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OpenClaw 2026.4.2: Task Flow orchestriert Hintergrundaufgaben und Provider werden abgesichert

Stephan Skrobisch 7. April 2026 5 Min.

OpenClaw v2026.4.2 bringt mit Task Flow ein dauerhaftes Orchestrierungssystem für Hintergrundaufgaben und härtet gleichzeitig die Kommunikation mit Sprachmodell-Anbietern ab. Der nicht-kommerzielle KI-Agent liefert damit den vierten Release innerhalb von sechs Tagen. 27 Entwickler haben zu diesem Update beigetragen.

Was steckt hinter Task Flow?

Bisherige Hintergrundaufgaben in OpenClaw liefen ohne zentrale Steuerung. Jeder Task existierte für sich. Version 2026.4.2 ändert das grundlegend. Task Flow ist ein dauerhaftes Orchestrierungssystem, das mehrere Aufgaben zu einem übergeordneten Ablauf zusammenfasst. Der Zustand jedes Ablaufs wird dauerhaft gespeichert und überlebt damit auch einen Neustart des Gateway.

Entwickler steuern Task Flows über drei neue CLI-Befehle: openclaw flows list, openclaw flows show und openclaw flows cancel. Damit lassen sich Abläufe inspizieren und bei Bedarf abbrechen. Besonders relevant für komplexere Szenarien ist die neue Unterscheidung zwischen „managed“ und „mirrored“ als Sync-Modus. Im Managed-Betrieb steuert OpenClaw den gesamten Ablauf selbst. Im Mirrored-Verfahren synchronisiert der Agent externe Aufgaben, ohne sie direkt zu kontrollieren.

Plugins und vertrauenswürdige Erweiterungen können über die neue Schnittstelle api.runtime.taskFlow eigene Task Flows erstellen und steuern. Wer etwa eine CI/CD-Pipeline über OpenClaw koordinieren möchte, nutzt diesen Einstiegspunkt.

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Warum wurde die Provider-Kommunikation gehärtet?

Der zweite Schwerpunkt des Release betrifft die Absicherung der Verbindungen zwischen OpenClaw und den Sprachmodell-Anbietern. Insgesamt sechs Commits von Contributor @vincentkoc zentralisieren die Authentifizierung, Proxy-Konfiguration und TLS-Einstellungen für alle HTTP-, Stream- und WebSocket-Verbindungen.

Bisher verteilte sich diese Logik über mehrere Codepfade. Ein Proxy-Endpunkt konnte unter bestimmten Umständen unsichere TLS-Einstellungen vom eigentlichen Zielserver übernehmen. Version 2026.4.2 trennt diese Pfade sauber. Proxy-TLS und Ziel-TLS sind jetzt voneinander isoliert.

Besonders betroffen ist der Copilot-Provider von GitHub. Die Erkennung nativer Copilot-API-Hosts wurde in einen zentralen Resolver verschoben. Fehlerhafte Token-basierte Proxy-Hinweise führen jetzt zu einem kontrollierten Abbruch statt zu stillem Fehlverhalten. Auch für Anthropic gibt es eine eigene Absicherung: Proxied oder gefälschte Hosts erben keine nativen Anthropic-Standardwerte mehr.

Was ändert sich bei xAI und Firecrawl?

Zwei Breaking Changes betreffen die Plugin-Konfiguration. Die xAI-Sucheinstellungen wandern vom bisherigen Pfad tools.web.x_search.* in den Plugin-eigenen Bereich plugins.entries.xai.config.xSearch.*. Der Befehl openclaw doctor --fix übernimmt die Migration automatisch.

Dasselbe gilt für die Firecrawl-Integration. Die Konfiguration für den Web-Fetch-Provider liegt jetzt unter plugins.entries.firecrawl.config.webFetch.* statt im alten Core-Pfad. Beide Änderungen folgen dem Muster, das OpenClaw seit Version 2026.3.22 konsequent umsetzt: die Plugin-eigene Konfiguration gehört in den Plugin-Namespace.

Welche Sicherheitsfixes sind enthalten?

Neben dem Provider-Hardening enthält der Release zahlreiche weitere Sicherheitsaktualisierungen. Die Bildgenerierung über OpenAI, MiniMax und fal läuft jetzt über den gemeinsamen Provider-HTTP-Transportpfad. Zuvor konnten konfigurierte Basis-URLs unter bestimmten Umständen die Schutzmaßnahmen gegen SSRF umgehen. SSRF steht für Server-Side Request Forgery. Bei diesem Angriff wird eine Anwendung dazu gebracht, Anfragen an interne Dienste zu senden.

Webhook-Signaturen werden jetzt über alle Channel-Handler hinweg mit einem einheitlichen Timing-Safe-Vergleich geprüft. Die Sandbox-Umgebung OpenShell schränkt die konfigurierbaren Arbeitsverzeichnisse auf die verwalteten Roots /sandbox und /agent ein. Zusätzlich blockiert der Release weitere Umgebungsvariablen, über die sich Laufzeitumgebungen wie JVM, .NET oder Paketmanager vom Host aus umleiten ließen.

Was gibt es sonst Neues?

OpenClaw 2026.4.2 bringt Android-Nutzern einen neuen Einstiegspunkt. Der Agent lässt sich ab sofort direkt über Google Assistant starten. Der Exec-Modus auf dem Host läuft im Standard als YOLO-Modus mit security=full und ask=off. Der Nutzer wird also nicht mehr bei jedem Befehl um Bestätigung gebeten.

Für Feishu-Nutzer gibt es einen eigenen Workflow für Kommentare in Drive-Dokumenten. Slack-Nachrichten erhalten integrierte Formatierungshinweise, damit Antworten korrekt im Slack-eigenen mrkdwn-Format dargestellt werden. Die Kompaktierung des Kontexts, also das automatische Zusammenfassen langer Gesprächsverläufe, zeigt die Statusmeldung jetzt nur noch auf Wunsch an.

Auch bei der Fehlerbehandlung einzelner Kanäle gibt es Verbesserungen. Microsoft Teams schneidet bei langen Antworten doppelte Textblöcke nicht mehr mit. WhatsApp sendet nach dem Verbinden ein „unavailable“-Signal, damit Nutzer im Self-Chat-Modus weiterhin Push-Benachrichtigungen erhalten. Für Matrix-Nutzer werden Erwähnungen jetzt spezifikationskonform über m.mentions-Metadaten versendet.

Plugins lassen sich außerdem über den neuen Hook before_agent_reply abfangen, bevor das Sprachmodell eine Antwort generiert. Das ermöglicht synthetische Antworten ohne LLM-Aufruf.

Wie lässt sich das Update installieren?

Mit npm install -g openclaw@latest steht der Release über npm bereit. Der offizielle CHANGELOG auf GitHub listet alle 27 beteiligten Entwickler und sämtliche Änderungen im Detail. Wer von einer älteren Version als v2026.3.22 aktualisiert, sollte vorher openclaw doctor --fix ausführen, um veraltete Konfigurationspfade zu migrieren.

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