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Phishing-Kampagne lockt OpenClaw-Entwickler mit gefälschten Token-Airdrops in die Falle

Stephan Skrobisch 27. März 2026 4 Min.

Die israelische Sicherheitsfirma OX Security hat eine aktive Phishing-Kampagne aufgedeckt, die gezielt OpenClaw-Entwickler über GitHub angreift. Die Angreifer legen gefälschte Accounts an und eröffnen in eigenen Repositories Issues, in denen sie getaggten Entwicklern 5.000 US-Dollar in einem erfundenen „$CLAW“-Token versprechen. Der Link führt zu einer nahezu identischen Kopie von openclaw.ai mit einem zusätzlichen „Connect your wallet“-Button. Einen offiziellen $CLAW-Token gibt es nicht. OpenClaw ist ein nicht-kommerzieller Open-Source-KI-Agent.

OX Security veröffentlichte den Bericht am 19. März 2026. Bisher sind weder bestätigte Opfer noch gestohlene Gelder bekannt.

Wie funktioniert die Phishing-Kampagne?

Die Angreifer gehen gezielt vor. Sie erstellen kurzlebige GitHub-Accounts, legen eigene Repositories an und eröffnen dort Issues. In diesen Issues taggen sie zahlreiche Entwickler mit einer Nachricht wie: „Appreciate for your contributions on GitHub. We analyzed profiles and chosen developers to get OpenClaw allocation.

Die Nachricht verspricht eine Zuteilung von 5.000 US-Dollar in „$CLAW“-Token. Der enthaltene Link führt über einen Google-Redirect zu der Domain token-claw[.]xyz. Dort wartet eine fast perfekte Kopie der offiziellen OpenClaw-Webseite. Die geklonte Seite unterscheidet sich nur durch einen zusätzlichen „Connect your wallet“-Button. Besagte Funktion unterstützt MetaMask, WalletConnect, Trust Wallet und weitere Kryptowallets (digitale Geldbörsen für Kryptowährungen). Wer sein Kryptowallet verbindet, gewährt den Angreifern unter anderem Zugriff auf Transaktionsgenehmigungen.

⚠️ Warnung

OX Security empfiehlt, die Domains token-claw[.]xyz und watery-compost[.]today in allen Umgebungen zu blockieren. Wer kürzlich ein Kryptowallet mit einer unbekannten Seite verbunden hat, sollte alle Genehmigungen sofort widerrufen.

Die Angreifer nutzen vermutlich die Sterne-Funktion auf GitHub. So identifizieren sie Entwickler, die OpenClaw-Repositories markiert haben. Das macht die Nachricht glaubwürdiger, weil die Empfänger tatsächlich mit dem Projekt interagiert haben. Ein ähnliches Vorgehen kennen wir von einer Prompt-Injection-Attacke über GitHub-Issues. Bei Prompt Injection schleusen Angreifer schädliche Anweisungen in Texte ein, die ein KI-Agent verarbeitet. Im damaligen Fall kaperten sie so den KI-Coding-Agenten Cline.

Die gefälschten Accounts wurden innerhalb weniger Stunden nach dem Start der Kampagne gelöscht.

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Was steckt im Schadcode?

Die gesamte Logik zum Kryptowallet-Diebstahl steckt in der stark verschleierten JavaScript-Datei eleven.js. Nach der Entschlüsselung fanden die Forscher eine eingebaute „Nuke“-Funktion. Sie löscht nach dem Angriff alle Spuren aus dem lokalen Browser-Speicher, um forensische Analyse zu erschweren.

Die Schadsoftware verfolgt die Aktionen des Opfers über Befehle wie PromptTx, Approved und Declined. Kryptowallet-Adressen, Transaktionswerte und Account-Namen werden verschlüsselt an einen Steuerungsserver der Angreifer übermittelt. Dieser sogenannte Command-and-Control-Server lief auf der Domain watery-compost[.]today. OX Security identifizierte eine Kryptowallet-Adresse, die vermutlich den Angreifern gehört. Zum Zeitpunkt der Analyse hatte diese Adresse weder Gelder empfangen noch versendet.

Es gibt keinen offiziellen $CLAW-Token

Peter Steinberger warnte am 18. März 2026 auf X: „Folks, if you get crypto emails from websites claiming to be associated with openclaw, it’s ALWAYS a scam. We would never do that. The project is open source and non-commercial.

Es ist nicht der erste Krypto-Betrugsversuch im OpenClaw-Umfeld. Bereits im Januar hatte Steinberger auf X klargestellt: „I will never do a coin. Any project that lists me as coin owner is a SCAM.“ Im Februar folgte ein Verbot aller Krypto-Diskussionen im offiziellen OpenClaw-Discord. Zuvor hatten Betrüger einen gefälschten $CLAWD-Token beworben, der eine Marktkapitalisierung von 16 Millionen US-Dollar erreichte. Der Token verlor über 90 % seines Werts, nachdem Steinberger jede Verbindung dementierte.

Das Thema Krypto-Betrug im OpenClaw-Ökosystem hatten wir bereits bei der Entdeckung des ersten Kryptoskills auf dem ClawHub beleuchtet.

Was Entwickler tun sollten

GitHub-Issues, die Token-Airdrops oder Krypto-Belohnungen versprechen, sind grundsätzlich verdächtig. Das gilt besonders wenn sie von unbekannten Accounts stammen. Wer kürzlich ein Kryptowallet mit einer unbekannten Seite verbunden hat, sollte alle Genehmigungen sofort widerrufen. Warum KI-Agenten wie OpenClaw grundsätzlich ein anderes Sicherheitskonzept erfordern als klassische Software, haben wir in unserer Analyse zum Lethal Trifecta beschrieben.

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