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Microsoft übernimmt Stargate-Rechenzentrum von OpenAI in Norwegen

Stephan Skrobisch 23. April 2026 3 Min.

Microsoft übernimmt in Norwegen ein Rechenzentrum, das ursprünglich für das Stargate-Projekt von OpenAI vorgesehen war. Der Standort liegt in Narvik nördlich des Polarkreises. Nscale und Microsoft bestätigten den Deal am 14. April 2026.

Was genau passiert ist

Microsoft erweitert seinen bestehenden Vertrag mit Nscale. Statt OpenAI wird der US-amerikanische Hard- und Softwarehersteller auf dem 230-Megawatt-Campus in Narvik mehr als 30.000 NVIDIA-Vera-Rubin-Grafikprozessoren anmieten. Die Inbetriebnahme ist für 2027 geplant.

OpenAI hatte den Standort 2025 zusammen mit Nscale und dem norwegischen Investor Aker ASA als Stargate Norway vermarktet. Nscale und OpenAI konnten sich am Ende nicht auf die Vertragsbedingungen einigen. Laut CNBC führt OpenAI aktuell Gespräche, die Rechenkapazität stattdessen über Microsoft zu beziehen. Ein OpenAI-Sprecher bezeichnete diesen Weg als wirtschaftlicher. OpenAI hat mit Microsoft bereits einen Vertrag über 250 Milliarden US-Dollar.

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Zweiter Stargate-Rückzug innerhalb weniger Tage

Der Schritt in Norwegen folgt auf einen ähnlichen Vorgang in Großbritannien. OpenAI hatte Stargate UK Anfang April pausiert und Energiekosten sowie das regulatorische Umfeld als Gründe aufgeführt. Nscale hat laut Bloomberg für den britischen Standort inzwischen Google als neuen Kunden gewonnen. Der Campus in West-London wird mit Grace-Blackwell-Chips von NVIDIA bestückt.

Schon im März übernahm Microsoft ein Rechenzentrum in Texas, das ursprünglich für OpenAI und Oracle gedacht war. Kapazität, die ursprünglich für OpenAI reserviert war, wandert damit wiederholt an Microsoft.

Einordnung: Was die Verschiebung bedeutet

Für OpenAI ist der Vorgang ein Dämpfer. Das Unternehmen hat im März eine Finanzierungsrunde von über 122 Milliarden US-Dollar abgeschlossen und wird mit 852 Milliarden US-Dollar bewertet. Gleichzeitig reduziert OpenAI laut Bloomberg seine langfristigen Infrastrukturziele. Mit Blick auf einen möglichen Börsengang steht das Unternehmen nach Einschätzung der Nachrichtenagentur unter Druck, die Ausgaben zu begrenzen.

Für Microsoft eröffnet der Deal zusätzliche Ressourcen in Europa, die direkt an Azure-Kunden vermietet werden können. Jon Tinter verantwortet bei Microsoft Business Development und Ventures. Er bezeichnete die Erweiterung in einer Pressemitteilung als Antwort auf die steigende Nachfrage in Europa. Microsoft baut zudem eigene KI-Modelle.

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