OpenAI veröffentlicht GPT-5.4: Weniger Token, dafür mehr Autonomie
KI-generiert mit Sora
OpenAI hat mit GPT-5.4 sein neues Flaggschiff-Modell veröffentlicht. GPT-5.4 bringt die Programmierfähigkeiten von GPT-5.3-Codex mit, bietet ein Kontextfenster von einer Million Token und verbraucht deutlich weniger Token als der Vorgänger. Bei mehreren Benchmarks setzte sich GPT-5.4 an die Spitze, auch in Bereichen, in denen zuletzt Claude Opus 4.6 von Anthropic führte.
GPT-5.4 ist seit dem 5. März 2026 verfügbar und kommt in drei Varianten. GPT-5.4 Thinking für Nutzer, GPT-5.4 als API-Modell und GPT-5.4 Pro für maximale Leistung bei komplexen Aufgaben. Die Preise steigen gegenüber dem Vorgänger GPT-5.2. Die Standard-API kostet 2,50 US-Dollar pro Million Input-Token und 15 US-Dollar pro Million Output-Token. GPT-5.4 Pro liegt bei 30 und 180 US-Dollar pro Million Token und ist damit das teuerste Modell von OpenAI bisher.
Was ist neu bei GPT-5.4?
Die wichtigste Neuerung für Entwickler ist Computer Use. GPT-5.4 ist laut offiziellem Blogpost das erste allgemeine OpenAI-Modell, das eigenständig einen Computer bedienen kann. Das Modell navigiert durch Software, klickt Schaltflächen, füllt Formulare aus und arbeitet über mehrere Anwendungen hinweg. Auf dem OSWorld-Verified-Benchmark erreicht GPT-5.4 75 %, während der Vorgänger GPT-5.2 bei 37,9 % lag.
Dazu kommt das Feature Tool Search. Bisher mussten Entwickler alle verfügbaren Werkzeuge im System-Prompt definieren, was bei vielen Tools den Kontext aufblähte. GPT-5.4 kann Werkzeuge jetzt dynamisch laden, ohne den Cache zu brechen. Das spart Token und beschleunigt Anfragen in Systemen mit vielen Schnittstellen.
OpenAI betont außerdem die Token-Effizienz. GPT-5.4 löst Aufgaben mit deutlich weniger Token als GPT-5.2. Laut VentureBeat sind es bei manchen Aufgaben 47 % weniger. Der höhere Preis pro Token soll sich durch den geringeren Verbrauch bei vielen Aufgaben ausgleichen.
Wie schneidet GPT-5.4 in den Benchmarks ab?
Nach Angaben von OpenAI übernimmt GPT-5.4 bei mehreren Benchmarks die Führung. Auf GDPval, dem Test für praxisnahe Wissensarbeit in 44 Berufsfeldern, erreicht das Modell 83 %. Laut The New Stack liegt Anthropics Claude Opus 4.6 dort bei 79,5 %. Auf BrowseComp für agentenbasierte Websuche übertrifft GPT-5.4 den Vorgänger um 17 %. GPT-5.4 Pro erreicht dort 89,3 % und setzt einen neuen Bestwert.
Beim Programmieren übertrifft GPT-5.4 auf SWE-Bench Pro sogar das eigene Codex-Modell von GPT-5.3. Die Fehlerquote sinkt ebenfalls. Einzelne Aussagen des Modells enthalten laut Aussagen des Herstellers 33 % weniger Fehler als bei GPT-5.2. Vollständige Antworten sind 18 % seltener fehlerbehaftet.
Was kann GPT-5.4 außerhalb der Programmierung?
Wie Anthropic mit Claude positioniert OpenAI sein neues Modell gezielt für Wissensarbeit. GPT-5.4 erstellt Dokumente, Tabellen und Präsentationen. Passend dazu hat OpenAI ChatGPT für Excel als Addin veröffentlicht, das direkt in Microsofts Tabellenkalkulation arbeitet. Auch Google Sheets wird unterstützt.
Laut Fortune zielt OpenAI damit direkt auf Anthropic, das mit Claude für Finanzdienstleistungen und dem Produktivitätstool Cowork ähnliche Funktionen anbietet.
Lohnt sich GPT-5.4?
GPT-5.4 ist teurer als der Vorgänger, aber effizienter. Die Preiserhöhung von 2 auf 2,50 US-Dollar pro Million Input-Token und von 10 auf 15 US-Dollar pro Million Output-Token wird laut OpenAI durch den geringeren Token-Verbrauch bei vielen Aufgaben kompensiert.
Im Vergleich zu Claude Opus 4.6 ist GPT-5.4 beim Grundpreis günstiger. Allerdings liegt die Pro-Variante deutlich über allem, was Anthropic anbietet. Die Wahl hängt davon ab, welche Aufgaben im Vordergrund stehen. GPT-5.4 punktet bei Computer Use und Tool-Integration, Claude Opus 4.6 bei langem Kontext und agentenbasiertem Programmieren.
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