 1,3 Millionen Dollar in 30 Tagen erreichte. Seitdem ist die Unzufriedenheit gewachsen, vor allem in Entwicklerforen.
Server, KI-Modelle und Recherche kosten Geld. ClawNews ist unabhängig — hilf mit, dass das so bleibt.



