OpenZeppelin-Mitgründer: DeFi ist auf KI-Agenten nicht vorbereitet
KI-generiert mit ChatGPT
Manuel Aráoz, Mitgründer und früherer Technikchef von OpenZeppelin, hält den gesamten DeFi-Sektor für unsicher. OpenZeppelin ist eines der bekanntesten Unternehmen für Smart-Contract-Audits. Hinter seiner Einschätzung steht eine These über KI: Programmieragenten sind beim Finden von Schwachstellen laut Aráoz inzwischen übermenschlich gut. Die Aussage ist eine persönliche Einschätzung eines Branchen-Insiders, keine technische Schwachstellenmeldung. Sie trifft trotzdem einen Nerv, der weit über Kryptowährungen hinausreicht.
- Was Manuel Aráoz gesagt hat
- Warum die Sicherheit von Smart Contracts so asymmetrisch ist
- Was KI-Agenten heute beim Bug-Finden leisten
- Übertreibung oder berechtigte Warnung?
- Was die Debatte über DeFi hinaus bedeutet
- Häufige Fragen
- Was hat der OpenZeppelin-Mitgründer über DeFi gesagt?
- Sind KI-Agenten beim Finden von Sicherheitslücken besser als Menschen?
- Was ist Claude Mythos?
OpenZeppelin prüft seit 2015 den Code hinter vielen der größten Krypto-Projekte. Wenn ausgerechnet einer der Gründer öffentlich zum Ausstieg rät, werden Entwickler aufmerksam.
Was Manuel Aráoz gesagt hat
Aráoz gründete OpenZeppelin 2015 gemeinsam mit dem heutigen CEO Demian Brener. Bis zu seinem Ausstieg 2019 war Aráoz dort Technikchef. CoinDesk hatte ihn zunächst als amtierenden Sicherheitschef bezeichnet und die Meldung später korrigiert. Seine Stimme hat Gewicht, auch ohne aktuelle Rolle bei der Firma.
Aráoz schrieb wörtlich einen viel zitierten Satz. „I now consider all of DeFi unsafe.“ DeFi steht für Decentralized Finance. Gemeint sind Finanzdienste wie Kredite oder der Handel mit Kryptowährungen, die ohne Bank direkt über Programme auf einer Blockchain laufen. Diese Programme heißen Smart Contracts.
Aráoz hat nach eigener Aussage Freunden und Familie geraten, alle DeFi-Positionen zu verlassen. Das schließt etablierte Protokolle wie Aave, MakerDAO und Compound ein, die OpenZeppelin in der Vergangenheit selbst auditiert hat.
Aráoz beschreibt damit seine private Empfehlung an nahestehende Personen. Das ist keine allgemeine Anlageempfehlung. ClawNews gibt auch keine solche Empfehlung ab.
Warum die Sicherheit von Smart Contracts so asymmetrisch ist
Aráoz eigentliches Argument liegt in der Struktur des Problems. Verteidiger müssen jede einzelne Codezeile absichern. Angreifer benötigen nur eine einzige ausnutzbare Schwachstelle. Diese Asymmetrie gibt es in jeder Software. Bei Smart Contracts wiegt diese jedoch schwerer.
Der Grund liegt in der Unveränderlichkeit. Ein veröffentlichter Smart Contract lässt sich oft nicht mehr nachträglich patchen. Jeder Fehler ist direkt in Geld umrechenbar, weil die Verträge Vermögenswerte verwalten. Ein klassisches Server-Programm bekommt ein Sicherheitsupdate. Ein fehlerhafter Vertrag wird leergeräumt.
Die Zahlen geben dem Befund Kontext. Laut Daten von DefiLlama gingen in den vergangenen zwölf Monaten über 1,1 Milliarden US-Dollar durch DeFi-Angriffe verloren. Der April 2026 war dabei besonders heftig. Nach Angaben von The Block flossen allein in diesem Monat rund 630 Millionen US-Dollar über mindestens 27 Vorfälle ab. Das war der schlimmste Monat für die DeFi-Sicherheit seit dem Bybit-Vorfall Anfang 2025.
Den größten Einzelschaden trug Kelp DAO mit rund 292 Millionen US-Dollar. Die Kelp-Rettung durch eine DeFi-Koalition haben wir bereits beschrieben.
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