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OpenClaw 2026.3.13: Der Agent klinkt sich in laufende Chrome-Sitzungen ein

Stephan Skrobisch 20. März 2026 4 Min.

OpenClaw kann ab Version 2026.3.13 auf eine laufende Chrome-Sitzung zugreifen. Der KI-Agent sieht dabei echte Tabs, Cookies und Logins, ohne dass eine Browser-Extension oder ein separater Browser nötig ist. Die Neuerung nutzt Chrome DevTools MCP und lässt sich mit drei Klicks aktivieren. 28 Entwickler haben zum Release beigetragen.

Was Chrome Session Attach kann

Die neue Funktion nennt sich Live Chrome Session Attach. OpenClaw verbindet sich über das Chrome DevTools Protocol (CDP) direkt mit dem Browser, den der Nutzer bereits geöffnet hat. Die Einrichtung ist simpel: In Chrome die Adresse chrome://inspect/#remote-debugging öffnen, die Funktion aktivieren, fertig. Ab diesem Moment kann der Agent alle geöffneten Tabs sehen, Formulare ausfüllen, Netzwerk-Anfragen analysieren und Fehler im Code aufspüren.

Bisher arbeitete OpenClaw mit einem eigenen, isolierten Browser-Profil. Für viele Aufgaben reicht das aus. Allerdings konnte der Agent nicht auf bestehende Logins zugreifen. Wollte er eine Seite im eingeloggten Zustand prüfen, musste er sich im isolierten Browser erst neu anmelden. Mit Chrome Session Attach entfällt dieser Umweg.

Die technische Grundlage liefert der Chrome DevTools MCP Server, den Google als Open-Source-Projekt bereitstellt. MCP steht für Model Context Protocol, einen offenen Standard für die Verbindung zwischen KI-Modellen und externen Werkzeugen. Der MCP-Server gibt Agenten Zugriff auf Debugging-Funktionen wie Leistungsmessungen (Performance-Traces), Netzwerkanalysen und die Untersuchung der Seitenstruktur (DOM).

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Mächtig, aber nicht ohne Risiko

Wer Chrome Session Attach aktiviert, gibt dem Agenten Einblick in alles, was im Browser läuft. Das schließt eingeloggte Dienste, gespeicherte Passwörter in Formularen und Sessioncookies ein. Die Funktion muss vom Nutzer bewusst aktiviert werden und ist standardmäßig nicht aktiv. Trotzdem gilt: Wer die Verbindung herstellt, sollte wissen, welche Tabs gerade geöffnet sind und welche Daten der Agent dabei sehen kann. Wir haben die Sicherheitsrisiken von OpenClaw bereits ausführlich analysiert.

Laut der offiziellen OpenClaw-Dokumentation ist der Browser-Kontrollservice ausschließlich auf die lokale Netzwerkadresse (Loopback) gebunden. Der Zugriff funktioniert also nur vom eigenen Rechner aus und läuft über die Authentifizierung des Gateways. Für Nutzer, die den Zugriff weiter einschränken wollen, lässt sich per Konfiguration festlegen, welche Domains der Agent ansteuern darf.

Android schrumpft auf 7 MB, iOS bekommt Willkommensbildschirm

Neben dem Chrome-Feature bringt die Version 2026.3.13 eine Reihe weiterer Änderungen. Die Android-App wurde grundlegend überarbeitet: Das Chat-Einstellungsmenü ist neu strukturiert, die Verbindungs- und Sprach-Tabs wurden aufgefrischt. Die gesamte App ist auf 7 MB geschrumpft.

Auf iOS gibt es erstmals eine Willkommensbildschirm. Neue Nutzer sehen nach der Installation eine mehrseitige Anleitung, bevor sie zur Gateway-Einrichtung weitergeleitet werden. Der QR-Scanner öffnet sich nicht mehr automatisch.

Für Docker-Installationen lässt sich mit der neuen Umgebungsvariable OPENCLAW_TZ eine feste Zeitzone setzen. Bisher übernahmen Container die Zeitzone des Docker-Daemons, was bei weltweit verteilten Setups zu Verwirrung führte. Auch für Windows gab es Verbesserungen. Der Gateway-Installer hängt nicht mehr bei fehlerhaften Scheduled-Task-Konfigurationen. openclaw gateway stop beendet jetzt zuverlässig über den Startup-Ordner gestartete Prozesse.

Das Update lässt sich mit npm install -g openclaw@latest installieren.

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