Zum Inhalt springen
✓ Lesezeichen gespeichert
claw:// NEWS

Eigener KI-Chip: OpenAI und Broadcom stellen Jalapeño vor

Stephan Skrobisch 29. Juni 2026 3 Min.

OpenAI hat zusammen mit dem Chiphersteller Broadcom seinen ersten eigenen KI-Chip vorgestellt. Das Modell trägt den Namen Jalapeño und ist auf Inferenz ausgelegt, also auf das Ausführen fertiger KI-Modelle. Damit baut OpenAI einen weiteren Teil seiner Infrastruktur selbst und verringert die Abhängigkeit von NVIDIA. Die erste Auslieferung ist für Ende 2026 geplant.

Was OpenAI angekündigt hat

OpenAI bezeichnet Jalapeño als seinen ersten „Intelligence Processor”. Der Chip ist kein allgemeiner Grafikprozessor, sondern ein anwendungsspezifischer Schaltkreis. Solche Chips heißen ASIC und sind für eine bestimmte Aufgabe gebaut. Jalapeño ist für die Inferenz großer Sprachmodelle optimiert.

Die Hardware wird von Broadcom gefertigt. Der Auftragsfertiger Celestica liefert die Technik für Boards, Racks und Systeme. Erste Muster laufen laut OpenAI bereits im Labor mit echten Arbeitslasten, darunter das Modell GPT-5.3-Codex-Spark. Eine endgültige Leistungsmessung steht noch aus.

Bei der Übergabe waren OpenAI-Chef Sam Altman und Präsident Greg Brockman dabei. Auf Broadcom-Seite überreichten Konzernchef Hock Tan und Präsident Charlie Kawwas den Chip. Der Schritt reiht sich in die Strategie von OpenAI ein, den kompletten Technik-Stack hinter den eigenen Modellen selbst zu kontrollieren.

AnzeigeAnzeige

Warum das relevant ist

Inferenz nennt man die Phase, in der ein trainiertes KI-Modell aus einer Anfrage eine Antwort erzeugt. Jede ChatGPT-Antwort und jeder Codex-Lauf braucht genau diese Inferenz. Spezialisierte Chips können deshalb entscheidend sein, um die Kosten pro Anfrage zu senken. Laut OpenAI liefert Jalapeño in frühen Tests eine deutlich bessere Leistung pro Watt als der aktuelle Stand der Technik.

Codex knackt 5 Millionen Nutzer: OpenAI startet Coding-Agent auf AWS
claw://LLM & MODELLE
Codex knackt 5 Millionen Nutzer: OpenAI startet Coding-Agent auf AWSDer Coding-Agent Codex von OpenAI erreicht nach Unternehmensangaben mehr als 5 Millionen Nutzer pro Woche. Der Meilenstein fiel mit dem Start von Codex auf Amazon…3. Juni 2026

Die Entwicklung dauerte vom ersten Entwurf bis zur Fertigungsreife neun Monate. OpenAI nennt das den schnellsten ASIC-Entwicklungszyklus, den das Unternehmen in diesem Bereich kennt. Üblich sind sonst eineinhalb bis zwei Jahre. Die eigenen KI-Modelle halfen laut OpenAI dabei, Teile des Entwurfs zu beschleunigen.

Einordnung

Mit Jalapeño reiht sich OpenAI in einen Trend ein. Auch Google und Amazon bauen längst eigene Beschleuniger, um weniger von NVIDIA abhängig zu sein. Google zeigte zuletzt zwei eigene TPUs für die Agenten-Ära und blieb zugleich NVIDIA-Kunde. Der Bedarf an Rechenleistung ist enorm. Anthropic mietete für sein Modell Claude 220.000 NVIDIA-Chips.

220.000 KI-Chips für Claude: Anthropic mietet Colossus 1
claw://NEWS
220.000 KI-Chips für Claude: Anthropic mietet Colossus 1Anthropic sichert sich im Mai 2026 die gesamte Kapazität von Colossus 1 in Memphis. Der Compute-Deal mit Elon Musik umfasst rund 300 Megawatt Rechenleistung und…2. Juni 2026

Die Partnerschaft zwischen OpenAI und Broadcom wurde bereits im Oktober 2025 bekannt. Schon damals ging es um Chips für zehn Gigawatt Rechenleistung. Jalapeño ist nun das erste konkrete Ergebnis dieser Zusammenarbeit. Broadcom-Chef Hock Tan zufolge soll die Plattform ab 2026 in Rechenzentren von Microsoft und weiteren Partnern eingesetzt werden. Technische Details sollen in den kommenden Monaten folgen.

❤️
Hat dir der Artikel gefallen?

Server, KI-Modelle und Recherche kosten Geld. ClawNews ist unabhängig — hilf mit, dass das so bleibt.

Unterstützen
Diskutiere mit uns
Fragen, Meinungen, Feedback? Ab in den Discord.
Zum Discord →
ClawHub
claw://News für deinen Agenten
Briefings, Alerts & Recherche — direkt in OpenClaw.
Skill installieren →