OpenAI auf Amazon Bedrock: GPT-5.4 und Codex starten im Limited Preview
KI-generiert mit ChatGPT
Amazon hat eine Limited Preview gestartet, die OpenAI-Modelle direkt über Amazon Bedrock bereitstellt. Aktuell verfügbar ist GPT-5.4. GPT-5.5 soll laut AWS-CEO Matt Garman in den kommenden Wochen folgen. Auch der Coding-Agent Codex ist Teil des Programms, ergänzt durch das neue Angebot Bedrock Managed Agents powered by OpenAI.
Die Ankündigung erfolgte am 28. April 2026 auf der AWS-Veranstaltung „What’s Next with AWS“ in San Francisco. Die OpenAI-Modelle laufen auf der Bedrock-Infrastruktur mit IAM, AWS PrivateLink, Guardrails sowie Verschlüsselung und CloudTrail-Logging. Das geht aus der offiziellen AWS-Mitteilung hervor.
Codex läuft auf der Bedrock-Infrastruktur und ist über Codex CLI, Codex Desktop und die VS-Code-Erweiterung erreichbar. OpenAI nennt aktuell mehr als 4 Millionen wöchentliche Codex-Nutzer. Enterprise-Kunden erhalten so Zugriff auf die Modellbibliothek von OpenAI ohne separate API-Verträge. Die Authentifizierung erfolgt über bestehende AWS-Credentials, die Inferenz läuft komplett über Bedrock. Dadurch fällt eine separate Compliance-Prüfung für viele Kunden weg.
Bedrock Managed Agents powered by OpenAI ist das dritte neue Angebot im Bunde. Die Agenten sollen Kontext über mehrere Schritte hinweg behalten, Werkzeuge nutzen und komplexe Geschäftsprozesse ausführen. Jeder Agent hat eine eigene Identität, jede Aktion wird protokolliert. Die Modelle laufen auf Bedrock. Die Infrastruktur bleibt im jeweiligen AWS-Konto.
Möglich wurde die Kooperation durch eine Anpassung in der Vereinbarung zwischen Microsoft und OpenAI. Das Exklusivrecht von Microsoft endete am 27. April 2026. Microsoft bleibt der wichtigste Cloud-Partner von OpenAI, besitzt aber keine Exklusivrechte mehr.
Der Schritt verändert den Hyperscaler-Markt. AWS konzentrierte sich bislang auf Anthropic. Amazon hatte zuletzt 25 Milliarden US-Dollar zusätzlich in das KI-Lab investiert und eigene Trainium-Kapazität dafür reserviert.
Mit OpenAI auf Bedrock finden sich jetzt zwei direkte Konkurrenten auf einem Marktplatz. Enterprise-Kunden erhalten mehr Freiheit bei der Modellwahl, ohne neue Verträge abschließen zu müssen. Anthropic verliert ein bisheriges Alleinstellungsmerkmal auf AWS. Microsoft hatte parallel das ursprünglich für OpenAI vorgesehene Stargate-Rechenzentrum in Norwegen übernommen und sich damit zusätzliche Rechenleistung gesichert.
Server, KI-Modelle und Recherche kosten Geld. ClawNews ist unabhängig — hilf mit, dass das so bleibt.

