ClawRewind KW 18: Anthropic im Krisenmodus und LiteLLM unter Beschuss
KI-generiert mit ChatGPT
In KW 18 geriet Anthropic gleich an mehreren Fronten unter Druck. Der Claude Mythos Preview wurde von The Register als „Nothingburger“ eingestuft. Sam Altman warf dem Lab Angstmacherei vor. Claude Code verschwand kurz aus dem Pro-Plan. Claude Desktop bekam einen Spyware-Vorwurf. Parallel sicherte Amazon mit bis zu 25 Milliarden US-Dollar die Compute-Versorgung.
ClawRewind fasst wie immer die wichtigsten KI-Meldungen der Woche auf ClawNews zusammen. Außerhalb der Anthropic-Schlagzeilen prägten weitere Themen die Woche. Sysdig dokumentierte die aktive Ausnutzung einer LiteLLM-Schwachstelle binnen 36 Stunden. Peter Steinberger schloss mit ClawSweeper an einem Tag rund 4.000 OpenClaw-Issues. Alipay startete zudem mit AI Pay einen Bezahldienst, der explizit auf OpenClaw-artige Agenten abzielt.
Warum nennt The Register Claude Mythos einen „Nothingburger“?
Drei Wochen nach dem Launch steht der Claude Mythos Preview unter Hype-Verdacht. Das britische IT-Magazin The Register fasste die Kritik in einer pointierten Schlagzeile zusammen. Reporterin Jessica Lyons wirft Anthropic vor, die Fähigkeiten des Modells überzeichnet zu haben.
VulnCheck-Forscher Patrick Garrity beziffert die in der CVE-Datenbank verifizierten Treffer auf rund 40. CVE steht für Common Vulnerabilities and Exposures und ist die international anerkannte Kennung für öffentlich dokumentierte Sicherheitslücken. Anthropic hatte bei der Vorstellung am 7. April 2026 von tausenden zusätzlichen Schwachstellen mit hoher und kritischer Schwere gesprochen.
Konkret nennt The Register drei Schwachpunkte. Die 181 Firefox-Exploits liefen ohne aktive Browser-Sandbox. Der FreeBSD-Exploit erforderte laut Devansh menschliche Eingriffe. Der prominent kommunizierte Bug im Linux-Kernel stammt zudem nicht von Mythos. Er stammt vom öffentlich zugänglichen Vorgängermodell Claude Opus 4.6.
Mozilla relativierte die angeblich übermenschlichen Fähigkeiten. Die US-Cyberbehörde CISA hat keinen Zugang zum Modell. Die vollständige Bestandsaufnahme zur Mythos-Kritik bündelt System-Card-Befunde und Reaktionen aus dem Security-Ökosystem. Hintergrund zur Modell-Vorstellung liefert die BSI-Warnung aus KW 16.
Was wirft Sam Altman dem Konkurrenten Anthropic vor?
OpenAI-Chef Sam Altman hat die Vermarktung von Mythos im Podcast Core Memory mit Tech-Journalist Ashlee Vance scharf kritisiert. Die Folge erschien am 21. April 2026. OpenAI-Präsident Greg Brockman war ebenfalls als Gast dabei. Altman sprach von „fear-based marketing“ und zog einen drastischen Vergleich. Anthropic baut laut Altman eine Bombe und verkauft anschließend den passenden Bunker für 100 Millionen US-Dollar.
Der Vorwurf trifft Anthropic an einem empfindlichen Punkt. OpenAI hatte mit GPT-5.4-Cyber bereits eine eigene Antwort auf Mythos vorgelegt. Der Defender-Zugang ist deutlich breiter angelegt als das Glasswing-Programm von Anthropic. TechCrunch erinnerte daran, dass Altman selbst zur apokalyptischen Tonlage in der Branche beigetragen hat. Die Aufzeichnung des Wortlauts und der Reaktionen ordnet den Schlagabtausch zwischen Altman und Anthropic ein.
Wieso flog Claude Code kurz aus dem Pro-Plan?
Anthropic hat Claude Code am 21. April 2026 aus dem 20-US-Dollar-Pro-Plan entfernt. Zugriff gab es nur noch über die Max-Pläne ab 100 US-Dollar pro Monat. Nach rund zwölf Stunden wurde die Änderung wieder zurückgenommen. Simon Willison hat den Vorgang in seinem Blog dokumentiert, The Register berichtete parallel.
Amol Avasare, Head of Growth bei Anthropic, ordnete die Episode auf X als A/B-Test ein. Davon waren laut Avasare rund 2 % der neuen Pro-Anmeldungen betroffen. Die Pricing-Seite und die Support-Dokumentation wurden allerdings für alle Besucher angepasst. Avasare räumte ein, dass dies ein Fehler war. Der eigentliche A/B-Test läuft weiter. Die Chronologie der zwölf Stunden protokolliert die Pricing-Anpassung Schritt für Schritt.
Was steckt hinter dem Spyware-Vorwurf gegen Claude Desktop?
Claude Desktop für macOS legt Konfigurationsdateien für Chromium-basierte Browser an, selbst wenn diese nicht installiert sind. Datenschutzberater Alexander Hanff bezeichnet das Verhalten in einem Blogpost als Spyware. Anthropic hat sich zum Vorwurf bisher nicht geäußert.
Die Anwendung schreibt eine Manifest-Datei für Native Messaging in die Konfigurationsverzeichnisse von sieben Browsern. Betroffen sind Chrome, Brave, Edge, Chromium, Arc, Vivaldi und Opera. Sicherheitsforscher Noah M. Kenney von Digital 520 widerspricht dem Spyware-Label, bestätigt aber die technischen Befunde. Hanff sieht einen Verstoß gegen Artikel 5 Absatz 3 der ePrivacy-Richtlinie. Die technische Detailanalyse zum Native-Messaging-Manifest beschreibt die betroffenen Browser und die Reproduktionsschritte von Hanff.
Was bringt Anthropic der erweiterte Amazon-Vertrag?
Anthropic hat einen erweiterten Compute-Vertrag mit Amazon angekündigt. Amazon investiert bis zu 25 Milliarden US-Dollar zusätzlich in das KI-Lab. Im Gegenzug fließen über zehn Jahre mehr als 100 Milliarden US-Dollar an AWS zurück.
Der Deal sichert Anthropic die Rechenkapazität für kommende Modellgenerationen. Parallel zur Pro-Plan-Episode signalisiert das Lab damit Stabilität in einer Krisenwoche. Die Vertragsdetails zur Compute-Zusage zeigen die Gegenleistungen für AWS und die Trainium-Chip-Roadmap.
Wie schnell wurde die LiteLLM-Schwachstelle ausgenutzt?
Sysdig registrierte den ersten Angriff 36 Stunden und sieben Minuten nach Indexierung der Lücke in der GitHub Advisory Database. Die Kennung lautet CVE-2026-42208. Der CVSS-Wert liegt bei 9,3. Besagte Lücke sitzt in der Verifikation des Authorization-Bearer-Headers.
Der Fix steht in der LiteLLM-Version 1.83.7 bereit. Aus dem Internet erreichbare Instanzen sollten als kompromittiert betrachtet werden. Zur Vorgeschichte zählt der Supply-Chain-Angriff auf LiteLLM aus KW 14.
Was macht ClawSweeper im OpenClaw-Repository?
Peter Steinberger hat am 25. April 2026 auf X den automatisierten Wartungs-Bot ClawSweeper angekündigt. Sein Posting erreichte 1,4 Millionen Aufrufe. Der Bot scannt das öffentliche OpenClaw-Repository mit 50 parallelen Codex-Instanzen und schließt Issues nur bei eindeutiger Beleglage. An einem einzigen Tag schloss das System rund 4.000 Tickets.
Eigene Issues von Maintainern werden nie automatisch geschlossen. Rund zehn Wochen nach Steinbergers Wechsel zu OpenAI läuft die Maintainer-Arbeit am MIT-lizenzierten Agenten OpenClaw weiter. Die Funktionsweise des Bots im Detail erklärt die sieben Schließungsgründe und die Codex-Worker-Architektur.
Warum richtet sich Alipay AI Pay an OpenClaw-artige Agenten?
Alipay hat einen Dienst gestartet, mit dem KI-Agenten eigenständig Zahlungen ausführen. Der Service AI Pay richtet sich laut Ankündigung explizit an „OpenClaw-type AI Agents“. Im Februar 2026 erreichte AI Pay 100 Millionen Nutzer.
Auch Stripe und Tempo haben kürzlich ein offenes Zahlungsprotokoll für KI-Agenten gestartet. Die Finanz-Infrastruktur für autonome Software entsteht parallel auf mehreren Kontinenten. Die Architektur und Sicherheitsprüfung des Dienstes erklärt den Payment MCP Server und die JVS-Claw-Integration.
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