Claude Code: Quellcode erneut über npm-Paket öffentlich zugänglich
KI-generiert mit Sora
Der vollständige TypeScript-Quellcode von Claude Code war über eine Source-Map-Datei im offiziellen npm-Paket öffentlich zugänglich. Source Maps sind Debugging-Dateien, die komprimierten Code wieder dem lesbaren Original zuordnen. Für Anthropic ist es der zweite vergleichbare Vorfall innerhalb von 13 Monaten.
Der Security-Researcher Chaofan Shou entdeckte die Datei im npm-Paket @anthropic-ai/claude-code. Shou ist unter dem Namen @Fried_rice auf X bekannt und hat unter anderem eine kritische XSS- und CSRF-Schwachstelle bei Twitter veröffentlicht. Zusätzlich forscht er an der UC Berkeley.
Was genau wurde öffentlich?
Die .map-Datei im npm-Paket verwies auf ein ZIP-Archiv auf einem Cloudflare-R2-Speicher von Anthropic. Dieses Archiv enthielt den vollständigen, lesbaren TypeScript-Quellcode von Claude Code.
Innerhalb von Minuten nach der Veröffentlichung auf X erstellte ein GitHub-Nutzer ein öffentliches Repository mit dem extrahierten Quelltext. Im zugehörigen Hacker-News-Thread berichten Nutzer bereits über bisher unveröffentlichte Features.
ClawNews hostet den geleakten Code nicht und verlinkt ihn nicht direkt. Wir beschreiben ausschließlich, was Dritte öffentlich berichten.
Warum ist das relevant?
Durch den Leak wurden proprietärer Code, interne Architektur und unveröffentlichte Funktionen offengelegt. Das ist kein Datenleck mit Nutzerdaten. Es betrifft ausschließlich geistiges Eigentum von Anthropic.
Für Unternehmen, die Claude Code in ihrer Softwareentwicklung und CI/CD-Pipeline einsetzen, ist die Nachricht trotzdem relevant. Der Vorfall zeigt einen vermeidbaren Konfigurationsfehler in der Build-Pipeline eines führenden KI-Labs.
Ein vergleichbarer Vorfall geschah bereits im Februar 2025
Im Februar 2025 passierte etwas Ähnliches. Beim Start von Claude Code enthielt das npm-Paket einen Source-Map-Verweis in der Hauptdatei cli.mjs. Der Entwickler Dave Schumaker dokumentierte den Fund in seinem Blog. Anthropic reagierte damals mit drei Maßnahmen. Das Unternehmen entfernte die Source Map, löschte ältere Paketversionen auf npm und bereinigte den npm-Cache.
Danach entstanden mehrere Reverse-Engineering-Projekte auf GitHub, die den damaligen Quellcode rekonstruierten.
Zweiter Sicherheitsvorfall bei Anthropic in einer Woche
Erst am 26. März 2026 berichtete Fortune exklusiv über eine CMS-Fehlkonfiguration bei Anthropic. Dabei waren rund 3.000 interne Dateien öffentlich zugänglich, darunter Details zum unveröffentlichten Modell Claude Mythos. Anthropic bestätigte den Vorfall und sprach von „menschlichem Fehler bei der CMS-Konfiguration“.
Zwei Vorfälle innerhalb von fünf Tagen, beide verursacht durch Konfigurationsfehler und nicht durch gezielte Angriffe. ClawNews ordnet das als Muster ein, das Fragen zur operativen Sicherheit bei Anthropic aufwirft. Wir haben bereits über ähnliche Supply-Chain-Risiken bei KI-Tools berichtet.
Anthropic hat sich gegenüber mehreren internationalen Medien zum Vorfall geäußert. Das Unternehmen bestätigte, dass ein Claude-Code-Release internen Quellcode enthalten habe. Kundendaten oder Zugangsdaten seien nicht betroffen gewesen. Anthropic bezeichnete den Vorfall als „Packaging-Fehler durch menschliches Versagen“ und nicht als Sicherheitsvorfall. Das Unternehmen kündigte Maßnahmen an, um eine Wiederholung zu verhindern.
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