OpenClaw und die Sicherheitsfrage: Wie gefährlich ist ein KI-Agent mit Vollzugriff?
KI-generiert mit Sora
Bei OpenClaw ist es möglich, dem KI-Agenten Vollzugriff auf den eigenen Rechner zu geben. Seit dem Start im Januar 2026 wurden bislang neun Sicherheitslücken offengelegt und über 1.100 manipulierte Erweiterungen auf ClawHub entdeckt. Dazu kamen mehr als 30.000 ungeschützte Instanzen, die über das Internet erreichbar waren.
- Was OpenClaw darf
- Warum hat ein Hobbyprojekt so viele Sicherheitslücken?
- Welche Sicherheitsvorfälle gab es bei OpenClaw?
- Was bedeutet das in der Praxis?
- Warum ist Prompt Injection das größte Risiko?
- Häufige Fragen
- Ist OpenClaw sicher?
- Wie schütze ich mich bei der Nutzung von OpenClaw?
- Sind die bekannten Sicherheitslücken in OpenClaw behoben?
Klingt dramatisch. Ist es auch, wenn man den Agenten ungeschützt auf dem eigenen Hauptrechner mit allen Passwörtern betreibt. Wer OpenClaw dagegen auf einem isolierten System hinter der Firewall laufen lässt, installiert ein kontrollierbares Risiko.
Was OpenClaw darf
Der vom österreichischen Entwickler Peter Steinberger gestartete KI-Agent OpenClaw läuft lokal auf dem eigenen Rechner und steuert diesen eigenständig. Der Agent kann auf Dateien zugreifen und sie verändern, Programme installieren, Shell-Befehle ausführen, den Browser steuern und über Messenger wie WhatsApp oder Telegram kommunizieren. In vielen Setups hat OpenClaw dabei sogenannte Root-Rechte. Das bedeutet volle Administratorrechte auf einem Computer. Vergleichbar mit einem Generalschlüssel, der jede Tür im Gebäude öffnet. Mit diesen Rechten gibt es keine Einschränkungen mehr: Der Agent darf alles.
Die offizielle Sicherheitsdokumentation macht keinen Hehl daraus: Es gibt kein „perfekt sicheres“ Setup. Das klingt beunruhigend. Das Projekt kommuniziert damit aber ehrlicher als die meisten kommerziellen KI-Dienste. OpenClaw sagt offen, welche Risiken bestehen.
Warum hat ein Hobbyprojekt so viele Sicherheitslücken?
Peter Steinberger hat OpenClaw an einem Wochenende im November 2025 gebaut. Per Vibe Coding, also mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz. Vibe Coding beschreibt einen Entwicklungsprozess, bei dem ein Mensch die Richtung vorgibt und eine KI den Großteil des Codes schreibt.
Das Ergebnis war ein Prototyp, ein Experiment beziehungsweise eine Spielwiese. Steinberger selbst schrieb in seinem Blog: „I wanted to have fun and inspire people.“ Also kein Produkt launchen, keine Firma gründen.
Dass ein Prototyp nicht 100% rund läuft, überrascht niemanden, der schon einmal eine Beta-Version installiert hat. Apples iOS 17.3 Beta 2 schickte im Januar 2024 iPhones in endlose Neustartschleifen. Apple musste das Update zurückziehen.
Microsofts Windows-11-Update KB5043145 verursachte im September 2024 Bluescreens und Neustartschleifen. Microsoft musste das Update ebenfalls zurückziehen. Das sind Konzerne mit QA-Ingenieuren und Milliarden-Budgets. OpenClaw war zu dem Zeitpunkt ein Ein-Mann-Projekt das über Nacht viral ging und innerhalb weniger Tage über 100.000 Sterne auf GitHub einsammelte. Besagte Sterne funktionieren ähnlich wie Likes auf Instagram: Sie zeigen, wie viele Entwickler ein Projekt spannend finden.
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