Claude Cowork verlässt den Schreibtisch: KI-Agent kommt auf das Smartphone
KI-generiert mit ChatGPT
Anthropic bringt seinen KI-Agenten Claude Cowork ins Web und auf das Smartphone. Bisher lief die Anwendung nur auf dem Desktop. Seit dem 7. Juli 2026 wird der Beta-Zugang schrittweise freigeschaltet. Den Anfang machen die Max-Abonnenten. Weitere Abo-Stufen sollen laut Anthropic in den kommenden Wochen folgen.
Claude Cowork ist der agentische Assistent von Anthropic für allgemeine Büroarbeiten. Das Werkzeug funktioniert ähnlich wie das Programmierwerkzeug Claude Code, richtet sich aber an Aufgaben, bei denen keine Programmierung benötigt wird. Ein KI-Agent führt mehrschrittige Aufträge weitgehend selbstständig aus. Steht eine Entscheidung an, bittet das System den Nutzer um Freigabe. Gestartet war Cowork im Januar 2026 als reine Desktop-Anwendung.
Der Umzug ins Web sowie auf mobile Geräte verändert die Arbeitsweise. Nutzer können eine Aufgabe am Schreibtisch anstoßen und den Fortschritt später am Smartphone überprüfen. Laut Anthropic laufen geplante Aufgaben inzwischen auch dann durch, wenn kein Gerät online ist. Das fertige Ergebnis lässt sich abrufen, selbst wenn der Laptop längst zugeklappt ist. Für tiefergehende Arbeit mit lokalen Dateien und Browserzugriff bleibt die Desktop-Anwendung die zentrale Umgebung.
Anthropic ordnet den Schritt in einen größeren Wettbewerb ein. Der Konkurrenzkampf der Coding-Agenten weitet sich damit auf die übrigen Bürotätigkeiten aus. OpenAI verfolgt mit Codex eine ähnliche Linie. Auch dieses Werkzeug wächst inzwischen über die reine Softwareentwicklung hinaus. Die Freigabe für Abos des KI-Agenten OpenClaw zeigt, wie stark Anthropic im Alltag auf Agenten setzt.
Erste Nutzungsdaten veröffentlicht Anthropic gleich mit. Die Auswertung stützt sich auf 1,2 Millionen anonymisierte Cowork-Sitzungen aus über 600.000 Organisationen. Erhoben wurden die Daten zwischen dem 11. und 31. Mai 2026.
Die größte Kategorie mit 33,4 % entfällt laut Anthropic auf Prozessarbeit wie Reports und Abgleiche in Tabellen. Softwareentwicklung kommt in der Auswertung nur auf 8,7 %. Anthropic weist selbst darauf hin, dass die Stichprobe Anteile abbildet und keine absoluten Volumina. Das US-amerikanische KI-Lab hat beim Programmieren zuletzt deutlich nachgelegt. Die Details dazu finden sich in der Analyse zu Claude Opus 4.8.
Der Vorstoß folgt dem Trend, dass KI-Anbieter ihre Werkzeuge dorthin bringen, wo die eigentliche Arbeit stattfindet. Das gilt auch für den Umbau von ChatGPT zur Super-App.
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