NewCore startet mit 66 Millionen US-Dollar: Identität für KI-Agenten
KI-generiert mit ChatGPT
Das bislang weitgehend unbekannte Startup NewCore rückt mit einer Finanzierung von 66 Millionen US-Dollar in den Fokus. Die Plattform aus Tel Aviv und San Francisco verwaltet menschliche, maschinelle und Agenten-Identitäten in einem System. Die Bewertung liegt bei 300 Millionen US-Dollar.
Hinter NewCore stehen erfahrene Sicherheitsexperten. Mitgründer und Chef ist Zohar Alon, der zuvor Dome9 gründete, das später von Check Point übernommen wurde. Technikchef Amihai Neiderman war Forschungsleiter in der israelischen Geheimdiensteinheit 8200 und gründete Nym Health. Vertriebschef Erez Yarkoni war zuvor IT-Chef (Chief Information Officer) bei T-Mobile USA und Telstra. Die Finanzierung tragen Cyberstarts, Index Ventures und Evolution Equity Partners. Als Angel-Investoren beteiligten sich die Gründer von Wiz und Cyera.
Was NewCore konkret baut
Bestehende Identity-Systeme wurden für Mitarbeiter gebaut, die sich in Web-Apps einloggen. Sie sind nicht für KI-Agenten ausgelegt, die in Sekunden Zugriff auf Produktivsysteme anfordern. NewCore behandelt Agenten deshalb als gleichberechtigte Identitäten mit eigenen Rechten, einem eigenen Lebenszyklus und einem Widerrufspfad. Im Marketing nennt sich das First-Class-Identität. Ein Agent ist damit kein versteckter Service-Account mehr.
Technisch setzt die Plattform auf mehrere Bausteine. Dazu zählt eine kontinuierliche Erkennung aller Identitäten, auch vergessener Konten und nicht zentral gesteuerter Agenten. Hinzu kommen eine Phishing-resistente Multifaktor-Anmeldung sowie hardwaregebundene Zugangsdaten über TPM und Secure Enclave. Das sind Sicherheitschips, die Schlüssel direkt im Gerät verankern. Warum gerade die Anmeldung autonomer Agenten zur Sicherheitskontrolle wird, ordnet unser Beitrag zu OpenClaw und Phishing ein. Eine Secure-Split-Key-Architektur verteilt die Signatur auf mehrere Teile und soll so eine ganze Klasse von Angriffen auf SAML-Anmeldungen ausschließen. Über die hauseigene App können Mitarbeiter Agenten-Zugriffe gewähren, prüfen und widerrufen.
Bald ein überfülltes Feld
NewCore betont die eigene Sicherheitsphilosophie. Alon ordnet das in einer Mitteilung so ein: „Die Identität ist kaputt, und trotzdem ist sie zur Steuerungsebene des modernen Unternehmens geworden.“ Den Bezug zur Praxis liefern andere Unternehmen bereits, etwa 1Password und Okta, die KI-Agenten absichern. Warum Agenten überhaupt ein eigenes Sicherheitsmodell benötigen, haben wir an der Sicherheitsfrage rund um KI-Agenten mit Vollzugriff ausführlich erklärt.
Eine offene Frage bleibt. Die Identität für Agenten wird schnell zur überfüllten Kategorie. Offen ist, ob NewCore ein eigenständiges Produkt bleibt oder von einem Platzhirsch geschluckt wird. Die große Zahl wirkt nur auf den ersten Blick spektakulär. NewCore zählt bislang weniger als zehn Kunden und mehr als zehn Design-Partner, die Monetarisierung startet im Sommer. Wie ernst etablierte Konzerne das Feld nehmen, zeigt der Schritt von Microsoft zur Kontrollinstanz für KI-Agenten.
Server, KI-Modelle und Recherche kosten Geld. ClawNews ist unabhängig — hilf mit, dass das so bleibt.




