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OpenClaw SOUL.md schreiben: So steuerst du deinen Agenten

Stephan Skrobisch 23. März 2026 8 Min.

Die SOUL.md ist die wichtigste Konfigurationsdatei im OpenClaw-Ökosystem. Sie bestimmt, wer dein Agent ist, wie er kommuniziert und wo seine Grenzen liegen. Vor jeder Nachricht lädt der Agent diese Datei in seinen System Prompt. Er liest sich damit sozusagen selbst in seine Existenz. Wir zeigen dir Schritt für Schritt, wie du eine zielführende SOUL.md schreibst. Wer die Hintergründe von OpenClaw noch nicht kennt, sollte dem Link folgen und erst dann hier weitermachen.

⚠️ Voraussetzungen

OpenClaw ist installiert und läuft (→ unser Ubuntu-Tutorial). Du hast einen API-Key für ein Sprachmodell wie Claude oder GPT. Grundlegendes Verständnis von Prompting hilft, ist aber keine Pflicht.

Was ist die SOUL.md?

Die SOUL.md ist eine einfache Textdatei im Markdown-Format. Sie liegt unter ~/.openclaw/workspace/SOUL.md und wird vor jeder Nachricht automatisch geladen. Als System-Prompt bezeichnet man die Anweisung, die das Modell vor der eigentlichen Konversation erhält. Dahinter steckt kein spezielles Training und kein Fine-Tuning. Die gesamte Persönlichkeit des Agenten basiert auf diesem einen Textdokument.

Stell dir die SOUL.md wie eine Stellenbeschreibung vor. Ein neuer Mitarbeiter bekommt am ersten Tag ein Dokument mit seiner Rolle, seinen Aufgaben und den Erwartungen, die an ihn gestellt werden. Dein Agent bekommt bei jedem Start die SOUL.md. Je präziser diese Beschreibung ist, desto besser arbeitet der eigene Agent.

OpenClaw trennt dabei bewusst zwischen verschiedenen Konfigurationsdateien:

DateiAufgabe
SOUL.mdInterne Persönlichkeit: Werte, Ton, Grenzen
IDENTITY.mdExterne Darstellung: Name, Emoji, Avatar
AGENTS.mdOperative Anweisungen: Was der Agent tun soll
USER.mdInformationen über dich als Nutzer
TOOLS.mdVerfügbare Werkzeuge und lokale Konventionen
MEMORY.mdLangzeitgedächtnis über Sitzungen hinweg

Die Trennung folgt einem klaren Prinzip. Die SOUL.md definiert, wer der Agent ist. Die IDENTITY.md bestimmt, wie er auftritt. Ein Agent kann intern präzise und sachlich arbeiten, nach außen aber mit einem lockeren Spitznamen und einem Emoji auftreten. Wer sich tiefer mit den Prinzipien beschäftigen will, findet in unserem Artikel über Prompt Engineering für KI-Agenten die Grundlagen. Die SOUL.md ist angewandtes Context Engineering. Context Engineering beschreibt den Ansatz, einem KI-Agenten nicht nur einzelne Anweisungen zu geben, sondern seinen gesamten Informationskontext gezielt zu gestalten.

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