KI ohne Wasser? Nur bis zur Gebäudemauer
KI-generiert mit ChatGPT
NVIDIA hat eine beruhigende Botschaft: Das Wasserproblem der KI sei weitgehend gelöst. Das sagt zumindest der Nachhaltigkeitschef des US-Konzerns. Wie viel Wasser die KI wirklich benötigt, hängt jedoch davon ab, welche Teile der Kette berücksichtigt werden. NVIDIA rechnet so, dass aus einem Wasserproblem eine Erfolgsmeldung wird.
- Was NVIDIA tatsächlich anbietet
- Woher kommt die 0,2-Prozent-Zahl?
- NVIDIAs Rechnung endet an der Gebäudemauer
- Die Klimazonen-Falle
- Worum es wirklich geht
- Fazit
- Häufige Fragen
- Wie viel Wasser verbrauchen Rechenzentren wirklich?
- Was ist der Unterschied zwischen direktem und indirektem Wasserverbrauch?
- Löst Flüssigkühlung das Wasserproblem der KI?
Verbreitet wurde die zugehörige Zahl auf X, wo Elon Musk sie mit einem Wort kommentierte. „True.” Rechenzentren nutzten demnach nur 0,2 % des täglichen US-Wasserverbrauchs. Der Wert klingt nach Entwarnung, erzählt aber nur die halbe Geschichte. Denn hinter der Angabe steckt ein Durchschnitt, der sehr unterschiedliche Wasserverbräuche zusammenzieht und lässt dadurch genau das verschwinden, worauf es ankommt.
Was NVIDIA tatsächlich anbietet
Hinter der Botschaft steckt tatsächlich eine technische Neuerung. NVIDIA hat ein Kühlverfahren vorgestellt, das den Wasserverbrauch im Rechenzentrum deutlich senken soll. Dabei fließt ein Kühlmittel mit bis zu 45 °C Celsius in die Serverschränke. Was für Menschen heiß klingt, ist für Chips unproblematisch. Der Server gibt seine Hitze an das Kühlmittel ab, das mit rund 55 °C wieder austritt.
In kühlen Klimazonen reicht dann die Außenluft, um die Wärme über passive Kühler abzuführen. Verdunstungstürme oder mechanische Kühler werden überflüssig. Das Kühlmittel, ein Gemisch aus Wasser und Propylenglykol, wird einmal eingefüllt und läuft danach in einem geschlossenen Kreislauf. Frisches Wasser wird zum Kühlen der Chips nicht mehr genutzt.
Die Zahlen, die NVIDIA dafür nennt, sind beachtlich. Herkömmliche Systeme mit Kühltürmen verbrauchen rund 2,6 Millionen Gallonen Wasser pro Megawatt und Jahr. Das neue Design senkt diesen Wert in günstigen Klimazonen auf nahezu null, eine Reduktion von bis zu 100 Prozent. Die kommende Rubin-Generation ist laut NVIDIA die erste mit vollständiger Flüssigkühlung.
Der Nutzen geht über Wasser hinaus, denn Kühlung macht bis zu 40 % des Stromverbrauchs eines Rechenzentrums aus. Eine 50-Megawatt-Anlage spart nach Angaben von NVIDIA über vier Millionen US-Dollar pro Jahr. Diese Vorteile sind echt und gehören zur fairen Bewertung dazu. Sie entstehen am besten in kühlen Regionen, weshalb Microsoft ein Rechenzentrum im norwegischen Stargate-Projekt übernahm.
Woher kommt die 0,2-Prozent-Zahl?
Die genannte Prozentzahl stammt aus einer Schätzung des Manhattan Institute. Veröffentlicht wurde diese im März 2026. Demnach entfallen auf Rechenzentren in den USA rund 0,2 % des täglichen Wasserverbrauchs. Der größte Teil davon wird nicht einmal für die Kühlung selbst genutzt, sondern fällt indirekt über die Stromerzeugung an.
Genau hier beginnt das Problem. US-Rechenzentren verbrauchten im Jahr 2023 rund 17,4 Milliarden Gallonen Wasser. Das entspricht laut einer Auswertung des Berkeley Lab einem Verbrauch von etwa 160.000 Haushalten. Hinzu kamen weitere 211 Milliarden Gallonen, die indirekt über den Strom verbraucht wurden. Eine einzige Durchschnittszahl macht aus diesen sehr unterschiedlichen Posten einen harmlos wirkenden Wert. Denn je mehr Rechenleistung am Ende tatsächlich genutzt wird, desto größer wird auch die Wasserrechnung. Die Größenordnung zeigt sich an einzelnen Standorten wie dem Rechenzentrum Colossus 1, das Anthropic mit 220.000 KI-Chips mietet.
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