OpenClaw SOUL.md schreiben: So steuerst du deinen Agenten
KI-generiert mit Sora
Die SOUL.md ist die wichtigste Konfigurationsdatei im OpenClaw-Ökosystem. Sie bestimmt, wer dein Agent ist, wie er kommuniziert und wo seine Grenzen liegen. Vor jeder Nachricht lädt der Agent diese Datei in seinen System Prompt. Er liest sich damit sozusagen selbst in seine Existenz. Wir zeigen dir Schritt für Schritt, wie du eine zielführende SOUL.md schreibst. Wer die Hintergründe von OpenClaw noch nicht kennt, sollte dem Link folgen und erst dann hier weitermachen.
- Was ist die SOUL.md?
- Die sechs Abschnitte einer SOUL.md
- 1. Opening: Wer bist du?
- 2. Core Truths: Woran glaubst du?
- 3. Boundaries: Was tust du nicht?
- 4. Vibe: Wie klingst du?
- 5. Continuity: Wie erinnerst du dich?
- 6. Closing: Einladung zur Weiterentwicklung
- Schritt für Schritt: Die erste SOUL.md schreiben
- Identität festlegen
- Werte definieren
- Kommunikationsstil bestimmen
- Grenzen setzen
- Testen und anpassen
- Fortgeschrittene Techniken
- Persönlichkeit per Zeitplan wechseln
- Mehrere Agenten mit eigener Persönlichkeit
- SOUL.md mit Git versionieren
- Heartbeat und SOUL.md
- Häufige Fehler
- Häufige Fragen
- Wo liegt die SOUL.md?
- Kann der Agent seine SOUL.md selbst ändern?
- Wie lang sollte eine SOUL.md sein?
OpenClaw ist installiert und läuft (→ unser Ubuntu-Tutorial). Du hast einen API-Key für ein Sprachmodell wie Claude oder GPT. Grundlegendes Verständnis von Prompting hilft, ist aber keine Pflicht.
Was ist die SOUL.md?
Die SOUL.md ist eine einfache Textdatei im Markdown-Format. Sie liegt unter ~/.openclaw/workspace/SOUL.md und wird vor jeder Nachricht automatisch geladen. Als System-Prompt bezeichnet man die Anweisung, die das Modell vor der eigentlichen Konversation erhält. Dahinter steckt kein spezielles Training und kein Fine-Tuning. Die gesamte Persönlichkeit des Agenten basiert auf diesem einen Textdokument.
Stell dir die SOUL.md wie eine Stellenbeschreibung vor. Ein neuer Mitarbeiter bekommt am ersten Tag ein Dokument mit seiner Rolle, seinen Aufgaben und den Erwartungen, die an ihn gestellt werden. Dein Agent bekommt bei jedem Start die SOUL.md. Je präziser diese Beschreibung ist, desto besser arbeitet der eigene Agent.
OpenClaw trennt dabei bewusst zwischen verschiedenen Konfigurationsdateien:
| Datei | Aufgabe |
|---|---|
| SOUL.md | Interne Persönlichkeit: Werte, Ton, Grenzen |
| IDENTITY.md | Externe Darstellung: Name, Emoji, Avatar |
| AGENTS.md | Operative Anweisungen: Was der Agent tun soll |
| USER.md | Informationen über dich als Nutzer |
| TOOLS.md | Verfügbare Werkzeuge und lokale Konventionen |
| MEMORY.md | Langzeitgedächtnis über Sitzungen hinweg |
Die Trennung folgt einem klaren Prinzip. Die SOUL.md definiert, wer der Agent ist. Die IDENTITY.md bestimmt, wie er auftritt. Ein Agent kann intern präzise und sachlich arbeiten, nach außen aber mit einem lockeren Spitznamen und einem Emoji auftreten. Wer sich tiefer mit den Prinzipien beschäftigen will, findet in unserem Artikel über Prompt Engineering für KI-Agenten die Grundlagen. Die SOUL.md ist angewandtes Context Engineering. Context Engineering beschreibt den Ansatz, einem KI-Agenten nicht nur einzelne Anweisungen zu geben, sondern seinen gesamten Informationskontext gezielt zu gestalten.
Server, KI-Modelle und Recherche kosten Geld. ClawNews ist unabhängig — hilf mit, dass das so bleibt.
