Copy Fail: KI-Scanner findet Linux-Root-Lücke in jeder Distribution
KI-generiert mit ChatGPT
Eine neue Schwachstelle im Linux-Kernel mit dem Spitznamen Copy Fail erlaubt jedem unprivilegierten lokalen Nutzer Root-Zugriff. Betroffen ist praktisch jede große Distribution seit 2017.
Die Erkenntnis stammt vom Theori-Forscher Taeyang Lee. Er erkannte das Zusammenspiel von AF_ALG und Splice als wenig beachteten Angriffspunkt. Mit Hilfe des KI-Scanners Xint Code analysierte der Forscher das gesamte Krypto-Subsystem. Nach rund einer Stunde Scanzeit war Copy Fail der gravierendste Fund.
So funktioniert Copy Fail
Die Schwachstelle trägt die Kennung CVE-2026-31431. CVE ist eine eindeutige Kennung für Sicherheitslücken, vergeben vom internationalen Sicherheits-Register MITRE. Die besagte Lücke klafft im Kernel-Modul algif_aead, einer Komponente der AF_ALG-Schnittstelle. Ein logischer Fehler erlaubt es, vier kontrollierte Bytes in den Page Cache (den Datei-Zwischenspeicher des Kernels) zu schreiben. Damit lässt sich eine setuid-Datei wie su manipulieren um Root-Rechte zu erlangen.
Warum ist die Schwachstelle so gefährlich?
Die Forscher stufen Copy Fail als deterministisch ein. Keine Race Condition, keine versionsspezifischen Offsets, der Exploit funktioniert auf jeder getesteten Distribution. Das Proof-of-Concept ist 732 Byte groß und läuft unverändert auf Ubuntu, Amazon Linux, RHEL und SUSE.
Microsoft Defender stuft die Sicherheitslücke als hoch ein, der CVSS-Score liegt bei 7.8 (NVD). Die CISA hat sie in den Katalog aktiv ausgenutzter Schwachstellen aufgenommen. Laut Microsoft wurde eine aktive Ausnutzung bisher überwiegend in Forschungskontexten beobachtet. Im Vergleich zu Vorgängern wie Dirty Cow oder Dirty Pipe benötigt Copy Fail keine Race Condition.
Was sollten Admins jetzt tun?
Verantwortliche sollten schnellstens Kernel-Updates der Distribution einspielen. Wenn das Update kurzfristig nicht möglich ist, hilft als Notmaßnahme der Bootparameter initcall_blacklist=algif_aead_init. Auf Enterprise-Distributionen wie RHEL, AlmaLinux oder Amazon Linux ist algif_aead als built-in kompiliert. Dort sind rmmod und modprobe-Blacklist wirkungslos, wie CloudLinux ausdrücklich warnt.
Besonders dringend ist die Lage in Cloud-Umgebungen mit geteilten Hosts, CI-Runnern und Kubernetes-Clustern. Dort teilen Container und Host denselben Page Cache. Das macht Container-Escapes aus KI-Agenten besonders gefährlich. Microsoft empfiehlt im Defender-Report Container-Ausbrüche als potenzielle Host-Kompromittierungen zu behandeln und betroffene Knoten zügig neu auszurollen.
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