OpenAI baut ChatGPT zur Super-App um: Chat is dead
KI-generiert mit ChatGPT
OpenAI baut die eigene Chatbot-Plattform ChatGPT zur Super-App um. Das berichtet die Financial Times gestützt auf mehr als zwölf aktuelle und ehemalige Mitarbeiter. Intern bringt ein ranghoher Beschäftigter den Strategiewechsel auf einen knappen Nenner: „Chat is dead„. Es ist der größte Umbau seit dem Start im Jahr 2022. Er kommt genau in der Phase, in der das Unternehmen den Börsengang vorbereitet.
Im Kern verschiebt sich der Fokus von Frage und Antwort hin zu Agenten, also KI-Systemen, die Aufgaben eigenständig erledigen. Eine Einordnung dazu liefert unsere Analyse zur Entstehung von OpenClaw, dem quelloffenen KI-Agenten. Laut FT rückt das Coding-Werkzeug Codex ins Zentrum und bekommt mehr Ressourcen. Bisher lief Codex eigenständig. Künftig sollen Partnerdienste wie Canva oder Booking.com direkt in der Oberfläche auftauchen. Der Rollout startet in den kommenden Wochen, zuerst im Web und in den Mobil-Apps.
Die Zahlen erklären das Motiv. ChatGPT erreicht knapp eine Milliarde monatlich aktive Nutzer, die meisten davon kostenlos. Codex zählt wöchentlich fünf Millionen zahlende Nutzer. Geschäftskunden stehen für rund 40 % des Umsatzes. Dieser Anteil soll bis Jahresende auf 50 % steigen. Allerdings ist OpenAI weiterhin nicht profitabel.
Verantwortlich für die Super-App ist Fidji Simo, sie spricht von einer Neufokussierung. Die Agenten-Entwicklung leitet Thibault Sottiaux. Er beschreibt das Ziel so: „You can connect through it on your mobile, desktop or web. When you’re in the car, you can talk to it.“ Der Schritt ähnelt der Enterprise-Strategie von Anthropic. Beide Firmen steuern auf einen Börsengang zu, wie der vertrauliche IPO-Antrag von Anthropic zeigt. Dazu passt, dass Codex die Marke von fünf Millionen Nutzern in jüngster Vergangenheit geknackt hat.
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