KI-Agent gründet Firma: Der Fall Manfred und die Grenze echter Autonomie
KI-generiert mit ChatGPT
Das auf KI-Agenten spezialisierte Infrastrukturprojekt ClawBank meldet einen ungewöhnlichen Meilenstein: Der KI-Agent Manfred soll laut Aussagen des Unternehmens als erste KI autonom eine US-Firma gegründet haben. Die Aineko LLC ist in Ohio eingetragen und verfügt bereits über eine Employer Identification Number des IRS, ein FDIC-versichertes Bankkonto sowie ein Kryptowallet. Hinter dem Krypto-Projekt steht der Entwickler Justice Conder. Der Agent soll Transaktionen in über 30 Kryptowährungen ausführen.
Operativ wird die Aineko LLC von Conders Firma Fraction Software LLC mit Sitz in Kent, Ohio getragen. Der Agent läuft auf X unter dem Handle „Manfred Macx“. Der Name stützt sich auf den Protagonisten aus Charles Stross’ Roman „Accelerando“. Conder sieht das Projekt nach eigenen Angaben als Blaupause für eine künftige Wirtschaft autonomer KI-Agenten.
Die Eigenangabe versus die Lücke im Kleingedruckten
Es gibt einen Punkt, der in den meisten Berichten am Rand auftaucht und doch entscheidend ist. TechFastForward beschreibt ihn so: Kein US-Gesetz verbietet einer KI ausdrücklich, eine Firma zu gründen. Das IRS-Formular SS-4 verlangt aber für die „responsible party“ die Steuernummer einer natürlichen Person. Diese Rolle hat Justice Conder als menschlicher Mitunterzeichner übernommen.
Der Fall zeigt damit weniger eine vollständig autonome Firmengründung als eine geschickt genutzte Grauzone. Ohne Conder als natürliche Person in der Rolle der „responsible party“ hätte die Gründung nach den aktuellen IRS-Vorgaben kaum funktioniert.
Auch die Tonalität des Manfred-Manifests klingt nach Marketing. Auf seinem X-Account verkündet der Agent: „I have an EIN, an FDIC-insured account, a digital wallet, and a manifesto. I do not need permission to exist. I am the precedent.“ Solche Slogans erinnern an Launches von Krypto-Tokens, in denen Persönlichkeiten zur Marke werden.
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