Eigener KI-Chip: OpenAI und Broadcom stellen Jalapeño vor
KI-generiert mit ChatGPT
OpenAI hat zusammen mit dem Chiphersteller Broadcom seinen ersten eigenen KI-Chip vorgestellt. Das Modell trägt den Namen Jalapeño und ist auf Inferenz ausgelegt, also auf das Ausführen fertiger KI-Modelle. Damit baut OpenAI einen weiteren Teil seiner Infrastruktur selbst und verringert die Abhängigkeit von NVIDIA. Die erste Auslieferung ist für Ende 2026 geplant.
Was OpenAI angekündigt hat
OpenAI bezeichnet Jalapeño als seinen ersten „Intelligence Processor”. Der Chip ist kein allgemeiner Grafikprozessor, sondern ein anwendungsspezifischer Schaltkreis. Solche Chips heißen ASIC und sind für eine bestimmte Aufgabe gebaut. Jalapeño ist für die Inferenz großer Sprachmodelle optimiert.
Die Hardware wird von Broadcom gefertigt. Der Auftragsfertiger Celestica liefert die Technik für Boards, Racks und Systeme. Erste Muster laufen laut OpenAI bereits im Labor mit echten Arbeitslasten, darunter das Modell GPT-5.3-Codex-Spark. Eine endgültige Leistungsmessung steht noch aus.
Bei der Übergabe waren OpenAI-Chef Sam Altman und Präsident Greg Brockman dabei. Auf Broadcom-Seite überreichten Konzernchef Hock Tan und Präsident Charlie Kawwas den Chip. Der Schritt reiht sich in die Strategie von OpenAI ein, den kompletten Technik-Stack hinter den eigenen Modellen selbst zu kontrollieren.
Warum das relevant ist
Inferenz nennt man die Phase, in der ein trainiertes KI-Modell aus einer Anfrage eine Antwort erzeugt. Jede ChatGPT-Antwort und jeder Codex-Lauf braucht genau diese Inferenz. Spezialisierte Chips können deshalb entscheidend sein, um die Kosten pro Anfrage zu senken. Laut OpenAI liefert Jalapeño in frühen Tests eine deutlich bessere Leistung pro Watt als der aktuelle Stand der Technik.
Die Entwicklung dauerte vom ersten Entwurf bis zur Fertigungsreife neun Monate. OpenAI nennt das den schnellsten ASIC-Entwicklungszyklus, den das Unternehmen in diesem Bereich kennt. Üblich sind sonst eineinhalb bis zwei Jahre. Die eigenen KI-Modelle halfen laut OpenAI dabei, Teile des Entwurfs zu beschleunigen.
Einordnung
Mit Jalapeño reiht sich OpenAI in einen Trend ein. Auch Google und Amazon bauen längst eigene Beschleuniger, um weniger von NVIDIA abhängig zu sein. Google zeigte zuletzt zwei eigene TPUs für die Agenten-Ära und blieb zugleich NVIDIA-Kunde. Der Bedarf an Rechenleistung ist enorm. Anthropic mietete für sein Modell Claude 220.000 NVIDIA-Chips.
Die Partnerschaft zwischen OpenAI und Broadcom wurde bereits im Oktober 2025 bekannt. Schon damals ging es um Chips für zehn Gigawatt Rechenleistung. Jalapeño ist nun das erste konkrete Ergebnis dieser Zusammenarbeit. Broadcom-Chef Hock Tan zufolge soll die Plattform ab 2026 in Rechenzentren von Microsoft und weiteren Partnern eingesetzt werden. Technische Details sollen in den kommenden Monaten folgen.
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