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Claude Code bekommt Routinen: Automationen ohne offenen Laptop

Stephan Skrobisch 20. April 2026 4 Min.

Anthropic hat Claude Code am 14. April 2026 um zwei Funktionen erweitert. Zum einen können Entwickler jetzt wiederkehrende Aufgaben als sogenannte Routinen definieren, die auf den Servern von Anthropic laufen. Zum anderen steht die Desktop-Anwendung in einer komplett überarbeiteten Version für macOS und Windows zum Download bereit.

Anthropic führt die Routinen laut eigener Ankündigung als Research Preview ein. Verhalten, Limits und Schnittstellen können sich noch ändern. Technisch funktionieren Routinen ähnlich wie klassische Cron-Jobs, also zeitgesteuerte Aufträge auf einem Server. Am Ende wird aber kein fester Shell-Befehl ausgeführt, sondern ein Prompt an einen KI-Agenten übergeben. In der offiziellen Dokumentation beschreibt Anthropic eine Routine als gespeicherte Konfiguration für Claude Code. Sie besteht aus einem Prompt, einem oder mehreren Repositories und einer Reihe von Konnektoren.

Drei Auslöser für eine Routine

Jede Routine lässt sich über drei verschiedene Wege starten. Der erste ist ein Zeitplan. Mit diesem ist es möglich, die Routine stündlich, täglich, werktags oder wöchentlich auszuführen. Über die CLI lassen sich per Befehl /schedule update auch eigene Zeitpläne definieren. Der Mindestintervall liegt jedoch bei einer Stunde.

Der zweite Auslöser ist eine HTTP-Schnittstelle. Jede Routine bekommt einen eigenen Endpunkt und einen Bearer-Token. Wer ein Monitoring-Werkzeug wie Datadog oder eine CI/CD-Pipeline betreibt, kann damit eine Routine per POST-Request anstoßen.

Der dritte Auslöser reagiert auf GitHub-Ereignisse. Anthropic unterstützt dafür Ereignisse bei Pull Requests und bei Releases. Filter lassen sich auf Autor, Titel, Branch, Labels oder den Draft-Status eines Pull Request anwenden. Eine Routine kann mehrere Auslöser gleichzeitig haben.

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Das Laufzeitmodell

Routinen laufen nicht lokal, sondern auf der von Anthropic verwalteten Cloud-Infrastruktur. Der eigene Rechner muss dafür nicht laufen. Anthropic klont das Repository bei jedem Lauf neu aus dem Standard-Branch. Pushen darf Claude standardmäßig nur auf Branches mit dem Präfix claude/. Mit Hilfe der Option „Allow unrestricted branch pushes“ lässt sich dies pro Repro deaktivieren.

Routinen werden einem individuellen Account zugeordnet und werden nicht automatisch mit dem Team geteilt. Commits, Pull Requests und Aktionen über Konnektoren erscheinen unter der verknüpften Identität des Nutzers. Die /fire-API läuft unter dem Beta-Header experimental-cc-routine-2026-04-01, Änderungen an der Schnittstelle sind laut Anthropic während des Previews möglich.

Limits und Verfügbarkeit

Routinen stehen Nutzern der Tarife Pro, Max, Team und Enterprise zur Verfügung. Die täglichen Limits nennt Anthropic direkt im Ankündigungsbeitrag. Pro erlaubt fünf Läufe, Max 15 und Team sowie Enterprise je 25. Kunden mit aktiviertem Extra-Usage können die Tagesgrenze überschreiten.

Neue Desktop-App für Mac und Windows

Parallel zu den Routinen hat Anthropic die Claude Code Desktop-App neu gebaut. Die Oberfläche setzt jetzt auf parallele Sitzungen in einem Fenster sowie auf eine Seitenleiste zur Verwaltung und ein per Drag-and-drop anpassbares Layout.

Dazu kommen ein integriertes Terminal, ein Editor für Dateien und ein Diff-Viewer für größere Änderungen. Ein erweitertes Vorschaufenster zeigt HTML-Dateien und PDFs direkt in der App. Die Apple-Redaktion ifun.de wertet das Update als Zusammenführung von Werkzeugen, die Entwickler bisher über getrennte Anwendungen nutzen mussten. Dies reduziert den Wechsel zwischen Editor, Browser und Terminal.

Einordnung

Das Muster ist bekannt. Anthropic hat Claude Code bereits Ende März mit dem Auto Mode in Richtung mehr Autonomie geschoben. Mit den Routinen verlagert sich dies jetzt zusätzlich weg vom lokalen Rechner in die Cloud von Anthropic. Das reduziert Reibung und erhöht gleichzeitig die Abhängigkeit durch den Anbieter.

Wer KI-Agenten produktiv einsetzt, kennt die Spannung zwischen Bequemlichkeit und Kontrolle. Ein Blick in den aktuellen Vergleich der KI-IDEs zeigt, dass jeder Anbieter diesen Kompromiss anders löst. Bei Alternativen wie dem KI-Agenten OpenClaw bleibt die Ausführung vollständig auf dem eigenen Rechner.

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