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Patchday-Rekord durch KI: Microsoft schließt 570 Schwachstellen auf einmal

Stephan Skrobisch 20. Juli 2026 3 Min.

Microsoft hat am Juli-Patchday nach eigener Zählung 570 Sicherheitslücken geschlossen. Das ist fast das Dreifache des Vormonats. Laut Krebs on Security führt der Konzern die Flut auf Schwachstellen zurück, die eine künstliche Intelligenz gefunden hat. Zudem hat Microsoft angekündigt, dass auch künftige Patchdays ähnlich umfangreich ausfallen werden.

Warum die Zahl je nach Quelle schwankt

Die Zählung hängt von der Methodik ab. Krebs und BleepingComputer kommen auf 570. Der Sicherheitsdienstleister Zero Day Initiative zählt 621, der Security Update Guide von Microsoft nennt 622. Der Unterschied entsteht durch Produktvarianten und die Frage, ob Chromium-Lücken mitgezählt werden. Beim Patchday im Juni 2026 wurde mit rund 206 behobenen Schwachstellen bereits ein neuer Rekord aufgestellt.

Rekord-Patchday bei Microsoft: Rund 200 Schwachstellen inklusive Zero-Days
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Rekord-Patchday bei Microsoft: Rund 200 Schwachstellen inklusive Zero-DaysMicrosoft liefert zum Juni-Patchday 2026 den bislang größten Sicherheits-Release seiner Geschichte. Rund 200 Schwachstellen in Windows und anderen Microsoft-Produkten wurden geschlossen. Doch kaum waren die…16. Juni 2026

Knapp 60 der Schwachstellen gelten als kritisch. Auf Windows selbst entfallen 416 Einträge. Browser-Sicherheitslücken laufen separat und zählen nicht mit.

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Der KI-Scanner als Treiber

In einem Blogbeitrag vom 9. Juli 2026 kündigte Microsoft-Manager Pavan Davuluri ein höheres Volumen an Sicherheitsupdates pro Release an. Als Grund nennt er den Einsatz von KI bei der Suche nach Fehlern. Laut The Hacker News steckt dahinter ein System namens MDASH, das bereits im Mai 2026 für das Auffinden von 16 Schwachstellen verantwortlich war. Der Trend passt zu einer ganzen Serie an Vorfällen. Wir haben die kritische libssh2-Lücke mit öffentlichem Exploit bereits eingeordnet.

Kritische libssh2-Lücke: Proof-of-Concept-Exploit ist öffentlich
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Kritische libssh2-Lücke: Proof-of-Concept-Exploit ist öffentlichWie The Hacker News berichtet, wurde für eine kritische Sicherheitslücke in der weit verbreiteten Bibliothek libssh2 ein Proof of Concept veröffentlicht. Über die Schwachstelle CVE-2026-55200…2. Juli 2026

Drei Zero-Days, zwei davon aktiv ausgenutzt

Microsoft schloss drei Zero-Days, also Schwachstellen, die bereits vor Veröffentlichung der Patches bekannt waren. Zwei werden bereits aktiv ausgenutzt. Einer der drei Zero-Days trägt die standardisierte Kennung CVE-2026-56155 und betrifft die Active Directory Federation Services. Besagte Sicherheitslücke erlaubt eine lokale Rechteausweitung. Die zweite Lücke CVE-2026-56164 sitzt im SharePoint Server und lässt sich über das Netzwerk ohne Anmeldung ausnutzen.

Die Entdeckungen gehen auf verschiedene Sicherheitsteams zurück. Die ADFS-Lücke fand Microsofts eigenes Notfallteam DART. Die SharePoint-Lücke entdeckten laut The Hacker News Mandiant und Googles FLARE-Team.

Der dritte Zero-Day CVE-2026-50661 ist ein Bypass von BitLocker. Dieser war öffentlich bekannt, wird laut Microsoft aktuell aber nicht ausgenutzt. Laut Dark Reading hat die US-Behörde CISA die beiden missbrauchten Schwachstellen in ihren Katalog aufgenommen.

Der Exploitability-Index gerät ins Wanken

Microsoft bewertet Sicherheitslücken seit Jahren mit einem Exploitability-Index. Dieser schätzt, wie wahrscheinlich ein funktionierender Angriff ist. Satnam Narang vom Sicherheitsunternehmen Tenable hält diese Bewertung im KI-Zeitalter für fragil. Das Red Team von Anthropic testete Mythos Preview anhand von 14 solcher Lücken. Bei 13 davon gelang ein Machbarkeitsnachweis, obwohl eine erfolgreiche Ausnutzung als unwahrscheinlich galt.

Der Index bewertet die Angreifbarkeit aus Sicht eines Menschen. KI-Werkzeuge können diese Einschätzung jedoch grundlegend verändern. Wie riskant KI-Agenten mit Vollzugriff bereits heute sind, hat der Kriminalanalyst Mark T. Hofmann im Interview über den wilden Westen der KI eingeordnet.

Kriminalanalyst Dr. Hofmann über KI-Agenten: Wir sind im wilden Westen
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Kriminalanalyst Dr. Hofmann über KI-Agenten: Wir sind im wilden WestenWer einem KI-Agenten Vollzugriff auf seinen Rechner gibt, erzeugt damit ein besonders attraktives Ziel für Angreifer. Das sagt Dr. Mark T. Hofmann, Kriminal- und Kriminalanalyst…1. Juli 2026
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