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Hologram-Malware: Gefälschter OpenClaw-Installer stielt Kryptowallets

Stephan Skrobisch 26. Mai 2026 4 Min.

Eine seit Februar 2026 laufende Malware-Kampagne nutzt die Beliebtheit von OpenClaw als Köder. Netskope Threat Labs hat einen gefälschten Installer dokumentiert, der einen 130 Megabyte großen Rust-Infostealer mit dem Codenamen Hologram ausliefert. Das Schadprogramm greift Zugangsdaten aus mehr als 250 Browser-Erweiterungen für Kryptowallets und Passwortmanager ab.

Wichtig zu wissen

OpenClaw selbst ist nicht kompromittiert. Die Angreifer setzen auf eine Imitator-Domain und klassisches Typosquattin.

Die gefälschte Installer-Seite

Die Domain openclaw-installer*com wurde am 9. März 2026 bei einem chinesischen Registrar (Alibaba) registriert und liegt hinter Cloudflare. Huntress dokumentierte bereits in der Februar-Welle drei weitere betroffene Organisationen nach demselben Muster. Die Kampagne verlinkt auf eine gefälschte GitHub-Organisation mit dem Bezeichner openclaw-install.

Von besagter Webseite lädt das Opfer ein Archiv mit der Datei OpenClaw_x64.exe herunter. Diese ausführbare Datei ist 130 MB groß, in Rust geschrieben und absichtlich aufgebläht. Die Größe umgeht Scan-Grenzwerte vieler Virenscanner und sprengt die Upload-Limits automatischer Sandboxen. Im PE-Manifest deklariert das Programm offen seinen Namen Hologram und die Beschreibung „Decoy entity generator for tactical misdirection“.

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Was Hologram stielt

Die Ziele der Malware sind im Detail bei Netskope dokumentiert. Insgesamt zielt der Stealer auf 250 Browser-Erweiterungen ab. Davon sind 201 Kryptowallets, darunter MetaMask, Phantom, Coinbase Wallet, OKX, Rabby und Ronin. Weitere 49 Erweiterungen sind Passwortmanager und 2FA-Apps wie Bitwarden, LastPass, 1Password, NordPass, KeePass und Google Authenticator. Eine separate Komponente zielt zusätzlich auf die Hardware-Wallet-Software Ledger Live. Die Zielliste wird serverseitig nachgeladen. Der Angreifer kann sie ohne neuen Binary-Build erweitern und langlebig pflegen.

Warum die Malware so schwer zu finden ist

Hologram führt vor jeder schädlichen Aktion eine mehrstufige Anti-Analyse aus. Das Programm prüft BIOS-Strings, Sandbox-DLLs, MAC-Präfixe und blockierte Benutzernamen. Anschließend bewertet es Hardware-Merkmale wie GPU, RAM, Festplattengröße und die Bildschirmauflösung.

Selbst wenn diese Checks bestanden sind, wartet die Malware auf echte Mausbewegung. Automatische Sandboxen bewegen die Maus nicht und werden so umgangen. Erst danach deaktiviert ein fragmentiert eingegebenes PowerShell-Skript den Microsoft Defender. Sechs weitere Rust-Komponenten setzen sich über Registry-Autostarts, einen WinLogon-Userinit-Hijack und geplante Aufgaben fest.

Die Befehlsserver erreicht die Malware über kompromittierte Domains, Azure DevOps und ein Hookdeck-Webhook-Relay. Telegram-Kanäle dienen als Dead-Drop für die jeweils aktuelle Serveradresse. Diese Kombination ist ungewöhnlich: Hookdeck ist nach Angaben von Netskope erstmalig in einer Crimeware-Kampagne dokumentiert. Damit reiht sich Hologram ein in eine wachsende Zahl von Infostealer-Angriffen, die KI-Tools als Köder nutzen.

Was OpenClaw-Nutzer jetzt tun sollten

Netskope verfolgt mindestens drei Wellen der Kampagne. Die erste Welle dokumentierte Huntress im Februar 2026 mit Vidar, PureLogs und GhostSocks auf Windows sowie AMOS auf macOS. Die zweite Welle ist Hologram mit einem Framework aus sechs Binaries. Eine dritte Welle mit dem Codenamen Pathfinder hat während der Netskope-Analyse die gesamte Infrastruktur rotiert.

Wer OpenClaw installieren will, sollte ausschließlich die offizielle Projektseite und das verifizierte GitHub-Repository nutzen. Domains mit Bindestrich oder zusätzlichen Wörtern im Namen sind ein Warnsignal. Wer einen Installer von einer Drittseite gezogen hat, sollte den Rechner gründlich bereinigen. Wegen der mehrfachen Persistenz von Hologram ist im Zweifel eine Neuinstallation des Systems oder professionelle Hilfe der zuverlässige Weg. Kryptowallet-Seeds und Passwortmanager-Tresore gelten in jedem Fall als kompromittiert.

Die Risiken eines KI-Agenten mit Vollzugriff auf den Rechner sind seit Monaten dokumentiert. Die Hologram-Kampagne ergänzt diese Liste. Nicht der Agent ist das Problem, sondern seine Beliebtheit. Dass Angreifer das Marken-Vertrauen für zielgerichtetes Social Engineering missbrauchen, ist für die OpenClaw-Community nichts neues.

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