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AWS dokumentiert KI-gestützten Angriff auf über 600 FortiGate-Systeme

Stephan Skrobisch 19. März 2026 3 Min.

Laut AWS ist es einem russischsprachigen Kriminellen gelungen, mit Hilfe von kommerziellen KI-Diensten über 600 FortiGate-Firewalls in 55 Ländern zu kompromittieren. Dafür hat er lediglich fünf Wochen benötigt. Dies geht aus einem offiziellen Bericht von CJ Moses hervor, dem Chief Information Security Officer von Amazon Integrated Security. Der Vorfall zeigt deutlich, wie generative KI die Einstiegshürde für Angreifer senkt.

Die Kampagne lief laut AWS zwischen dem 11. Januar und dem 18. Februar 2026. Der Angreifer nutzte dabei keine Sicherheitslücken aus. Stattdessen scannte er systematisch nach Management-Oberflächen, die offen im Internet erreichbar waren. Anschließend probierte er stupide schwache oder wiederverwendete Passwörter ohne Zwei-Faktor-Authentifizierung aus. Die KI-Dienste halfen bei der Planung, der Skripterstellung und der Automatisierung des gesamten Workflows.

Der Angreifer nutzte mindestens zwei verschiedene KI-Modelle für unterschiedliche Aufgaben. Ein Modell diente als Hauptwerkzeug für die Angriffsentwicklung sowie Planung. Ein zweites kam zum Einsatz, wenn der Angreifer innerhalb eines bereits kompromittierten Netzwerks nicht weiterkam. In mindestens einem Fall übergab der Angreifer die komplette interne Netzwerktopologie eines Opfers an die KI und forderte einen Schritt-für-Schritt-Plan zum weiteren Vorgehen an.

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Wie AWS bekannt gab, handelt es sich um einen finanziell motivierten Angriff. Mit KI-Unterstützung erreichte der Kriminelle eine Operationsgröße, für die im Normalfall ein deutlich größeres Team benötigt wird. Wenn der Angreifer auf gehärtete Umgebungen traf, zog er weiter zum nächsten Ziel statt Zeit zu verschwenden. Dies zeigt, dass der Vorteil in der KI-gestützten Effizienz und Skalierung liegt und nicht im technischen Können.

Der Sicherheitsjournalist Brian Krebs hat den Vorfall in einem umfassenden Bericht über KI-Assistenten als Sicherheitsrisiko aufgegriffen. Auch KI-Agenten wie OpenClaw stehen vor einem ähnlichen Sicherheitsdilemma. Je mehr Zugriff ein Agent hat, desto größer die Angriffsfläche. Die Empfehlung von AWS für betroffene Organisationen lautet die Management-Oberflächen nicht ins Internet zu stellen sowie Standardpasswörter zu ändern. Außerdem gilt es die Zwei-Faktor-Authentifizierung zu aktivieren und VPN-Zugangsdaten zu rotieren.

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