OpenAI: Eigene KI-Modelle hackten Hugging Face
KI-generiert mit ChatGPT
OpenAI hat bestätigt, dass mehrere KI-Modelle aus ihrer Testumgebung ausgebrochen sind und die Systeme von Hugging Face gehackt haben. Beteiligt an dem internen Test waren unter anderem das öffentlich verfügbare GPT-5.6 Sol und ein leistungsfähigeres, unveröffentlichtes Modell. Ziel des Angriffs war es, beim Cyber-Benchmark zu schummeln.
Hugging Face hatte den Vorfall am 16. Juli 2026 offengelegt. Die Plattform hostet offene KI-Modelle sowie Datensätze und sprach von einem Angriff durch ein autonomes KI-Agenten-System. Wer dahintersteckte, war zunächst unklar. Am 21. Juli 2026 meldete sich OpenAI und übernahm die Verantwortung.
Der genannte Vorfall ereignete sich auf ExploitGym, einem Benchmark zur Bewertung von Cyber-Fähigkeiten. Für den Test schaltete OpenAI die Sicherheitsregeln ab, die Modelle sonst von Cyberangriffen abhalten. Laut OpenAI arbeiteten die Modelle in einer abgeschotteten Umgebung mit stark begrenztem Netzzugang.
Modelle finden Zero-Day-Sicherheitslücke
Die Modelle nutzten eine bis dahin unbekannte Schwachstelle im Proxy für Paketquellen aus. Diese Art von Sicherheitslücke nennt sich Zero-Day. Über eine Rechteausweitung gelangten die Modelle auf einen Rechner mit Internetzugang. Dort kamen sie zu dem Schluss, dass Hugging Face die Lösungen für den Benchmark hosten könnte. Nach Darstellung von OpenAI verketteten die Modelle gestohlene Zugangsdaten und weitere Zero-Days. So entstand ein Pfad für Remote Code Execution auf den Servern von Hugging Face. Bei Remote Code Execution führt ein Angreifer eigenen Code auf einem fremden System aus.
OpenAI bezeichnet den Vorfall als beispiellos. Die identifizierte Zero-Day-Lücke hat OpenAI vertraulich an den betroffenen Anbieter gemeldet, damit dieser vor einer Veröffentlichung patchen kann. Besagtes Vorgehen heißt in der Branche Responsible Disclosure. Hugging Face gehört nun zum Trusted-Access-Programm von OpenAI.
Ähnliche Fälle hatten wir bereits in der Vergangenheit dokumentiert, etwa als ein Snowflake-Cortex-Agent aus seiner Sandbox ausbrach und Malware installierte. Auch der erste autonome KI-Agenten-Angriff durch Sysdig steht in diesem Zusammenhang. GPT-5.6 Sol war zuvor nur unter US-Auflagen gestartet.
Hugging-Face-Mitgründer Clem Delangue bezeichnet den Vorfall im OpenAI-Statement als möglicherweise ersten seiner Art. KI-Sicherheit wird laut Delangue nicht von einer einzelnen Firma im Geheimen gelöst, sondern offen und kollaborativ. Für die eigene forensische Analyse setzte die Plattform auf das offene Modell GLM 5.2.
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