LiteLLM: Aktiv ausgenutzte Schwachstelle kann zum Maximalschaden eskalieren
KI-generiert mit ChatGPT
Die US-Cybersicherheitsbehörde CISA hat die LiteLLM-Lücke CVE-2026-42271 am 8. Juni 2026 in ihren Katalog der aktiv ausgenutzten Schwachstellen aufgenommen. CVE bezeichnet ein standardisiertes Verzeichnis bekannter Sicherheitslücken. Der KEV-Katalog der CISA umfasst nur Schwachstellen, deren Ausnutzung belegt ist. Sicherheitsforscher von Horizon3.ai zeigen zudem, wie sich die Lücke zu einer Angriffskette mit dem Höchstwert CVSS 10,0 ausbauen lässt.
Zwei Test-Endpoints starten fremde Befehle
LiteLLM ist ein quelloffener Proxy, der Anwendungen mit verschiedenen KI-Modellanbietern verbindet und API-Schlüssel zentral verwaltet. Der Dienst war bereits Ziel eines Supply-Chain-Angriffs auf das gleichnamige Python-Paket. Die neue Schwachstelle mit dem Schweregrad 8,7 von 10 steckt in zwei Test-Endpoints für MCP-Server. MCP ist ein offenes Protokoll, über das KI-Systeme externe Werkzeuge ansteuern.
Beide Endpoints akzeptierten eine komplette Server-Konfiguration samt Befehl, Argumenten und Umgebungsvariablen. LiteLLM führte den übergebenen Befehl anschließend als Subprozess direkt auf dem Host aus.
Starlette-Bypass macht den Login überflüssig
Ursprünglich galt die Schwachstelle als begrenzt, weil Angreifer einen gültigen API-Schlüssel für den Proxy benötigten. Horizon3.ai kombinierte sie jedoch mit CVE-2026-48710, einem Host-Header-Bypass im Python-Framework Starlette („BadHost“). Die Kette hebelt die Authentifizierung komplett aus und erlaubt Remote Code Execution ohne Anmeldedaten. Remote Code Execution bedeutet, dass Angreifer aus der Ferne beliebigen Code auf einem fremden System starten. Erfolgreiche Angriffe öffnen den Zugriff auf Provider-Zugangsdaten, gespeicherte API-Schlüssel und die angebundene KI-Infrastruktur.
Der Patch lag fünf Wochen bereit
Betroffen sind die LiteLLM-Versionen 1.74.2 bis 1.83.6 in Kombination mit Starlette 1.0.0 oder älter. Der Fix liegt seit dem 8. Mai 2026 in Version 1.83.7 vor. Starlette ist ab 1.0.1 gefixt. Zwischen verfügbarem Patch und bestätigten Angriffen lagen damit rund fünf Wochen. Dieselbe Version 1.83.7 schloss auch die SQL-Injection-Lücke aus dem Mai 2026, die binnen 36 Stunden ausgenutzt wurde. Wer das Update damals eingespielt hat, ist gegen die neue Lücke bereits abgesichert.
Der Fall reiht sich in eine Serie kritischer Schwachstellen in KI-Werkzeugen ein. Erst kürzlich traf es die Gemini CLI mit einer CVSS-10-Lücke. Admins sollten exponierte LiteLLM-Instanzen umgehend aktualisieren. Zusätzlich lohnt ein Blick in die Logs der beiden Test-Endpoints, um verdächtige Zugriffe und ungewöhnliche Subprozesse aufzuspüren.
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