ChatGPT Lockdown-Modus gegen Prompt Injection: Was er bringt
KI-generiert mit ChatGPT
OpenAI verteilt einen neuen Sperrmodus für alle ChatGPT-Konten, auch für Nutzer der kostenlosen Version. Der sogenannte Lockdown Mode soll das Risiko von Datenabfluss durch Prompt Injection senken. Prompt Injection bezeichnet einen Angriff, bei dem versteckte Befehle eine KI dazu bringen, vertrauliche Daten preiszugeben. Allerdings löst der neue Sperrmodus das Grundproblem nicht. Die Funktion stoppt nur den letzten Schritt der Angriffskette, also den Datenabfluss nach außen.
Bei Aktivierung schaltet ChatGPT mehrere Funktionen ab. Dazu zählen Live-Surfen im Web, der Agent Mode und die tiefe Recherche. Gecachte Inhalte bleiben abrufbar, frische Suchergebnisse jedoch nicht. Auch das Laden externer Bilder und der Netzwerkzugriff für Code aus Canvas fallen weg. Erlaubt bleiben manuelle Datei-Uploads, normale Eingaben und die Bildgenerierung. OpenAI beschreibt dies als Teil eines mehrstufigen Sicherheitskonzepts.
Wichtig ist die Grenze des Features. Wird eine Prompt Injection über eine hochgeladene Datei eingeschleust, kann sie weiterhin greifen. Der Lockdown Mode blockiert lediglich den Datenabfluss über Netzwerkanfragen. Brisant wird das vor allem bei Agenten mit weitreichenden Zugriffsrechten, denn dort kann ein eingeschleuster Befehl auch lokal Schaden anrichten. Wie real diese Gefahr ist, zeigt unser Bericht dazu, wie ein manipuliertes Tabellenfeld in Google Sheets Chat-Daten exfiltriert. Eine ähnliche Schwachstelle beschreibt der Fall, in dem Microsoft Copilot Cowork M365-Dateien an Angreifer verschickte.
OpenAI bezeichnet Prompt Injection als anspruchsvolles Forschungsproblem am Rand des technisch Machbaren. Das Problem ist seit mindestens GPT-3 bekannt und bis heute ungelöst. OpenAI führte den Lockdown Mode im Februar zunächst für Geschäftskunden ein. Jetzt wird die Funktion auch für Free, Go, Plus, Pro und Self-Serve Business ausgerollt. Zielgruppe sind laut OpenAI Menschen und Organisationen, die mit sensiblen Daten arbeiten. „Lockdown Mode is not intended for everyone.„
Begleitet wird der Schritt von zwei weiteren Funktionen. Risiko-Labels markieren sicherheitsrelevante Aktionen, aktive Sitzungen lassen sich über eine Geräteübersicht aus der Ferne beenden.
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