OpenClaw-Boom in China: Wie ein Hummer ein ganzes Land erobert
KI-generiert mit Sora
Der KI-Agent OpenClaw ist in China zum Massenphänomen geworden. Tausende stehen vor den Büros der großen Tech-Konzerne Schlange, um sich die Software installieren zu lassen. Tencent, ByteDance, Baidu und Alibaba bauen eigene Versionen. Aktienkurse schießen in die Höhe. Auf E-Commerce-Plattformen verdienen Installateure Zehntausende US-Dollar in wenigen Tagen. Was als Hobbyprojekt des österreichischen Entwicklers Peter Steinberger begann, hat in China eine Dynamik erreicht, die in der Open-Source-Welt selten ist.
- Tausende stehen Schlange für eine Open-Source-Software
- Eine ganze Industrie entsteht über Nacht
- Jeder Tech-Gigant baut seinen eigenen Hummer
- Warum der Boom gerade in China so schnell passiert
- Nicht ohne Spannungen
- Häufige Fragen
- Was bedeutet „Hummer züchten" im Zusammenhang mit OpenClaw?
- Was ist QClaw?
- Warum ist OpenClaw in China so beliebt?
Tausende stehen Schlange für eine Open-Source-Software
Am 7. März 2026 stellten Ingenieure von Tencent Cloud Klapptische vor dem Firmenhauptquartier im Shenzener Stadtteil Nanshan auf. Sie brachten Laptops, Verlängerungskabel und handgeschriebene Schilder mit. Dann kamen die Menschen. Fast 1.000 Leute standen in der Schlange, um den KI-Agenten OpenClaw kostenlos auf ihren Rechnern einrichten zu lassen. Die Warteschlange bestand laut South China Morning Post aus Hobby-Entwicklern, pensionierten Raumfahrtingenieuren, Hausfrauen, Studenten und KI-Enthusiasten. Die Terminslots waren laut HelloChinaTech innerhalb einer Stunde komplett ausgebucht.
In China hat sich für die Nutzung von OpenClaw der Spitzname „Hummer züchten“ etabliert. Auf Chinesisch heißt es 小龙虾 (Xiaolongxia, wörtlich: kleiner Flusskrebs). Der Name spielt auf das Hummer-ähnliche Maskottchen des Projekts an. Der Hype geht weit über die Entwickler-Community hinaus. Laut MIT Technology Review fanden allein am ersten März-Wochenende in Shenzhen drei selbstorganisierte OpenClaw-Events mit jeweils über 500 Teilnehmern statt. Das größte am 7. März zog über 1.000 Besucher an. Die Menschen standen Schulter an Schulter, viele fanden keinen Sitzplatz mehr.
Henry Li, ein Pekinger Software-Ingenieur, sagte gegenüber MIT Technology Review: „Erst als mein 77-jähriger Vater mich bat, ihm einen Hummer zu installieren, wurde mir klar, wie viral das Ganze geworden ist.„
Eine ganze Industrie entsteht über Nacht
Die technische Hürde bei der Installation von OpenClaw hat ein eigenes Geschäftsmodell geschaffen. Auf den E-Commerce-Plattformen Taobao und JD.com finden sich Hunderte Angebote für Installationshilfe. Die Preise reichen laut MIT Technology Review von umgerechnet 15 bis 100 US-Dollar. Am oberen Ende kommen Techniker persönlich vorbei. Laut Trending Topics verdienten einzelne Installateure in wenigen Tagen bis zu 260.000 Yuan, umgerechnet rund 36.000 US-Dollar. JD.com bietet mittlerweile einen offiziellen Service an. Für 399 Yuan (58 US-Dollar) hilft ein Techniker des Lenovo-Wartungsdienstes Baiying bei der Einrichtung, wie CNBC berichtet. Auf Alibabas Secondhand-Plattform Xianyu finden sich inzwischen aber auch kostenpflichtige Deinstallations-Services. Die Nachfrage treibt den Handel an.
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