Malware in Steam-Spielen: 8.000 PCs infiziert und 220.000 US-Dollar erbeutet
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Kriminelle haben laut FBI fast zwei Jahre lang über Spiele auf der Gaming-Plattform Steam Malware verbreitet. Rund 8.000 Rechner wurden dabei infiziert. Zudem flossen aus etwa 80 Kryptowallets mindestens 220.000 US-Dollar ab. Ein 21-Jähriger wurde festgenommen. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung.
Wie die Masche funktionierte
Das 15-seitige Gerichtsdokument der US-Staatsanwaltschaft erwähnt die Plattform nicht namentlich. Der öffentliche Aufruf des FBI an mögliche Betroffene nennt Steam dagegen ausdrücklich. Aufgeführt sind dort BlockBlasters, Chemia, Dashverse/DashFPS, Lampy, Lunara, PirateFi sowie Tokenova. Am 12. März 2026 informierte das FBI mögliche Betroffene mit einer entsprechenden Mitteilung. Das Gerichtsdokument nennt als Tatzeitraum Mai 2024 bis Februar 2026. Im Aufruf an mögliche Betroffene endet besagter Zeitraum dagegen bereits im Januar 2026.
Nicht alle Titel wurden eigens für die Kampagne entwickelt. Chemia befand sich bereits im Early Access auf Steam, als der Akteur EncryptHub am 22. Juli 2025 Schadcode einschleuste. PirateFi erschien am 6. Februar 2025 auf Steam, vier Tage später nahm Valve das Spiel von der Plattform. Ein offenbar kompromittiertes Entwicklerkonto sorgte laut Valve dafür, dass Builds mit mutmaßlicher Schadsoftware bereitgestellt wurden. Der Schadcode kam in beiden Fällen erst nach der Veröffentlichung dazu. Ähnlich läuft die Verbreitung über gefälschte Repositorys für Claude Code.
Die Malware war ein Infostealer und sammelte Zugangsdaten, Sitzungs-Cookies sowie Daten zu Kryptowallets. Für die Spiele warben die Beschuldigten laut Gerichtsdokument auf Discord, Telegram, X sowie LinkedIn. Konten mit hohen Kryptobeständen spürten die Kriminiellen über Bots auf und schrieben die entsprechenden Besitzer direkt an. Die Masche ähnelt anderen Kampagnen über vertrauenswürdig wirkende Kanäle. Bekannt ist sie unter anderem von gefälschten Warnungen zu VS Code auf GitHub oder von einem manipulierten Installer, der Kryptowallets abgriff.
Wer festgenommen wurde und wie hoch der Schaden ist
Das FBI hat nach eigenen Angaben einen 21-Jährigen Mann aus Florida festgenommen. Dieser soll besagte Malware finanziert sowie beschafft und die infizierten Spiele beworben haben. Verurteilt wurde er bislang nicht. Der Vorwurf lautet auf Verschwörung zum Erlangen von Computerdaten zum privaten finanziellen Vorteil. Darauf stehen bis zu zehn Jahre Haft.
Am Ende führten mehr als 150 Geschenkkarten zu den Verdächtigen, die überwiegend für Essenslieferungen genutzt wurden. Auch in anderen Verfahren führen digitale Spuren zu Festnahmen, etwa bei einem 19-Jährigen im Fall Scattered Spider.
Blockchain-Ermittler ZachXBT beziffert den Schaden allein bei BlockBlasters auf rund 150.000 US-Dollar. Er zählte dabei 261 kompromittierte Steam-Konten, vx-underground kam später auf 478 Geschädigte. Betroffene sollten ihre Passwörter ändern. Im Fall PirateFi empfahl Valve einen vollständigen Virenscan. Als weitere Option nannte das Unternehmen eine Neuinstallation des Betriebssystems.
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