OpenClaw 2026.5.5 und 5.6: Ein Hotfix in unter zehn Stunden
KI-generiert mit ChatGPT
OpenClaw hat am 6. Mai 2026 die Versionen 2026.5.5 und 2026.5.6 veröffentlicht. 5.6 ist ein Hotfix, der eine fehlerhafte Doctor-Reparatur an Codex-OAuth-Routen behebt. Zwischen beiden Releases liegen rund neun Stunden.
– Die Version 5.5 konzentriert sich vollständig auf die Fehlerbehebungen. Schwerpunkte sind Channels, Plugins und Provider-Härtung.
– Eine Doctor-Reparatur in 5.5 schreibt valide `openai-codex/*`-Routen auf `openai/*` um. Dadurch funktionieren bestehende ChatGPT-OAuth-Setups nicht mehr.
– 5.6 liefert einen entsprechenden Fix.
Der erwähnte Bug betrifft den KI-Agenten OpenClaw immer dort, wo die Subscription-Route über Codex-OAuth lief. Wer 5.5 schon installiert hat, sollte den Standardmodellpfad prüfen.
Was die Version 5.5.2026 mitbringt
Version 5.5.2026 ist kein Feature-Release, sondern behebt diverse Fehler. Der Großteil der Änderungen betrifft Channels, das Plugin-System und die Control-UI.
Bei den Channels räumt das Update mehrere länger bestehende Probleme aus dem Weg. Feishu ergänzt fehlende Topic-IDs nun vor dem Session-Routing. LINE lehnt jetzt Webhook-Konfigurationen mit dmPolicy: "open" ohne Wildcard-Eintrag ab.
Die Messung von Heartbeat-Timeouts bei Discord wurde optimiert. Der Heartbeat ist das regelmäßige Lebenszeichen, mit dem Server und Client prüfen, ob die Verbindung noch steht. Befehle als Klartext wie /steer laufen wieder durch die normale Autorisierung. Slack erhält strukturierte Reconnect-Logs.
Die Control-UI bekommt einen kompakten Disclosure für die Compaction-Anzahl. Die Sessions-Tabelle beinhaltet jetzt eine Runtime-Spalte. Zudem werden Lebenszyklus-Hooks bei der Session-Erstellung stabiler. Außerdem zeigt /status die Gateway- sowie die Host-Uptime.
Auf Provider-Seite sendet OpenClaw keine OpenAI-Reasoning-Parameter mehr an die nativen Grok-Modelle von xAI. Die alten Werte führten bei xai/grok-4.3 zu Fehlern wegen ungültiger Reasoning-Efforts. Bei Fireworks werden für Kimi-K2.5 und K2.6 keine Reasoning-Parameter mehr gesetzt, da die API sie zurückweist.
Auch beim Update-Pfad für Plugins gibt es eine wichtige Änderung. Host-Updates berücksichtigen jetzt offizielle npm- und ClawHub-Plugins. Das gilt auch wenn sie deaktiviert oder vorher gepinnt waren. Drittanbieter-Pins bleiben unangetastet. Beispiele für offizielle Plugins sind Codex, Discord, WhatsApp und Diagnostics.
Warum war das Update fehlerhaft?
Die kritische Stelle steckt in einer Doctor-Reparatur für Codex-OAuth-Routen. Was harmlos klingt, hat funktionierende Setups gebrickt.
Um den Vorfall einzuordnen, lohnt ein Blick auf die Modell-Refs in OpenClaw. Es gibt drei Wege, GPT-5.5 anzusprechen. Zum einen via openai-codex/gpt-5.5, das ist die OAuth-Route über die OpenClaw-eigene Pi-Runtime mit ChatGPT-Subscription. Zum anderen steht openai/gpt-5.5 mit agentRuntime.id: "codex" zur Verfügung. Hierbei handelt es sich um die native Codex-Runtime mit derselben Subscription. Last but not least ist es möglich, openai/gpt-5.5 ohne Override zu nutzen. Der Zugriff erfolgt direkt über den eigenen API-Key auf die OpenAI-API inklusive tokenbasierter Abrechnung.
Die Doctor-Reparatur in 5.5.2026 sollte „veraltete“ Pfade säubern und schrieb dabei valide openai-codex/*-Routen auf openai/* um. OAuth-Setups mit GPT-5.5 brickten dadurch oder Nutzer landeten unbeabsichtigt auf der OpenAI-API-Key-Route. Wer keinen API-Key hinterlegt hatte, sah keine Antworten mehr. Wer einen hinterlegt hatte, wechselte ungewollt auf die Token-Abrechnung statt auf die Subscription.
Der Bugreport trägt die Nummer #78407 im OpenClaw-Repository. Auf macOS hat der launchd-Handoff nach dem Update auf die Version 5.5.2026 automatisch openclaw doctor --non-interactive --fix ausgeführt.
Wie die Version 5.6.2026 den Fehler behebt
Rund neun Stunden nach dem Release der 5.5.2026 erschien Version 2026.5.6 als reiner Hotfix. Die fehlerhafte Anpassung wurde vollständig zurückgerollt.
Wer durch 5.5.2026 sein Standardmodell verloren hat, kann es mit einem einzelnen Befehl wiederherstellen. openclaw models set openai-codex/gpt-5.5 && openclaw config validate setzt die Codex-OAuth-Route. Die Recovery-Schritte finden sich auch in der OpenClaw-Dokumentation unter docs.openclaw.ai/providers/openai#check-and-recover-codex-oauth-routing.
Außerdem enthält die Version 5.6.2026 drei weitere Korrekturen. Bei Plugins/runtime fetch werden Symbol-Metadaten aus Header-Dictionaries entfernt, bevor sie an native fetch oder Headers übergeben werden. Das schließt Issue #77846. Der Debug-Proxy normalisiert erfasste Header-Wörterbücher, bevor Anfragen erneut gesendet werden. Aufrufe von Web-Fetch bekommen einen begrenzten Cleanup nach Timeouts. Abgelaufene Anfragen liefern dadurch Tool-Fehler statt blockierte Gateway-Lanes.
Was Admins jetzt prüfen sollten
Wer die Version 5.5.2026 noch nicht installiert hat, kann direkt auf 5.6.2026 aktualisieren. Wer 5.5.2026 bereits installiert hat, sollte zwei Dinge prüfen:
Zeigt openclaw models list das aktuelle Standardmodell. Steht dort openai/gpt-5.5 ohne Codex-Runtime, hat der Patch funktioniert. Eine zweite Quelle ist openclaw doctor --deep. Dort lassen sich die zuletzt durchgeführten Auto-Reparaturen einsehen.
Bei betroffenen Setups setzt der Recovery-Befehl die Konfiguration zurück. Anschließend sollte ein Update auf 2026.5.6 die fehlerhaften Anpassungen beheben.
Warum ein schnelles Release-Tempo zum Risiko wird
Doctor-Reparaturen sind ein nützliches Werkzeug. Sie beheben den Drift zwischen Plugin-Records, Disk-Realität und Konfigurationsdateien. Das automatische Umschreiben von Auth-Konfigurationen ist dagegen heikel. Sobald Modell-Refs unterschiedliche Abrechnungs- und Auth-Pfade implizieren, kann eine gut gedachte Aufräumaktion direkt die Subscription-Kostenlogik zerstören.
Die schnelle Reaktion innerhalb eines Werktags zeigt das Release-Tempo, das OpenClaw seit dem Frühjahr fährt. Anfang April hatten wir bereits einen Security-Sprint mit vier Releases in fünf Tagen dokumentiert. Auch zwischen 2026.5.4 und 5.6.2026 lagen wenige Tage. Was für Stabilität sorgen soll, kann durch eine zu hohe Geschwindigkeit selbst zum Risiko werden.
Für Admins lautet die operative Konsequenz: Auto-Repair benötigt Telemetrie. Wer in produktiven Setups mit Subscription-Auth arbeitet, sollte Modell-Refs nach jedem Update aktiv prüfen. Eine harte Trennung zwischen OAuth- und API-Key-Pfaden in der Konfiguration würde Vorfälle wie diesen reduzieren. Eine Garantie ist sie nicht.
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