Nach Anthropic-Eklat: Pentagon gibt Gemini mehr Spielraum
KI-generiert mit ChatGPT
Das US-Verteidigungsministerium darf die Gemini-Modelle von Google nun auch für klassifizierte Aufgaben einsetzen. Das berichtet TechCrunch. Die Vereinbarung erweitert einen bestehenden Vertrag von Ende 2025 für nicht-klassifizierte Daten. Der neue Zusatz erlaubt jeden gesetzeskonformen Regierungs-Einsatzzweck.
Hintergrund: Anthropic-Blacklisting
Hintergrund ist der Streit zwischen dem Pentagon und Anthropic. Laut TechCrunch hatte Anthropic Bedingungen ohne Schutz vor Massenüberwachung und autonomen Waffen abgelehnt. Das Verteidigungsministerium stufte Anthropic daraufhin als Lieferketten-Risiko ein.
Diese Einstufung ist normalerweise für ausländische Staaten mit Sicherheitsrisiko vorgesehen. Anthropic setzte sich zunächst gegen eine regierungsweite Sperre durch. Ein Gericht in San Francisco stoppte das Verbot, doch ein Berufungsgericht in Washington bestätigte später den Ausschluss durch das Pentagon.
Google ist laut Berichten der dritte KI-Anbieter im Bunde. OpenAI und xAI hatten zuvor bereits Verträge mit dem Pentagon abgeschlossen. Cameron Stanley, Pentagon-Chef für Digitales und KI, begründete den Schritt gegenüber CNBC mit dem Ziel, Abhängigkeiten von einem einzelnen Anbieter zu vermeiden. Google war schon 2022 am 9-Milliarden-Dollar-Vertrag JWCC beteiligt. Im März 2026 stellte das Unternehmen Gemini drei Millionen Pentagon-Mitarbeitern für nicht geheime Arbeitsbereiche bereit.
580 Google-Mitarbeiter unterzeichnen Protestbrief
Mehr als 580 Google-Mitarbeiter haben den Deal in einem offenen Brief kritisiert. TechCrunch nennt sogar über 950 Unterzeichner. Der Brief richtet sich an CEO Sundar Pichai. Die Liste umfasst über 20 Direktoren, Senior Directors und Vice Presidents aus DeepMind, Google Cloud und weiteren Bereichen. Die Mitarbeiter argumentieren, dass in klassifizierten Netzwerken niemand nachvollziehen kann, wie die KI tatsächlich eingesetzt wird. Der Verzicht auf solche Aufträge wäre der einzige verlässliche Schutz vor Missbrauch.
Der Protest knüpft an Project Maven aus dem Jahr 2018 an. Damals hatten 4.000 Google-Beschäftigte gegen Pentagon-Aufträge protestiert und KI-Prinzipien gegen den Waffeneinsatz erstritten. Besagte Prinzipien wurden im Februar 2025 von Google gestrichen.
Der Streit verschärft die Debatte um KI-Ethik im militärischen Bereich. Anthropic hat sich als einziger großer Anbieter weitreichend gegen das Pentagon positioniert, was auch das BSI als sicherheitsrelevant eingeordnet hat. OpenAI und xAI sind bereits an Bord. Jetzt steigt auch Google ein.
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