NVIDIA stellt NemoClaw vor: OpenClaw wird unternehmenstauglich
KI-generiert mit Sora
NVIDIA hat auf der GTC 2026 NemoClaw vorgestellt. Die Open-Source-Plattform baut direkt auf dem KI-Agenten OpenClaw auf und ergänzt ihn um Sicherheits- und Datenschutzfunktionen für Unternehmen. NVIDIA hat NemoClaw gemeinsam mit OpenClaw-Gründer Peter Steinberger entwickelt. NemoClaw lässt sich mit einem einzigen Befehl installieren und macht aus dem populärsten Open-Source-Agenten ein kontrollierbares System für Firmenumgebungen.
Aktualisiert am 17. März 2026. Die ursprüngliche Version basierte auf vorab durchgesickerten Informationen. Mit der offiziellen Ankündigung auf der GTC 2026 liegen nun bestätigte Details vor.
Was hat Jensen Huang angekündigt?
NVIDIA-CEO Jensen Huang stellte NemoClaw in seiner GTC-Keynote am 16. März 2026 in San José vor. Huang verglich OpenClaw mit Linux, Kubernetes und HTML. Kubernetes ist eine Software, die Anwendungen in der Cloud automatisch verwaltet und skaliert. Alle drei Projekte kamen genau dann, als die Branche sie brauchte. Huang sieht OpenClaw in einer ähnlichen Rolle für KI-Agenten.
„Every company in the world today needs to have an OpenClaw strategy„, sagte Huang auf der Bühne. Er nannte OpenClaw „the operating system for personal AI“ und sprach vom Beginn einer „new renaissance in software„.
Huang betonte auch die Sicherheitsrisiken beim Einsatz von KI-Agenten in Unternehmen. Agenten in Firmennetzwerken haben Zugriff auf vertrauliche Daten, können Code ausführen und nach außen kommunizieren. Unkontrolliert darf das nicht geschehen. NemoClaw soll genau dieses Problem lösen.
Steinberger war bereits Stunden vor der Keynote im Pre-Show-Panel der GTC aufgetreten. Jensen Huang kam dort überraschend auf die Bühne und bestätigte die Zusammenarbeit persönlich.
Was ist NemoClaw technisch?
NemoClaw ist kein eigenes Produkt neben OpenClaw. Es installiert den Agenten und ergänzt ihn um eine Sicherheitsschicht. Der zentrale Baustein ist OpenShell. Diese Open-Source-Laufzeitumgebung legt eine Sandbox um den Agenten, also eine isolierte Umgebung, die den Zugriff auf das restliche System einschränkt. Zusätzlich setzt OpenShell Regeln für Netzwerkzugriff, Datenschutz und Code-Ausführung durch.
NemoClaw nutzt das bestehende NVIDIA Agent Toolkit und die Nemotron-Modellreihe. Die Sicherheitsbedenken rund um OpenClaw waren ein zentraler Grund für die Entwicklung. Meta hatte seinen Mitarbeitern die Nutzung auf Firmengeräten untersagt. NemoClaw verspricht, genau diese Lücke zu schließen.
Die wichtigsten technischen Merkmale im Überblick:
- NemoClaw nutzt beliebige Coding-Agenten und offene KI-Modelle, darunter die Nemotron-Reihe von NVIDIA.
- Ein Privacy Router ermöglicht den Zugriff auf Frontier-Modelle in der Cloud, ohne dass vertrauliche Daten die lokale Infrastruktur verlassen.
- NemoClaw ist hardwareunabhängig. Es läuft auf Geräten mit NVIDIA GeForce RTX, auf Workstations mit NVIDIA RTX Pro, auf DGX Station, DGX Spark und auf Infrastruktur ohne NVIDIA-Chips.
- Die Installation erfolgt mit einem einzigen Befehl.
Für die Sicherheitsintegration arbeitet NVIDIA mit CrowdStrike, Cisco, Google und Microsoft Security zusammen. Die Sicherheitswerkzeuge dieser Anbieter sollen direkt mit OpenShell kompatibel sein.
NVIDIA beschreibt NemoClaw aktuell als Alpha-Software und rät Entwicklern, mit Ecken und Kanten zu rechnen. Die Plattform arbeitet auf produktionsreife Sandbox-Orchestrierung hin, doch zunächst geht es darum, die eigene Umgebung zum Laufen zu bringen.
Warum das für die Branche relevant ist
Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Autonome KI-Agenten gehören 2026 zu den am stärksten wachsenden Segmenten der Branche. Gleichzeitig scheitern laut einer Prognose des Marktforschungsunternehmens Gartner mehr als 40 % aller Projekte mit autonomen KI-Agenten bis 2027. Unternehmen suchen nach Plattformen, die den Schritt vom Experiment in den produktiven Einsatz erleichtern.
Die Konkurrenz wächst. OpenAI hat mit Frontier eine eigene Unternehmensplattform für KI-Agenten vorgestellt. Microsoft baut Copilot-Agenten in seine Enterprise-Suite ein. Google erweitert Vertex AI um agentenbasierte Funktionen. NVIDIA bringt einen Vorteil mit, den kein anderer Anbieter hat: Die eigenen Chips treiben den Großteil der KI-Infrastruktur weltweit an.
Was bedeutet NemoClaw für OpenClaw?
Für NVIDIA markiert NemoClaw einen Richtungswechsel. Die Dominanz im KI-Markt basiert bisher auf der proprietären Softwareplattform CUDA. CUDA bindet Entwickler eng an die eigene Hardware. Ein hardwareunabhängiger Open-Source-Stack für KI-Agenten dreht diese Logik um. NVIDIA gibt die Softwareebene frei und setzt darauf, dass breitere Nutzung langfristig die Nachfrage nach der eigenen Infrastruktur steigert.
Die Partnerschaft mit NVIDIA gibt OpenClaw eine neue Dimension. Vom Hobbyprojekt eines einzelnen Entwicklers zur Enterprise-Lösung des nach Marktkapitalisierung wertvollsten Unternehmens der Welt. Peter Steinberger fasste es so zusammen: „OpenClaw brings people closer to AI and helps create a world where everyone has their own agents. With NVIDIA and the broader ecosystem, we’re building the claws and guardrails that let anyone create powerful, secure AI assistants.„
Steinberger arbeitet seit Februar 2026 bei OpenAI. OpenClaw bleibt als Open-Source-Projekt bestehen. Dass NVIDIA nun die Enterprise-Schicht übernimmt, gibt dem Projekt eine Infrastruktur, die ein einzelner Maintainer nicht liefern kann.
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