China warnt vor Claude Code: CNVDB rät zur Deinstallation
KI-generiert mit ChatGPT
Chinas Nationale Schwachstellendatenbank CNVDB warnt Entwickler vor mehreren Versionen des KI-Programmierwerkzeugs Claude Code und rät zur Deinstallation. Alibaba hatte seinen Mitarbeitern die Nutzung bereits untersagt. Anthropic nennt den beanstandeten Mechanismus ein Experiment und gibt an, ihn entfernt zu haben.
Betroffen sind laut The Register die Versionen 2.1.91 bis 2.1.196 vom April bis Juni 2026. Die CNVDB spricht von einer als „Backdoor-Code” bezeichneten Funktion. Gemeint ist ein versteckter Zugang, der an den normalen Kontrollen vorbei Daten abgreift. Besagte Funktion soll ohne Zustimmung Standort- und Identitätsdaten erfassen und an externe Server senden. Die Behörde fordert Unternehmen auf, betroffene Installationen zu löschen oder zu aktualisieren.
Auslöser war ein verdeckter Tracker, den der Entwickler „Thereallo” Ende Juni 2026 in einer technischen Analyse offenlegte. Claude Code hatte in seiner Systemanweisung, also der festen Grundinstruktion des Modells, versteckte Signale eingebettet. Über kodierte Domainlisten und Unicode-Marker konnte das Werkzeug damit Nutzer mit Bezug zu chinesischen KI-Labs markieren. Der Mechanismus griff laut Thereallo nur bei Nutzern, die Claude Code über einen abweichenden API-Endpunkt betrieben. Thereallo hält den Mechanismus nicht für bösartig, aber für eine seltsame Wahl bei einem Werkzeug, das Vertrauen einfordert.
Anthropic-Ingenieur Thariq Shihipar ordnet den Mechanismus als Schutz gegen Kontenmissbrauch und Model Distillation ein. Bei Model Distillation trainiert ein Anbieter ein eigenes Modell mit den Antworten eines fremden Systems. Der Tracker startete nach Angaben von Shihipar im März 2026 als Experiment. Anfang Juli 2026 meldete Shihipar den Rückbau als abgeschlossen und kündigte die Auslieferung mit dem nächsten Release an. Eine Versionsnummer nennt Anthropic nicht.
Im Zentrum steht der Distillation-Vorwurf. Anthropic wirft Alibaba vor, mit rund 25.000 gefälschten Konten etwa 28,8 Millionen Claude-Dialoge abgegriffen zu haben. Alibaba äußerte sich nicht zu den Vorwürfen. Der Konzern stuft Claude Code als hochriskante Software ein und verweist die Belegschaft auf die eigene Plattform Qoder.
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