Der Fall Chegg: Das erste Börsenopfer der KI
KI-generiert mit ChatGPT
Chegg galt 2021 als Vorzeigefirma der Online-Bildung und brachte es an der Börse auf 14,5 Milliarden US-Dollar. Am 17. Juli 2026 schloss die Aktie bei 0,82 US-Dollar, das entspricht einem Börsenwert von rund 92 Millionen US-Dollar. Seit ChatGPT den Markt für Hausaufgabenhilfe umgekrempelt hat, sind mehr als 99 % des Unternehmenswerts verschwunden. Chegg gilt damit als erstes börsennotiertes Unternehmen, das durch generative KI an den Rand des Zusammenbruchs gedrängt wurde.
- Vom Pandemie-Gewinner zum Pennystock
- Ein einziger Satz kostet eine Milliarde US-Dollar
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- Häufige Fragen
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Chegg verlor in den 39 Monaten nach dem Start von ChatGPT über 99 % seines Börsenwerts. Der Fall gilt als schnellste dokumentierte KI-Disruption der Börsengeschichte. Aufgeben will das Unternehmen trotzdem nicht: Es kämpft mit einem Umbau zur Weiterbildungsplattform ums Überleben.
Vom Pandemie-Gewinner zum Pennystock
Der Aufstieg von Chegg war ein Produkt der Pandemie. Ab 2020 lernten Millionen Studierende von zu Hause und suchten Unterstützung bei ihren Hausaufgaben. Chegg verkaufte diese Hilfe im Abo. Für 19,95 US-Dollar im Monat erhielten Nutzer Zugriff auf 79 Millionen Schritt-für-Schritt-Lösungen. Tausende bezahlte Fachkräfte hatten diesen Bestand über mehr als ein Jahrzehnt aufgebaut.
Im Februar 2021 erreichte die Aktie mit 113,51 US-Dollar ihren Höchststand. Der Börsenwert lag bei rund 14,5 Milliarden US-Dollar. Die Datenbank galt als Burggraben, also als Schutzwall, den Wettbewerber nicht kurzfristig nachbauen können. Am 30. November 2022 veröffentlichte OpenAI dann ChatGPT. Heute ist das Papier ein Pennystock, also eine Aktie mit einem Kurs unter einem US-Dollar.
Ein einziger Satz kostet eine Milliarde US-Dollar
Am 1. Mai 2023 räumte der damalige Chef Dan Rosensweig in der Analystenkonferenz ein, dass ChatGPT das Neukundengeschäft bremst. „We now believe it’s having an impact on our new customer growth rate”, sagte er. Am folgenden Handelstag, dem 2. Mai 2023, verlor die Aktie 48 %. Rund eine Milliarde US-Dollar an Börsenwert löste sich in Luft auf. Chegg gilt als das erste börsennotierte Unternehmen, das solche Schäden durch generative KI offiziell bestätigte.
Der Abwärtstrend beschleunigte sich danach Quartal für Quartal, die Abonnentenzahlen sanken kontinuierlich. Der Jefferies-Analyst Brent Thill stufte die Aktie 2024 ab. Thill beschrieb Chegg als Unternehmen in einer Abwärtsspirale, ohne Aussicht auf Stabilisierung. Im Juni 2024 übergab Rosensweig den Chefposten an Nathan Schultz. Die Wende blieb jedoch aus.
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