OpenAI stellt Sora ein: Milliarden-Deal mit Disney geplatzt
KI-generiert mit Sora
OpenAI beendet seinen KI-Videogenerator Sora, der aus Texteingaben automatisch Videos erstellt. Die eigenständige App, die API und die Videogenerierung in ChatGPT werden am 26. April 2026 eingestellt. Gleichzeitig ist eine Partnerschaft mit Disney gescheitert, die eine Milliarden-Investition und die Lizenzierung von über 200 Charakteren vorsah.
Was wird eingestellt?
OpenAI hat die Abschaltung am 24. März 2026 über den offiziellen Sora-Account auf X bekanntgegeben. Betroffen sind die Sora-App für iOS und Android, die Entwickler-API sowie die Videogenerierung innerhalb von ChatGPT. Bestehende Nutzer erhalten laut OpenAI die Möglichkeit, ihre erstellten Inhalte zu sichern.
Zum Hintergrund der Entscheidung äußerte sich das Unternehmen nicht. Laut Wall Street Journal ist die Abschaltung Teil einer strategischen Neuausrichtung. OpenAI konzentriert sich nach eigenen Angaben auf sein Kerngeschäft und bündelt Ressourcen. Zuletzt veröffentlichte das Unternehmen GPT-5.4 mit integrierter Systemsteuerung. Das Team hinter Sora wechselt laut dem Bericht in den Bereich Robotik.
Sechs Monate und 3,3 Millionen Downloads
Sora wurde im Februar 2024 erstmals vorgestellt. Die aktuelle zweite Version erschien im September 2025 als eigenständige App mit einer TikTok-ähnlichen Oberfläche. Nutzer konnten per Texteingabe Videos mit synchronisierten Dialogen, Soundeffekten und Hintergrundgeräuschen generieren. Zusätzlich war es möglich das eigene Gesicht zu scannen, um als KI-generierte Figur in Videos zu erscheinen.
Die App erreichte laut Appfigures im November 2025 ihren Höhepunkt mit rund 3,3 Millionen Downloads. Im Februar 2026 waren es nur noch 1,1 Millionen. Insgesamt erwirtschaftete Sora über In-App-Käufe etwa 2,1 Millionen US-Dollar. ChatGPT zählt derzeit rund 900 Millionen aktive Nutzer pro Woche.
Disney-Deal: Eine Milliarde US-Dollar, kein Geld geflossen
Die größere Nachricht steckt im geplatzten Disney-Deal. Im Dezember 2025 hatten Disney und OpenAI eine Vereinbarung geschlossen. Disney wollte rund eine Milliarde US-Dollar in OpenAI investieren. Gleichzeitig sollten über 200 Charaktere von Disney, Marvel, Pixar und Star Wars für Sora lizenziert werden. Geplant war, ausgewählte KI-generierte Videos auf Disney+ zu zeigen.
Laut Deadline ist das Abkommen vollständig gescheitert. Es sei kein Geld geflossen, da der Deal nie finalisiert wurde. Ein Disney-Sprecher sagte gegenüber Variety, man werde weiterhin mit KI-Plattformen zusammenarbeiten, um Fans auf verantwortungsvolle Weise zu erreichen.
Laut Reuters kam die Entscheidung auch intern überraschend. Noch am Montag hätten Teams von OpenAI und Disney gemeinsam an einem Sora-Projekt gearbeitet. Wenige Minuten nach dem Meeting seien die Disney-Partner über das bevorstehende Aus informiert worden.
Was bedeutet das?
OpenAI fährt eine komplette Produktlinie zurück. Das ist für ein Unternehmen, das sich auf einen Börsengang vorbereitet, ein bemerkenswerter Schritt. Die Sora-App verschlang laut mehreren Berichten erhebliche Rechenressourcen und fehlte anderen Teams im Unternehmen. Am selben Tag gab OpenAI auch die Abkehr von seiner Shopping-Funktion Instant Checkout bekannt.
Für den Markt der KI-Videogenerierung hat die Abschaltung Konsequenzen. Unter den großen westlichen Anbietern verfügt aktuell vor allem Google über skalierte Videogenerierungstools. Chinesische KI-Videogeneratoren wie Kling 3.0 von Kuaishou und Seedance 2.0 von ByteDance positionieren sich ebenfalls. Disney dürfte nach neuen Partnern suchen. Die Abschaltung reiht sich in eine Serie von Übernahmen und Konsolidierungen bei OpenAI ein. Erst vergangene Woche kaufte das Unternehmen den Python-Tooling-Anbieter Astral.
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