Cursor gibt zu: Composer 2 basiert auf Kimi K2.5 von Moonshot AI
KI-generiert mit Sora
Die KI-gestützte Entwicklungsumgebung Cursor hatte ihr neues Coding-Modell Composer 2 als Eigenentwicklung beworben. Tatsächlich basiert Composer 2 aber auf dem Open-Source-Modell Kimi K2.5 des chinesischen Unternehmens Moonshot AI. Cursor verschwieg die Herkunft bei der Veröffentlichung am 19. März 2026. Erst nach der Entdeckung durch einen Entwickler räumte das Unternehmen die Verbindung ein.
Cursor-Entwickler Anysphere wird mit 29,3 Milliarden US-Dollar bewertet und erzielt laut TechCrunch geschätzt zwei Milliarden US-Dollar Jahresumsatz. Die IDE gehört zu den am häufigsten genutzten Entwicklungswerkzeugen für OpenClaw-Nutzer.
Wie flog die Herkunft auf?
Der Entwickler @fynnso entdeckte über die API die Model-ID kimi-k2p5-rl-0317-s515-fast. Sein Post auf X erreichte über 444.000 Views in weniger als 24 Stunden. Elon Musk kommentierte knapp: „Yeah, it’s Kimi 2.5.„
Yulun Du, Leiter des Pre-Training-Teams bei Moonshot AI in Peking, bestätigte den Fund. Laut Du ist der Tokenizer identisch mit dem hauseigenen Kimi-Tokenizer. Ein Tokenizer zerlegt Text in kleine Einheiten, die das KI-Modell verarbeiten kann. Er funktioniert wie ein Wörterbuch, das festlegt, wie Sprache gelesen wird. Wenn zwei Modelle denselben Tokenizer verwenden, stammen sie mit hoher Wahrscheinlichkeit aus derselben Codebasis. Du fragte öffentlich: „Why aren’t you respecting our license, or paying any fees?„.
Wie hat Cursor auf die Entdeckung reagiert?
Lee Robinson, VP Developer Education bei Cursor, gab die Herkunft zu: „Yep, Composer 2 started from an open-source base!“ Laut Robinson stammen nur etwa 25 % des Rechenaufwands für das finale Modell vom Basismodell. Den Rest lieferte eigenes Training.
Cursor-Mitgründer Aman Sanger räumte ein, dass die fehlende Erwähnung von Kimi ein Versäumnis war: „It was a miss to not mention the Kimi base in our blog from the start. We’ll fix that for the next model.„
Moonshot AI bestätigte auf X eine „authorized commercial partnership“ über den Dienstleister Fireworks AI. Eine formelle Stellungnahme zur Lizenzfrage hat Cursor bis zum 23. März 2026 nicht veröffentlicht.
Warum ist die Lizenz ein Problem?
Kimi K2.5 nutzt eine modifizierte MIT-Lizenz. Produkte mit über 100 Millionen monatlichen Nutzern oder über 20 Millionen US-Dollar Monatsumsatz müssen „Kimi K2.5″ prominent im Produkt anzeigen. Der geschätzte Monatsumsatz von Cursor liegt bei rund 167 Millionen US-Dollar. Das ist mehr als das Achtfache der Lizenzschwelle.
Ob Cursor diese Pflicht zur Namensnennung eingehalten hat, ist unklar. Die Composer-2-Ankündigung erwähnte weder Kimi noch Moonshot AI. Robinson verwies auf die kommerzielle Partnerschaft über Fireworks AI.
Das Thema Open-Source-Lizenzen und die Pflichten bei kommerzieller Nutzung hatten wir bereits im Kontext der gesperrten KI-generierten Pull Requests bei OpenClaw beleuchtet.
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