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Gefälschte Claude-Code-Repositories verbreiten Infostealer über GitHub

Stephan Skrobisch 9. April 2026 2 Min.

Angreifer nutzen den versehentlichen Claude-Code-Leak aus, um Schadsoftware über GitHub zu verbreiten. Das Sicherheitsunternehmen Zscaler hat gefälschte Repositories entdeckt, die sich als rekonstruierter Programmcode mit freigeschalteten Enterprise-Funktionen ausgeben. Statt Code enthalten sie den Infostealer Vidar und das Proxy-Tool GhostSocks.

Wie funktioniert die Malware-Kampagne?

Am 31. März 2026 wurde der Quellcode des Coding-Assistenten Claude Code von Anthropic versehentlich über ein npm-Paket öffentlich. Kriminelle reagierten innerhalb von Stunden. Die Forscher von Zscaler ThreatLabz entdeckten ein Repository des GitHub-Nutzers „idbzoomh“, das sich als vollständiger Programmcode mit freigeschalteten Premium-Funktionen tarnte. Das Repository tauchte zeitweise unter den ersten Google-Suchergebnissen für „leaked Claude Code“ auf.

Mindestens zwei solcher Repositories waren auf GitHub aktiv. Eines davon sammelte laut The Register 793 Forks und 564 Sterne. Forks sind Kopien eines Repositories, Sterne dienen als Bewertung.

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Was steckt in den gefälschten Archiven?

Auf der Release-Seite der Repositories liegt ein 7-Zip-Archiv mit dem Namen „Claude Code – Leaked Source Code“. Darin befindet sich ClaudeCode_x64.exe, eine in Rust geschriebene Startdatei, die nach dem Ausführen weitere Schadsoftware nachlädt.

Der erste Payload ist Vidar in der Version 18.7. Vidar ist ein Infostealer, der Zugangsdaten aus Browsern entwendet, gespeicherte Kreditkartendaten abgreift und den Browserverlauf ausliest.

Der zweite Payload ist GhostSocks. GhostSocks verwandelt infizierte Rechner in eine Proxy-Infrastruktur. Angreifer leiten ihren Datenverkehr über die kompromittierten Geräte, um ihre eigene Identität zu verschleiern. Das Archiv wird laut Zscaler regelmäßig aktualisiert, weitere Payloads sind jederzeit möglich.

Warum häufen sich solche Angriffe?

Das Sicherheitsunternehmen Huntress hatte bereits im März 2026 eine vergleichbare Kampagne dokumentiert. Damals nutzten die Angreifer den KI-Agenten OpenClaw als Köder. Gefälschte Installationsdateien auf GitHub lieferten mit Vidar und GhostSocks identische Payloads. Die Methode erinnert an die Prompt-Injection-Kampagne gegen Cline, bei der Angreifer ebenfalls KI-Tools als Verbreitungsweg nutzten. Kriminelle greifen aktuelle Themen mit hohem Suchvolumen auf und verbreiten darüber Schadsoftware.

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