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NVIDIA und OpenClaw: Vom Chiplieferant zum Ökosystem-Architekten

Stephan Skrobisch 20. März 2026 5 Min.

Im Zusammenhang mit OpenClaw stellt NVIDIA Ingenieure ab, die Sicherheitslücken in der Software bewerten. Der US-amerikanische Konzern veröffentlicht ein KI-Modell, das speziell für Agenten-Workloads optimiert ist. Gleichzeitig baut NVIDIA mit NemoClaw eine eigene Agenten-Plattform für Unternehmen. Was auf den ersten Blick widersprüchlich wirkt, folgt einer klaren Logik: Der mächtigste Chipkonzern der Welt behandelt KI-Agenten als die nächste große Infrastruktur-Schicht.

Ingenieure für ein fremdes Projekt

Am 14. März 2026 bedankte sich der offizielle OpenClaw-Account auf X bei NVIDIA dafür, dass der Konzern Ingenieure für die Bewertung und Priorisierung von Sicherheitsmeldungen abstellt.

Dass ein Chipkonzern aktiv an der Sicherheit einer fremden Open-Source-Software mitarbeitet, ist kein Einzelfall. Es folgt einem Muster, das die Linux-Welt kennt. Intel, IBM und Red Hat stellen seit Jahren Entwickler ab, die am Linux-Kernel arbeiten. Der Grund ist der gleiche: Wenn Software zur Infrastruktur wird, auf der das eigene Geschäft läuft, lohnt es sich, diese abzusichern. NVIDIA setzt intern bereits zahlreiche OpenClaw-Instanzen ein, um Software zu entwickeln und Werkzeuge zu bauen. Wer von einem Projekt abhängt, investiert in dessen Stabilität.

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Ein KI-Modell gebaut für Agenten

Zwei Tage vor dem Security-Tweet veröffentlichte NVIDIA Nemotron 3 Super. Das Modell ist keine gewöhnliche Sprachmodell-Veröffentlichung. Es wurde gezielt für autonome Agenten entwickelt, die über lange Zeiträume eigenständig arbeiten.

Die technischen Eckdaten belaufen sich auf 120 Milliarden Parameter insgesamt. Davon sind 12 Milliarden gleichzeitig aktiv. Die Architektur ermöglicht ein Kontextfenster von einer Million Token. Damit kann der Agent umfangreiche Dokumente, Codebasen und lange Gesprächsverläufe verarbeiten, ohne dabei den Faden zu verlieren. Beim OpenClaw-Agenten-Benchmark PinchBench erreicht Nemotron 3 eine Punktzahl von 85,6 %. Dies ist aktuell das beste Ergebnis eines Open-Source-Modells auf der genannten Plattform. Die proprietären Modelle Claude Opus 4.6 (86,3 %) und GPT-5.4 (86,0 %) liegen knapp dadrüber.

Für OpenClaw-Nutzer ist das Modell direkt relevant. NVIDIA bietet offizielle Integrationsanleitungen auf GitHub und hat eine Installationsanleitung für den DGX Spark veröffentlicht. Dadurch ist es möglich, OpenClaw auf der hauseigenen Hardware zu betreiben. Das Modell ist kostenlos über Hugging Face, OpenRouter und als NVIDIA NIM verfügbar.

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