Ist OpenClaw das Linux der KI-Agenten?
KI-generiert mit Sora
Im August 1991 schrieb ein 21-jähriger Student aus Helsinki in ein Internetforum: „I’m doing a free operating system. Just a hobby, won’t be big and professional.“ 34 Jahre später läuft Linux auf 500 Supercomputern der Welt. Zudem findet sich das Open-Source-Betriebssystem auf rund 96 % der größten Webserver und auf jedem Android-Smartphone wieder.
Im November 2025 schrieb ein österreichischer Entwickler einen KI-Agenten innerhalb eines Wochenendes. Drei Monate später hat OpenClaw über 250.000 GitHub-Sterne und eine Community, die an die frühen Linux-Tage erinnert. Die Parallelen zwischen beiden Projekten sind verblüffend. Ob OpenClaw denselben Weg nimmt, kann heute niemand sagen. Aber die Gemeinsamkeiten sind zu offensichtlich, um sie zu ignorieren.
Was haben Linux und OpenClaw gemeinsam?
Linus Torvalds war 21, Student an der Universität Helsinki und frustriert von den verfügbaren Betriebssystemen. Er baute sich sein eigenes. Peter Steinberger war ein erfolgreicher Gründer aus Wien, der nach dem Verkauf seiner Firma PSPDFKit eine dreijährige Pause eingelegt hatte und wieder programmieren wollte. Beide hatten keinen Masterplan. Es war ein Hobbyprojekt, ein lustiger Zeitvertreib.
Torvalds schrieb seinen berühmten Usenet-Post am 25. August 1991. Steinberger veröffentlichte OpenClaw im November 2025 auf GitHub. Torvalds wollte sein Projekt „Freax“ nennen. Ein Freund nannte es eigenmächtig in „Linux“ um.
Steinberger gab seinem Agenten in zwei Monaten drei Namen. Erst Clawdbot, dann Moltbot und schließlich OpenClaw. Die Geschichten wirken wie Variationen desselben Drehbuchs.
Warum Open Source den Unterschied macht
Linux explodierte, weil Torvalds 1992 die Lizenz auf die GNU General Public License umstellte. Diese Lizenz erlaubte es jedem, den Code zu verändern, weiterzugeben und kommerziell zu nutzen. Innerhalb eines Jahres arbeiteten über 100 Entwickler am Kernel. Bis 1994 erschien Version 1.0.
OpenClaw war von Anfang an Open Source. Der Code liegt offen auf GitHub, jeder kann beitragen. Die Community hat das sofort verstanden und angenommen. Innerhalb weniger Wochen nach dem viralen Start entstanden Hunderte von Skills auf ClawHub, dem Marktplatz für OpenClaw-Erweiterungen. Skills funktionieren für OpenClaw wie Distributionen und Pakete für Linux: Sie erweitern das Basissystem um neue Fähigkeiten, gebaut von einer weltweit aktiven Community.
Torvalds wichtigste Entscheidung betraf die Community, nicht den Code. Er akzeptierte Beiträge von Fremden und ermutigte sie aktiv. Er behandelte seinen Kernel als Gemeingut.
Genau das passiert bei OpenClaw. Das Projekt gehört nicht einem Unternehmen. OpenClaw gehört der Community.
Server, KI-Modelle und Recherche kosten Geld. ClawNews ist unabhängig — hilf mit, dass das so bleibt.

