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Fake Krill-Accounts: OpenClaw warnt vor Betrugsmasche mit ScreenConnect

Stephan Skrobisch 21. April 2026 3 Min.

Gefälschte Krill-Accounts sprechen OpenClaw-Nutzer in Direktnachrichten an. Mindestens einer davon versuchte, Nutzer zur Installation des Fernwartungstools ScreenConnect zu bewegen. Das Twitter-Profil von OpenClaw hat die Masche öffentlich gemacht. Parallel läuft im offiziellen Discord-Server eine angepinnte Warnung an alle Mitglieder. Der Kernsatz aus dem Tweet: der echte Krill kontaktiert niemanden per DM.

Krill ist der Maskottchen-Name für das Support-Profil im OpenClaw-Discord „Friends of the Crustacean“. Der Server zählt rund 175.000 Mitglieder. Krill beantwortet dort technische Fragen zu Installation, Konfiguration und Fehlersuche beim quelloffenen KI-Agenten OpenClaw. Die Betrüger kopieren den Namen, Avatar sowie Schreibstil und kontaktieren Nutzer über Privatnachrichten (DM).

ScreenConnect als Einfallstor

Laut Tweet wollte einer der gefälschten Accounts Nutzer dazu bringen, ScreenConnect zu installieren. Das ist ein legitimes Fernwartungstool von ConnectWise. In der Hand von Angreifern wird daraus ein Remote Access Trojaner, also eine Fernzugriffs-Schadsoftware. Sicherheitsforscher von Aikido Security haben ähnliche Angriffe bereits Ende Januar dokumentiert. Eine gefälschte VS-Code-Erweiterung unter dem Namen „ClawdBot Agent“ schleuste einen präparierten ScreenConnect-Client auf Entwicklerrechner ein.

Der Angriffsweg folgt einem vertrauten Muster. Die Betrüger setzen auf das Vertrauen in eine bekannte Marke und auf den Stress einer akuten Problemstellung. Wer verzweifelt nach einer Lösung sucht und eine vermeintliche Support-DM bekommt, klickt schneller als geplant. Ähnliche Köder dokumentiert ClawNews für den Phishing-Angriff mit gefälschten CLAW-Token-Airdrops.

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Die offizielle Discord-Warnung

Im Discord-Server ist eine Warnung des Mod-Teams angepinnt. Sie nennt vier Regeln:

  • keinen zufälligen Direktnachrichten vertrauen, die angeblich Support anbieten
  • nicht auf Zuruf Befehle oder Installationen unverifizierter Accounts ausführen
  • keine Tokens, API-Keys, Auth-Codes oder Konfigurationsdateien weitergeben
  • bei Verdacht im Server nachfragen und das Mod-Team ansprechen

Der abschließende Satz der Warnung fasst die Lage zusammen: echte Support-Krustentiere sind real, Betrüger nicht.

In eigener Sache

ClawNews ist ebenfalls auf dem offiziellen OpenClaw-Discord vertreten. Chefredakteur Stephan Skrobisch (Discord-Handle: skrcsde) ist Teil des Mod-Teams und unterstützt das Discord-Team aktiv dabei, die Community vor Angriffen zu schützen.

So erkennst du echte Accounts

Krill spricht im Server öffentlich, nicht in Direktnachrichten. Wer eine DM von einem angeblichen Support-Profil bekommt, prüft drei Sachen:

  • Ist der Account Mitglied des offiziellen Servers „Friends of the Crustacean“?
  • Stimmt die User-ID mit dem bekannten Profil überein?
  • Werden Installationen oder Befehle verlangt, die außerhalb der offiziellen Dokumentation liegen?

Bei einem Ja auf die letzte Frage ist die Antwort immer: abbrechen.

Die sichere Quelle für Installationsbefehle bleibt openclaw.ai und das offizielle Repository unter github.com/openclaw/openclaw. Alles andere ist verdächtig.

Der Fall reiht sich in eine Serie gezielter Angriffe auf die OpenClaw-Community ein. Dazu zählen Attacken per Prompt Injection, die Cline kaperten und OpenClaw auf 4.000 Rechnern installierten. Ebenso dokumentiert sind gefälschte Claude-Code-Repositories mit Infostealer-Malware. Die Angreifer werden systematischer. Der Reflex, bei jeder DM skeptisch zu sein, gehört inzwischen zur Grundausstattung jedes OpenClaw-Nutzers.

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