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Nach Anthropic-Aufforderung: OpenCode entfernt alle Claude-Referenzen aus dem Code

Stephan Skrobisch 24. März 2026 3 Min.

Anthropic hat dem Open-Source-Coding-Tool OpenCode eine formelle Aufforderung zukommen lassen. Der von Anomaly Innovations entwickelte OpenCode ist ein Coding-Agent mit über 100.000 GitHub-Sternen, der über 75 KI-Modellanbieter unterstützt. Das Tool entfernte daraufhin alle Anthropic-spezifischen Referenzen aus seinem Code.

Was OpenCode entfernen musste

Am 19. März 2026 mergte OpenCode einen Pull Request auf GitHub, der die geforderten Änderungen umsetzte. Der Commit-Kommentar nennt als Grund „anthropic legal requests“. OpenCode entfernte insgesamt vier Bestandteile. Dazu zählen die Systemanweisung von Anthropic (eine Textdatei, die das Verhalten des KI-Modells steuert) sowie das Authentifizierungs-Plugin für Claude-Konten. Außerdem wurden der Beta-Header für Claude-Code-Anfragen und der Anthropic-Hinweis im Loginbereich gelöscht.

Warum Anthropic den Zugang sperrte

Die rechtliche Aufforderung ist der jüngste Schritt in einem Konflikt, der seit Januar 2026 anhält. Am 9. Januar sperrte Anthropic den Zugang für Drittanbieter-Tools, die Claude-Abonnement-Tokens verwenden. Am 19. Februar formalisierte Anthropic das Verbot in den aktualisierten Nutzungsbedingungen.

Das Problem war, dass OpenCode HTTP-Header nutzt, die denen von Claude Code entsprachen. Die Server von Anthropic behandelten die Anfragen dadurch wie offizielle Anfragen. Nutzer waren so in der Lage, ihr Claude-Max-Abonnement für 200 US-Dollar pro Monat mit OpenCode zu nutzen. Künftig ist nur noch der Zugriff über die deutlich teurere API möglich.

Anthropic argumentiert, dass Drittanbieter-Tools ungewöhnliche Traffic-Muster erzeugen und das Debugging erschweren. DHH, der Erfinder von Ruby on Rails, nannte die Sperre auf X „very customer hostile“. OpenAI ging den entgegengesetzten Weg und erlaubte Codex-Abonnements explizit in Drittanbieter-Tools.

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Was bedeutet das für OpenClaw?

OpenClaw ist von der Sperre nicht direkt betroffen, weil der Agent von Anfang an unabhängig von einem bestimmten Modell gebaut wurde (modellagnostisch). OpenClaw funktioniert mit jedem OpenAI-kompatiblen Endpunkt. Wer Claude über die API nutzt, kann das auch weiterhin. Betroffen waren nur Tools, die Abonnement-Tokens statt API-Keys verwendeten.

Die Debatte zeigt eine grundsätzliche Spannung zwischen Modellanbietern und Open-Source-Tools. Anthropic will kontrollieren, wie Claude genutzt wird. OpenAI öffnet seine Plattform bewusst für Drittanbieter. Beide Strategien haben Konsequenzen für Entwickler, die auf Modellfreiheit angewiesen sind.

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