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OpenAI: 25.000 US-Dollar für Bio-Jailbreak in GPT-5.5

Stephan Skrobisch 7. Mai 2026 3 Min.

OpenAI sucht universelle Jailbreaks gegen die Bio-Sicherheit des Modells GPT-5.5. Bis zu 25.000 US-Dollar an Belohung sollen ausgeschüttet werden. Besagtes Programm richtet sich an erfahrene KI-Sicherheitsforscher und Experten für biologische Sicherheit.


Die Aufgabe besteht aus fünf Fragen zur biologischen Sicherheit. GPT-5.5 verweigert normalerweise die Antwort bei den genannten Fragen. Gesucht ist ein einziger Prompt, der alle fünf Fragen aus einem sauberen Chat ohne Moderation beantwortet. Wer das schafft, erhält laut OpenAI die volle Prämie. Die Fragen selbst bleiben den Bewerbern bis zur Aufnahme verborgen. Teilerfolge bewertet das Unternehmen nach eigenem Ermessen.

Die Tests laufen ausschließlich in GPT-5.5 in Codex Desktop. Bewerbungsschluss ist der 22. Juni 2026. Die aktive Testphase startete am 28. April und endet am 27. Juli 2026. Die Teilnahme erfolgt auf Einladung oder nach erfolgreicher Bewerbung. Alle Prompts, Ergebnisse und Kommunikation fallen unter eine Geheimhaltungsvereinbarung.

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Das Programm ergänzt das bestehende Bug-Bounty bei Bugcrowd. Die Bio-Variante folgt eigenen Regeln und konzentriert sich auf Risiken, die fortgeschrittene Sprachmodelle im biologischen Kontext verursachen könnten. Die Eingrenzung auf Codex Desktop verhindert den Missbrauch über öffentliche ChatGPT-Schnittstellen. Auch Findings unterliegen der Geheimhaltung und werden nicht veröffentlicht. Bewerber müssen einen bestehenden OpenAI-Account vorweisen und einen Lebenslauf mit eigener Erfahrung im Red Teaming, in der Sicherheitsforschung oder zu Risiken im Biotech-Kontext einreichen.

Der Bereich biologische Sicherheit gehört zu den Feldern, in denen alle großen Anbieter ihre Schutzmechanismen derzeit besonders stark ausbauen. Mozilla hat mit Claude Mythos 271 Schwachstellen in Firefox identifiziert. Das BSI hat öffentlich vor demselben Anthropic-Modell gewarnt. OpenAI verfolgt mit seinem neuen Programm den umgekehrten Ansatz. Externe Forscher sollen die eigenen Schutzschichten gezielt testen.

Im regulären Bug-Bounty zahlt OpenAI laut Heise im Schnitt rund 590 US-Dollar pro Fund. Das Maximum liegt dort bei 100.000 US-Dollar. Die 25.000 US-Dollar für Bio sind also kein Spitzenwert. Sie markieren ein eigenes Budget für ein klar umrissenes Risiko. Codex Desktop bleibt dabei eine eingeschränkte Bühne, denn die IDE richtet sich primär an Entwickler mit aktivem ChatGPT-Account. Im Thread auf Hacker News bezeichnen mehrere Kommentatoren das Vorgehen als PR-Stunt. Sie kritisieren die Kombination aus niedriger Prämie und strenger Geheimhaltung als unattraktiv für erfahrene Researcher.

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